Syrspend®SF Reinigungsempfehlung für Applikationshilfen
Nach jeder Anwendung muss die Dosierhilfe, wie beispielsweise eine Oralspritze, gründlich mit lauwarmem Wasser gereinigt und anschließend getrocknet werden. Zur Sicherstellung einer hygienisch einwandfreien Einnahme, muss die Dosierhilfe alle sieben Tage gegen eine Neue ausgetauscht werden.
Eine gründliche Reinigung der Oralspritze und des Tip-Extenders (Spritzenaufsatz) ist wichtig, um das Arzneimittel nicht zu verunreinigen und eine hygienisch einwandfreie Einnahme sicherzustellen. Bitte folgen Sie den Anweisungen Ihres Arztes oder Apothekers zur genauen Anwendung.
1. Schritt
Zur Reinigung füllen Sie die Spritze mit lauwarmem Leitungswasser oder mit handwarmem, abgekochtem Wasser. Sollten Sie zur Einnahme den Tip-Extender (Spritzenaufsatz) verwendet haben, belassen Sie diesen bitte auf der Spritze.
2. Schritt
Drücken Sie die Spritze aus. Falls Sie den Tip-Extender verwendet haben, so lassen Sie diesen auf der Spritze stecken. Wiederholen Sie diesen Vorgang 1 bis 3 Mal, bis das Wasser klar ist und sich keine Rückstände des Arzneimittels mehr in der Spritze befinden.
3. Schritt
Ziehen Sie den Spritzenkolben aus dem Spritzenkörper. Sollten Sie den Tip-Extender verwendet haben, entfernen Sie diesen ebenfalls vom Spritzenkörper. Reinigen Sie alle Bestandteile in lauwarmem Wasser mit einem milden Spülmittel.
4. Schritt
Spülen Sie anschließend alle Bestandteile der Spritze mit kaltem Leitungswasser aus, und trocknen Sie diese gründlich mit herkömmlichen Haushaltstüchern.
5. Schritt
Nach dem Trocknen fügen Sie alle Teile der Spritze wieder zusammen. Bewahren Sie die Spritze an einem sauberen und trockenen Ort auf.
Allgemein
Entsorgen Sie die Spritze (und den Tip-Extender) maximal 7 Tage nach dem ersten Gebrauch. Die Spritze sollte umgehend ersetzt werden, wenn der Spritzenkolben schwergängig wird und/oder wenn die Masseinheiten auf der Spritze unlesbar geworden sind.
In diesem Blogbeitrag widmen wir uns einem spannenden Thema aus der Apothekenwelt: dem Off-Label-Einsatz von niedrig dosiertem Naltrexon (Low-Dose Naltrexon, LDN). Wir erklären, was Naltrexon ist, wie es über seine ursprünglichen Anwendungsbereiche hinaus verwendet werden kann und welche Rolle es in der pharmazeutischen Praxis spielt.
Was ist Naltrexon?
Naltrexon ist ein langwirksamer Opioidantagonist, der ursprünglich zur Behandlung von Alkohol- und Opioidabhängigkeit entwickelt wurde und dafür auch heute noch hauptsächlich eingesetzt wird. In den letzten Jahren wurde jedoch entdeckt, dass Naltrexon in niedrigen Dosierungen (Low-Dose Naltrexon, LDN) auch positive Effekte bei der Behandlung anderer Erkrankungen haben kann. Dies schließt insbesondere die Schmerztherapie sowie die Behandlung von Autoimmunerkrankungen mit ein, wodurch sich die Anwendungsmöglichkeiten deutlich erweitert haben.
Low-Dose Naltrexon: Ein Überblick
Low-Dose Naltrexon wird in Dosierungen von 0,5 mg bis 4,5 mg pro Tag verwendet. Diese niedrigen Dosierungen unterscheiden sich in ihrem Einsatzgebieten und Effekten erheblich von den höheren Dosen, die in der Suchttherapie (Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 25 mg, gefolgt von 50 mg täglich als Erhaltungsdosis.) eingesetzt werden. In niedrigen Dosen, also als LDN hat es eine verkürzte Wirkung auf die Opioidrezeptoren im Körper, was unter anderem zu einer verbesserten Endorphinausschüttung führen kann. Dies ist besonders nützlich in der Schmerztherapie und könnte auch das Immunsystem positiv beeinflussen. In diesen Übersichtsarbeiten finden sich weitere Informationen:
Younger J, Parkitny L, McLain D. (2014): Dieser Übersichtsartikel bietet einen umfassenden Überblick über die Wirkungsmechanismen und den Einsatz von LDN in verschiedenen klinischen Bereichen.
Anwendungen von Low-Dose Naltrexon im Off-Label Use
LDN wird off-label zur Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt, darunter bei:
Fibromyalgie-Syndrom
Studie: Younger J, Mackey S. „Fibromyalgia symptoms are reduced by low-dose naltrexone: a pilot study.“ Pain Medicine. 2009;10(4):663-672.
Studie: Younger J, Noor N, McCue R, Mackey S. „Low-dose naltrexone for the treatment of fibromyalgia: findings of a small, randomized, double-blind, placebo-controlled, counterbalanced, crossover trial assessing daily pain levels.“ Arthritis & Rheumatism. 2013;65(2):529-538.
Studie: Niedrig dosiertes Naltrexon zur Behandlung der Fibromyalgie: Vom Paradoxon eines Opioidantagonisten in der Schmerztherapie.Michael A. Überall und Silvia Maurer. Schmerzmedizin, 2023; 39(3): 46–49
Studie: Gironi M, Martinelli-Boneschi F, Sacerdote P, et al. „A pilot trial of low-dose naltrexone in primary progressive multiple sclerosis.“ Multiple Sclerosis. 2008;14(8):1076-1083.
Studie: Cree BA, Kornyeyeva E, Goodin DS. „Pilot trial of low-dose naltrexone and quality of life in multiple sclerosis.“ Annals of Neurology. 2010;68(2):145-150.
Studie: Raknes G, Småbrekke L (2017) Low dose naltrexone in multiple sclerosis: Effects on medication use. A quasi-experimental study. PLOS ONE 12(11): e0187423.
Studie: Smith JP, Stock H, Bingaman S, Mauger D, Rogosnitzky M, Zagon IS. „Low-dose naltrexone therapy improves active Crohn’s disease.“ American Journal of Gastroenterology. 2007;102(4):820-828.
Studie: Smith JP, Bingaman SI, Ruggiero F, Mauger DT, Mukherjee A, McGovern CO. „Therapy with the opioid antagonist naltrexone promotes mucosal healing in active Crohn’s disease: a randomized placebo-controlled trial.“ Digestive Diseases and Sciences. 2011;56(7):2088-2097.
Raknes G, Småbrekke L. „Low-dose naltrexone in inflammatory bowel disease and irritable bowel syndrome – an overview of the evidence.“ Journal of Crohn’s and Colitis. 2017;11(Suppl 1)
Studie: Younger J, Noor N, McCue R, Mackey S. „Low-dose naltrexone for the treatment of fibromyalgia: findings of a small, randomized, double-blind, placebo-controlled, counterbalanced, crossover trial assessing daily pain levels.“ Arthritis & Rheumatism. 2013;65(2):529-538.
Studie: Niedrig dosiertes Naltrexon zur Behandlung der Fibromyalgie: Vom Paradoxon eines Opioidantagonisten in der Schmerztherapie.Michael A. Überall und Silvia Maurer. Schmerzmedizin, 2023; 39(3): 46–49
Studie: Gironi M, Martinelli-Boneschi F, Sacerdote P, et al. „A pilot trial of low-dose naltrexone in primary progressive multiple sclerosis.“ Multiple Sclerosis. 2008;14(8):1076-1083.
Studie: Cree BA, Kornyeyeva E, Goodin DS. „Pilot trial of low-dose naltrexone and quality of life in multiple sclerosis.“ Annals of Neurology. 2010;68(2):145-150.
Studie: Raknes G, Småbrekke L (2017) Low dose naltrexone in multiple sclerosis: Effects on medication use. A quasi-experimental study. PLOS ONE 12(11): e0187423.
Studie: Smith JP, Stock H, Bingaman S, Mauger D, Rogosnitzky M, Zagon IS. „Low-dose naltrexone therapy improves active Crohn’s disease.“ American Journal of Gastroenterology. 2007;102(4):820-828.
Studie: Smith JP, Bingaman SI, Ruggiero F, Mauger DT, Mukherjee A, McGovern CO. „Therapy with the opioid antagonist naltrexone promotes mucosal healing in active Crohn’s disease: a randomized placebo-controlled trial.“ Digestive Diseases and Sciences. 2011;56(7):2088-2097.
Raknes G, Småbrekke L. „Low-dose naltrexone in inflammatory bowel disease and irritable bowel syndrome – an overview of the evidence.“ Journal of Crohn’s and Colitis. 2017;11(Suppl 1)
In Deutschland gibt es keine Fertigarzneimittel mit solch niedrigen Dosierungen von Naltrexon (LDN), weshalb individuelle Rezepturen angefertigt werden müssen. Die gängigsten Darreichungsformen sind Kapseln und Lösungen. Alle diese Rezepturen sind verschreibungspflichtig und benötigen daher die Verordnung durch einen Arzt.
Kapselherstellung
Für die Kapselherstellung kann entweder die Naltrexon-Base oder das Hydrochlorid verwendet werden. Als Rezeptursubstanz ist derzeit nur Naltrexonhydrochlorid zu beziehen. Sollte vom Arzt oder der Ärztin die Base verordnet worden sein, gilt es hier zu klären, auf welche Wirkstoffform sich die Dosierung bezieht. Eventuell muss der Salz/Base-Faktor berücksichtig bzw. berechnet werden:
Kapselfüllstoffe wie mikrokristalline Cellulose oder Lactose-Monohydrat sind für Rezepturen mit Low-Dose-Naltrexon geeignet und spielen eine wichtige Rolle, um die Verarbeitung und Stabilität gewährleisten zu können.
Besonders bei hygroskopischen Substanzen wie Naltrexon ist der geeigente Kapselfüllstoff bedeutend.
Als Orientierung zur Auswahl des Kapselfüllstoffes kann ein Blick in die Zusammensetzung von Fertigarzneimittel hilfreich sein.
Folgende Fertigarzneimittel enthalten sowohl mikrokristalline Cellulose als auch Lactose-Monohydrat:
Es erscheint durchaus möglich, ein Fertigarzneimittel als Ausgangsstoff zu verwenden, da der hygroskopische Wirkstoff hier bereits verarbeitet ist und somit weniger zusätzliche Hilfsstoffe für die Herstellung erforderlich sind. Dies könnte in manchen Fällen vorteilhaft sein, jedoch sollte man berücksichtigen, dass die meisten verfügbaren Fertigarzneimittel Filmtabletten sind, was die Weiterverarbeitung zu Kapseln weniger ideal macht.
Mögliche Überlegungen von Rezepturvorschriften ohne bisherige Stabilitätsdaten:
Rezepturbeispiel – Die schlüssigste Variante
Naltrexonhydrochlorid 0,5 mg – 4,5 mg Kapseln
Naltrexonhydrochlorid 0,5 mg – 4,5 mg
DiluCap Hygro q.s.
Hypromellose-Kapsel Gr. 0
DiluCap Hygro findet Einsatz bei der Herstellung mit hygroskopischen oder zerfließenden Wirkstoffen. Durch die besondere Zusammensetzung kann es hygroskopische Effekte auf den Wirkstoff reduzieren und dadurch die Qualität des fertigen Arzneimittels optimieren.
Für die ideale Leistung des Hilfsstoffs in der Formulierung wird empfohlen, dass die verwendete Menge mindestens 50 % des gefüllten Volumens der Kapsel ausmacht.
Inhaltsstoffe DiluCap Hygro:
Kolloidales Siliciumdioxid
Magnesiumstearat
Magnesiumsilikat
Mikrokristalline Cellulose
Naltrexonhydrochlorid 0,5 mg – 4,5 mg
DiluCap SR q.s.
Hypromellose-Kapsel Gr. 0
Eine Anpassung der Freisetzung kann bei der klassischen Therapie mit Naltrexonhydrochlorid als Opiodantagonist ebenfalls relevant sein. Durch die besondere Zusammensetzung kann es eine verzögerte Freisetzung und damit ein langsameres Ansteigen des Wirkstoffspiegels unterstützen. In der Therapie mit sehr niedrigen Wirkstoffdosen wird dieser Effekt jedoch Indikationsbedingt weniger relevant sein.
Für die ideale Leistung des Hilfsstoffs in der Formulierung wird empfohlen, dass die verwendete Menge mindestens 30 % des gefüllten Volumens der Kapsel ausmacht.
Inhaltsstoffe DiluCap SR:
Kolloidales Siliciumdioxid
Magnesiumstearat
Carbomer
Hydroxypropylcellulose (hohe Viskosität)
mikrokristalline Cellulose
In unserem DiluCap API-Leitfaden wird neben DiluCap SR noch das DiluCap PSD empfohlen. Diese Nutzung bezieht sich auf die Verwendung der schlecht wasserlöslichen Base! Hier kann das DiluCap PSD das Lösungsverhalten optimieren und dadurch die Aufnahme des Wirkstoffes in den Körper unterstützen. Sofern das gut wasserlösliche Natrexonhydrochlorid genutzt wird ist dieser Faktor wenig relevant.
Volumetrische Methode oder Ergänzungsmethode (auch zur Validierung geeignet!), bei erneuter Herstellung kann dann anschließend die gravimetrische Herstellmethode gewählt werden.
Flüssige Zubereitungen
Flüssige Zubereitungen von Naltrexon bieten den Vorteil einer einfachen Dosierungsanpassung, was besonders bei der einschleichenden Therapie von Vorteil ist. Ein Möglichkeit für eine solche Zubereitung wäre:
Naltrexonhydrochlorid 1 mg/ml Suspension
Naltrexonhydrochlorid 1 mg/ml in SyrSpend® SF PH4
SyrSpend® SF PH4 Flüssig (Kirscharoma), SyrSpend® SF PH4 NEO oder SyrSpend® SF PH4 Pulver kann hier verarbeitet werden.
Aufgrund des sehrbitteren Geschmacks* von Naltrexon(-HCL) ist es ratsam, die flüssigen Zubereitungen mit Aromen zu versehen.
*Trissel, L. A., Trissel’s stability of compounded formulations, 6th ed., American Pharmacists Association, Washington 2018.
Geeignete Geschmacksrichtungen sind Kirsch-, Schokolade-, Grapefruit-, Lakritz-, Erdbeer-, Pfirsich-, Himbeer- und Tutti-Frutti, wobei SyrSpend® SF auch geschmacksmaskierende Eigenschaften besitzt. Die enthaltene modifizierte Maisstärke und Sucralose, tragen auch dazu bei, den Geschmack zu überdecken. Hier scheint es sinnvoll zu sein auf SyrSpend® SF PH4 flüssig mit Kirscharoma zurückzugreifen.
Weitere Rezepturvorschriften
Naltrexon 1 mg/ml Lösung
Naltrexon 0,10 g
Ascorbinsäure 0,50 g
Natriumbenzoat 0,10 g
Glycerol 85 % 20,00 ml
Gereinigtes Wasser ad 100,00 ml
Herstellempfehlung
Berechnen Sie die benötigte Menge aller Bestandteile für die Gesamtmenge, die hergestellt werden soll.
Wiegen und/oder messen Sie alle Bestandteil genau ab.
Mischen Sie das Naltrexon, die Ascorbinsäure und das Natriumbenzoat und zerkleinern Sie alles zu einem feinen Pulver. (Am besten in einer Glasfantaschale)
Fügen Sie das Glycerol 85% als Anreibemittel hinzu und mischen alles zu einer glatten Paste.
Geben Sie das gereinigte Wasser schrittweise hinzu, bis das gewünschte Volumen erreicht ist, und mischen Sie alles gut.
Abfüllung und Etikettierung.
Stabilität: „Wenn die Zubereitung aus Tabletten hergestellt wird, kann ein Verwendbarkeitsdatum von 90 Tagen im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur angesetzt werden. Wird die Zubereitung aus Pulver hergestellt, kann ein Verwendbarkeitsdatum von 90 Tagen im Kühlschrank oder 60 Tagen bei Raumtemperatur verwendet werden.“
Eine höhere Naltrexon Konzentrationen wäre auch denkbar, wie auch der Einsatz von Naltrexonhydrochlorid. Hier kann als Quelle bzw. Hilfestellung das Online DAC/NRF genutzt werden: Naltrexonhydrochlorid-Lösung 5mg/mL
Lagerung und Haltbarkeit der Rezepturen
Die hergestellten Kapseln und Lösungen sollten idealerweise im Kühlschrank gelagert werden. Dies kann ihre Stabilität deutlich erhöhen. Kapseln sind in der Regel bis zu sechs Monate haltbar, während Lösungen, abhängig von der Lagerung, bis zu drei Monaten im Kühlschrank und lediglich zwei Monate bei Raumtemperatur haltbar sind. Suspensionen, welche auf SyrSpend® SF PH4 basieren sind auch bei Raumtemperatur bis zu drei Monate haltbar.
Passendes Packmittel
Für die Kapseln sollten am besten Cellulose (Hypromellose) Kapseln der Größe 0 verwendet werden, und es sollte eine luftdichte Kapselbox gewählt werden.
Für flüssige Zubereitungen eignen sich Medizin- bzw. Braunglasflaschen GL28 mit einem Steckeinsatz. Sehr kleine Dosen können am besten mit Hilfe von Oralspritzen(5 ml/ 1 ml Skalierung) oder Kolbendosierpipetten(1 ml/ 0,05 ml Skalierung) abgemessen und appliziert werden.
Fazit individueller Rezepturen für Low-Dose Naltrexon
Low-Dose Naltrexon bietet interessante therapeutische Möglichkeiten, insbesondere in der Schmerztherapie und bei Autoimmunerkrankungen. Durch die Herstellung individueller Rezepturen können diese Therapien optimal auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmt werden.
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Individualisierte Rezepturen spielen eine Schlüsselrolle in der maßgeschneiderten Hormontherapie. Apotheken, die sich auf individuelle Rezepturen spezialisiert haben, können Hormonpräparate exakt nach den Vorgaben der behandelnden Ärzte anfertigen…
Metformin ist ein bewährtes Medikament zur Behandlung von Typ-2-Diabetes, das auch bei anderen Erkrankungen wie dem Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) wirksam ist.
Bitte beachten Sie, dass die oben aufgeführten Rezepturbeispiele theoretische Überlegungen sind, die als Hilfestellung bei der Recherche für die Plausibilitätsprüfung dienen sollen. Da jede Rezeptur bzw. Plausibilitätsprüfung durch einen Apotheker oder eine Apothekerin freigegeben werden muss, obliegt es diesem/r, zu entscheiden, ob die Rezeptur sinnvoll bzw. plausibel ist. Die Entscheidung liegt somit ausschließlich beim verantwortlichen Apotheker oder bei der verantwortlichen Apothekerin. Die Firma Fagron GmbH übernimmt keine Haftung.
Lithium-Orotat Rezepturen: Kapseln oder Lösung bei Post-Covid und Fatigue?
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Lithium-Orotat hat in den letzten Jahren zunehmend an Interesse gewonnen, insbesondere im Zusammenhang mit Post-Covid-Symptomen und Fatigue. Viele Menschen, die an diesen langanhaltenden Symptomen leiden, suchen nach neuen und effektiven Behandlungsmöglichkeiten. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Vorteile von mikrodosiertem Lithium als Orotat und gibt Apothekern und PTAs wertvolle Hinweise zur Herstellung und Dosierung.
Was ist Lithium-Orotat?
Lithium-Orotat ist eine Verbindung aus Lithium und Orotsäure, die in verschiedenen Ländern, insbesondere in den USA, für ihre möglichen positiven Effekte auf die Psyche bekannt ist. In Deutschland hingegen sind nur Lithiumcarbonat und Lithiumcitrat offiziell als Arzneistoffe anerkannt und monografiert. Lithium-Orotat in Arzneibuchqualität ist hierzulande nicht verfügbar und fällt somit in den Bereich des Off-Label-Uses.
Therapeutische Breite und Dosierungen
Lithium hat eine geringe therapeutische Breite, was bedeutet, dass der Unterschied zwischen einer wirksamen und einer toxischen Dosis sehr klein ist. Während in der klassischen Lithiumtherapie bei psychischen Erkrankungen höhere Dosen verwendet werden, liegt der Fokus beim mikrodosierten Lithium auf sehr niedrigen Dosierungen, beispielsweise 5 mg (Lithium) pro Einheit. Diese geringen Mengen sollen eine stimmungsaufhellende Wirkung haben, ohne die Risiken einer Überdosierung.
Einsatzgebiete, Forschung und weitere Infos
In z.B. den USA wird Lithium-Orotat oft als Nahrungsergänzungsmittel genutzt. In Deutschland sind solche Präparate jedoch nicht zugelassen. Aktuell wird Lithium-Orotat in niedrigen Dosierungen unter anderem zur Unterstützung bei psychischen Belastungen und zur Behandlung von Clusterkopfschmerzen untersucht. Besonders im Zusammenhang mit Post-Covid-Symptomen und deren kognitiven Auswirkungen werden weitere Untersuchungen durchgeführt, da es gegen Mikroentzündungen im Nervensystem wirken soll. Derzeit jedoch sind diese Daten noch nicht ausreichend fundiert.
Ein Apothekenportal mit einer Übersicht, welche Apotheken bereits mit der Herstellung vertraut sind findet sich ebenfalls online.
Praktische Umsetzung in der Apotheke
In Deutschland sind Lithiumsalze als Nahrungsergänzungsmittel nicht zugelassen; bei den zugelassenen Fertigarzneimitteln finden sich lediglich zwei Produkte, die jedoch beide ein andere Salzform des Lithium enthalten (Quilonum® retard und Hypnorex® retard). Beide sind aufgrund ihrer retardierten Form eher ungeeignet zur Weiterverarbeitung.
Rezepturen mit Lithium-/ Verbindungen wie z.B. Citrat, Carbonat oder Orotat sind in Deutschland verschreibungspflichtig, deshalb bedarf es eine ärztlicher Verordnung.
Deshalb kommen hier mögliche Rezepturen ins Spiel: Zunächst gilt es zu klären ob sich die Dosierung auf das reine Lithium oder die Salzverbindung bezieht. Es gibt aktuelle keine offiziellen Rezepturvorschriften für Lithium-Rezepturen, dennoch lassen sich einige Daten zu Rate ziehen um eine mögliche Rezepturherstellung zu ermöglich.
Grundsätzlich gilt Lithium-Orotat-Monohydrat als sehr stabile Verbindung und sollte daher in den allermeisten Kapselfüllstoffen verarbeitbar sein.
Allgemein finden sich jedoch derzeit nur sehr wenige Informationen, daher kann sich an Fertigarzneimitteln oder Produkten aus Deutschland und Ausland orientiert werden.
In den meisten Fällen wird bei Fertigprodukten auf mikrokristalline Cellulose zurückgegriffen, da es im Sektor der Nahrungsergänzungsmittel (vor allem in den USA) oft vertrieben wird und natürlichen Ursprungs sowie sehr gut verträglich ist.
Z.B. pureencapsulationspro: hier fungiert z.B. Cellulose als Füllstoff, angereichert mit dem Antioxidans Ascorbylpalmitat.
Als Hinweis zu möglichen Hilfsstoffen können auch die Fertigarzneimittel dienen: Quilonum® retard (450 mg Lithiumcarbonat) enthält neben Lactose noch Maisstärke, Hypnorex® retard (400 mg Lithiumcarbonat) enthält unter anderem Mannitol.
Des Weiteren gibt es Hinweise darauf, dass Mannitol die Ausscheidung von Lithium über die Niere steigert (Quelle) Dies hat zwar nicht direkt etwas mit der Stabilität der Wirkstoffen bei der Verarbeitung zu tun, ist aber im Kontext der Therapie könnte dies interessant sein.
Es scheinen also einige Kapselfüllstoffe für die Herstellung geeignet zu sein. Sowohl die mikrokristalline Cellulose als auch Lactose-Monohydrat sind hier die vielversprechendsten Kandidaten.
Beide Kapselfüllstoffe sollten mit min. 0,5% hochdisperses Siliciumdioxid versetzt werden um die Fließeigenschaften zu verbessern.
Mögliche Überlegungen von Rezepturvorschriften ohne bisherige Stabilitätsdaten:
Rezepturbeispiel – Die schlüssigste Variante
Lithium 5 mg Kapseln ( aus Lithium-Orotat-Monohydrat)
Lithium-Orotat-Monohydrat 128,605 mg
DiluCap Antioxi q.s.
Cellulose-Kapsel Gr. 0
Für eine bessere Leistung des Hilfsstoffs in der Formulierung wird empfohlen, dass die verwendete Menge mindestens 30 % (idealerweise 50 %) des gefüllten Volumens der Kapsel ausmacht.
Der Kapselfüllstoff DiluCap Antioxi scheint der Zusammensetzung von Nahrungsergänzungsmitteln wie z.B. dem pureencapsulations sehr ähnlich zu sein, denn es ist sowohl mikrokristalline Cellulose wie auch Ascorbylpalmitat enthalten.
Hier dient als Orientierung Quilonum®retard 450 mg Retardtabletten. Dieses Fertigarzneimittel beinhalten allerdings die Lithiumverbindung Lithiumcarbonat, deshalb ist dieser Vorschlag nicht unsere erste Wahl, denn in Nahrungsergänzungsmitteln mit Lithiumorotat ist meist mikrokristalline Cellulose enthalten.
Volumetrische Methode oder Ergänzungsmethode (auch zur Validierung geeignet!), bei erneuter Herstellung kann dann anschließend die gravimetrische Herstellmethode gewählt werden.
Lithium-Orotat-Lösung: Herstellung und Dosierung
Lithium-Orotat-Monohydrat ist wasserlöslich, weshalb auch eine flüssige Lösung denkbar wäre.
Löslichkeit in Wasser: 15,8 g/l ( 1,58 g in 100 ml –> 15,8 mg/ml) (Wasser 20°C) siehe Sicherheitsdatenblatt
Im Nahrungsergänzungsmittel ist Kaliumsorbat als Konservierungsmittel eingesetzt. Dieses ist ein sicheres Konservierungsmittel welches auch hier eingesetzt werden könnte. Mithilfe von Citronensäure können wir eine schwachsaure Lösung herstellen, in der das Konservierungsmittel effektiv wirken kann. Hier kann sich am DAC/NRF orientiert werden: DAC/NRF: Rezepturhinweise-Datenbank – Sorbinsäure und Kaliumsorbat (pharmazeutische-zeitung.de). Der Zusatz eines Aromas wäre auch hier denkbar.
DieLöslichkeit von Lithiumorotat kann laut Erfahrungswerten der Klösterl-Apotheke im sauren Medium etwas nachlassen. Als Alternative wäre hier Variante 3 denkbar. ACHTUNG: Konzentration 1mg/3ml!
Variante 2
Lithium-Orotat-Monohydrat 1,286 g
SyrSpend SF PH4 Flüssig Orange ad 100,00 ml
Im Nahrungsergänzungsmittel ist Xanthangummi enthalten, welches wahrscheinlich zur Viskositätserhöhung eingesetzt wird. Im SyrSpend® SF PH4 flüssig wäre es die modifizierte Stärke, die die Flüssigkeit leicht andickt. Es wird sowohl bei SyrSpend® SF PH4 flüssig als auch bei den Lithium-Orotat-Drops Natriumbenzoat als Konservierungsmittel eingesetzt. Zusätzlich könnte man SyrSpend® SF PH4 flüssig mit Orangenaroma-/Geschmack einsetzen, um einen frischen Geschmack zu erhalten und den Eigengeschmack des Wirkstoffes zur überdecken. Wie auch beim Nahrungsergänzungsmittel könnte ein Zitrus-Fruchtgeschmack eingesetzt werden.
Inhaltsstoffe SyrSpend® SF PH4 flüssig:
Gereinigtes Wasser
Modifizierte Maisstärke
(Aroma*) *Orange / Kirsche
Natriumcitrat
Citronensäure
Sucralose
Natriumbenzoat
Äpfelsäure
Simethicon
Dokumente zur Durchführung der Plausibilitätsprüfung einer Suspension mit SyrSpend® SF, da es aktuell keine Stabilitätstudien gibt:
Variante 3 – Lithium-Lösung 1mg/3ml pH-neutral konserviert mit Propylenglykol
Lithium-Orotat-Monohydrat 2,14g
Propylenglykol 54,0g
Gereinigtes Wasser ad 270,00 ml
Die Löslichkeit von Lithiumorotat kann laut Erfahrungswerten der Klösterl-Apotheke im sauren Medium etwas nachlassen. Daher wurde hier eine Alternative im pH-neutralen Medium entwickelt, die mit Propylenglykol konserviert wurde.
ACHTUNG! Die Dosierung von 1mg Lithium bezieht sich auf 3ml! Umrechnungsfaktor beachten (siehe oben).
Vergabe der Verwendbarkeitsfrist von nicht-validierten Rezepturen
Hier kann als Orientierung das DAC/NRF genutzt werden:
Mikrobielle Stabilität mit optimaler chemischer und physikalische Stabilität- Kapseln: 1 Jahr
Mikrobielle Stabilität mit optimaler chemischer und physikalische Stabilität- Lösung, Oralia konserviert : 6 Monate
Ermittlung der physikalisch-chemische Stabilität:
Liegen keine Daten zur physikalisch-chemischen Stabilität vor kann mit Hilfe der Fallunterscheidung (1-5) des DAC/NRF eine Vorgehensweise ermittelt werden:
Um welchen Fall handelt es sich?
Fall 2: nicht standardisiertes Rezepturarzneimittel, aber chemisch und physikalisch stabil: Einstufung gemäß Tabelle 1 Jahr/ 6 Monate
Fall 5: Rezepturarzneimittel mit zweifelhafter Stabilität: Aufbrauchfrist auf maximal 4 Wochen begrenzen
Fazit:Beide Bereich müssen separat von einander betrachtet werden, der „schwächere“ Part gibt dann die Aufbrauchfrist vor. Die kann bei Fall 5 trotz Konservierung zu einer Haltbarkeit von lediglich maximal 4 Wochen führen!
Ausgangsstoffprüfung von Lithium-Orotat-Monohydrat
Da es für Lithium-Orotat keine Arzneibuchmonographie gibt muss die Ausgangsstoffprüfung nach einer Internen-Prüfvorschrift geprüft werden. Die kann beim Hersteller des Rohstoffes angefragt werden.
Mögliche Prüfungen auf Identität:
Flammenprobe: Lithium und seine Salze färben die Flamme rot (671 nm) (Quelle) –> mit Salzsäure R befeuchtete Substanz, analog zu Lithiumcarbonat
Eine mögliche Ursache für eine unerwartete Verdickung der Nitrofurantoin-Suspension könnte auf die makrokristalline Struktur des Wirkstoffes zurückzuführen sein…
Kann man aus Weichkapseln eine Suspension herstellen? Und ist dies auch mit SyrSpend® SF möglich? Erfahren Sie, unter welchen Bedingungen dies machbar ist und erhalten Sie ein Rezeptur-Beispiel, insbesondere für die Herstellung einer Suspension während eines Lieferengpasses von Pednidan Saft (Ethosuximid).
Bitte beachten Sie, dass die oben aufgeführten Rezepturbeispiele theoretische Überlegungen sind, die als Hilfestellung bei der Recherche für die Plausibilitätsprüfung dienen sollen. Da jede Rezeptur bzw. Plausibilitätsprüfung durch einen Apotheker oder eine Apothekerin freigegeben werden muss, obliegt es diesem/r, zu entscheiden, ob die Rezeptur sinnvoll bzw. plausibel ist. Die Entscheidung liegt somit ausschließlich beim verantwortlichen Apotheker oder bei der verantwortlichen Apothekerin. Die Firma Fagron GmbH übernimmt keine Haftung.
Nitrofurantoin-Suspensionen und ihre Viskositätsprobleme
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Nitrofurantoin ist ein bewährtes Antibiotikum zur Behandlung von Harnwegsinfektionen. Trotzdem stehen Apotheker und Hersteller immer wieder vor Herausforderungen, wenn es um die Verfügbarkeit der Arzneimittel geht und eine individuelle Herstellung in der Apotheke erforderlich wird. Viskositätsprobleme sind häufige Hürden, die die therapeutische Nutzung dieses Medikaments erschweren können. In diesem Blogartikel werfen wir einen genaueren Blick auf die Ursachen dieser Probleme, untersuchen die makrokristalline Struktur des Wirkstoffes und diskutieren mögliche Lösungsansätze sowie die Rolle der Rezepturherstellung um eine stabile und zuverlässige Versorgung sicherzustellen.
Wieso kommt es häufig bei Nitrofurantoin-Suspensionen zu Viskositätsveränderungen?
Ab welcher Konzentration ist mit einer Beeinträchtigung der Viskosität zu rechnen?
Eine mögliche Ursache für eine unerwartete Verdickung der Nitrofurantoin-Suspension könnte auf die makrokristalline Struktur des Wirkstoffes zurückzuführen sein. Die Struktur der Wirkstoffkristalle kann während der Synthese und der anschließenden Verarbeitung des Wirkstoffes beeinflusst werden. Bei der Herstellung von Nitrofurantoin-Suspensionen sollte darauf geachtet werden, dass die Partikelgröße und die Kristallinität des Wirkstoffs konsistent bleiben, um eine gleichmäßige Verteilung in der Suspension zu gewährleisten. Veränderungen in der Synthesemethode oder in den Verarbeitungsbedingungen können jedoch zu einer variablen Partikelgröße führen, die die rheologischen Eigenschaften der Suspension beeinflussen kann. Dies kann sich dann schließlich in Form einer unerwarteten Verdickung der flüssigen Suspension äußern, die die Verabreichung und Dosierung des Medikaments erschwert.
Als Faustregel gilt, dass Nitrofurantoin-Konzentrationen > 2 mg/ml Viskositätsveränderungen verursachen können, vorausgesetzt es wird ein Rohstoff eingesetzt. Bei Fertigarzneimitteln kann dies aufgrund der zusätzlichen Hilfsstoffe, wie sie z.B. in Tabletten enthalten sind, auch schon bei niedrigeren Konzentrationen passieren. Enthalte Hilfsstoffe wie z.B. Cellulose können nachquellen und somit unabhängig vom Wirkstoff ebenfalls die Viskosität erhöhen.
20. Ferreira AO, Polonini HC, Loures da Silva S, Cerqueira de Melo VA, de Andrade L and Brandão MAF. Stability of Alprazolam, Atropine Sulfate, Glutamine, Levofloxacin, Metoprolol Tartrate, Nitrofurantoin, Ondansetron Hydrochloride, Oxandrolone, Pregabaline, and Riboflavin in SyrSpend® SF pH4 Oral Suspensions. Int J Pharm Compd. 2017;21:255-263
29. Polonini H, da Silva SL, de Araújo EP, Ferreira AO, Anagnostou K, Dijkers ECF. Stability of Azathioprine, Clonidine hydrochloride, Clopidogrel bisulfate, Ethambutol hydrochloride, Griseofulvin, Hydralazine hydrochloride, Nitrofurantoin and Thioguanine oral suspensions compounded with SyrSpend® SF PH4. Int J Pharm Compd. 2020 May-June;24(3):252-262
Herstellung einer Suspension aus dem Rohstoff
Die Herstellung erfolgt am besten in einer Glasfantaschale, der Rohstoff sollte zuvor nicht gemörsert werden, da dies die Viskositätserhörung und elektrostatische Aufladung des Wirkstoffes fördern kann.
Nitrofurantoin als Rohstoff können Sie direkt im Fagron Webshop beziehen.
Alle Rezepturen können gemäß unserer allgemeine Herstellempfehlung hergestellt werden. Bei Bedarf kann eine Verdünnung durchgeführt werden. Wie hier am besten zu verfahren ist können Sie unserem Dokument zur Herstellung mit Fertigarzneimitteln entnehmen.
Hinweis: Es kann zu einer Phasentrennung kommen, dies stellt aber kein Problem dar, solange sich die Suspension rehomogenisieren lässt bzw. aufschüttelbar ist. Weitere Infos dazu im Dokument zur Herstellung mit Fertigarzneimitteln
Sollen Konzentrationen hergestellt werden, welche nicht in den Dokumenten aufgeführt sind?
Als Orientierung gilt:
Liegt die gewünschte Konzentration zwischen zwei geprüften Konzentrationen, oder liegt sie unterhalb einer geprüften Konzentration, sollte die Herstellung theoretisch möglich sein. Überschreitet die gewünschte Konzentration den geprüften Wert, muss eine individuelle Plausibilitätsprüfung durchgeführt werden, mit dem Fokus auf die physikalische Stabilität.
Hier sollte auch unbedingt die Viskosität individuell eingestellt werden. Dafür kann das Dokument Herstellung mit Fertigarzneimittel genutzt werden.
Herstellung aus einem Fertigarzneimittel (z.B. Tabletten)
Hier sollte beachtet werden, dass nicht nur Nitrofurantoin die Viskosität erhöhen kann, sondern auch die in der Tablette enthaltenen Hilfsstoffe. Es kann damit auch bei niedrigen Wirkstoffkonzentrationen zu einer starken Verdickung der Suspension kommen und daher nicht garantiert werden, dass diese Suspension abgabefähig ist. Achte deshalb bei der Auswahl von Fertigarzneimitteln auf die Hilfsstoffe in den Tabletten und auch auf deren Anteil. Wähle die „höchstdosiertesten“ Tabletten, die am wenigsten Hilfsstoffe beinhalten. Was du noch bei der Verarbeitung von Fertigarzneimitteln beachten musst, kannst du dem Dokument Herstellung mit Fertigarzneimittel entnehmen.
Beachten Sie, dass die Stabilitätsstudien mit dem Rohstoff durchgeführt wurden und du diese damit „nur“ als Anhaltspunkt verwenden kannst. Es ist nichts über die Stabilität in Kombination mit den spezifischen Hilfsstoffen aus dem eingesetzten Fertigarzneimittel bekannt. Denken Sie deshalb über eine Anpassung der Verwendbarkeitsfrist nach.
Ich verlinke Ihnen noch einen weiteren Blogartikel, welcher für Sie in Bezug auf die Suspensionsherstellung aus Fertigarzneimitteln nützlich sein könnte (klicken Sie hier).
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Kann man aus Weichkapseln eine Suspension herstellen? Und ist dies auch mit SyrSpend® SF möglich? Erfahren Sie, unter welchen Bedingungen dies machbar ist und erhalten Sie ein Rezeptur-Beispiel, insbesondere für die Herstellung einer Suspension während eines Lieferengpasses von Pednidan Saft (Ethosuximid).
Bitte beachten Sie, dass die oben aufgeführten Rezepturbeispiele theoretische Überlegungen sind, die als Hilfestellung bei der Recherche für die Plausibilitätsprüfung dienen sollen. Da jede Rezeptur bzw. Plausibilitätsprüfung durch einen Apotheker oder eine Apothekerin freigegeben werden muss, obliegt es diesem/r, zu entscheiden, ob die Rezeptur sinnvoll bzw. plausibel ist. Die Entscheidung liegt somit ausschließlich beim verantwortlichen Apotheker oder bei der verantwortlichen Apothekerin. Die Firma Fagron GmbH übernimmt keine Haftung.
Lidocain-Base Rezepturen: Überwindung der Löslichkeitsproblematik mit 3 bewährten Methoden
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Einer der bekanntesten Vertreter der Lokalanästhetika ist zweifellos Lidocain. Dieser Wirkstoff blockiert die spannungsabhängigen Natriumkanäle der Neuronen und verringert somit die Durchlässigkeit ihrer Membran gegenüber Natriumionen.
Lidocain findet in verschiedenen Formen Anwendung – sei es als Injektion, Gel, Creme, Salbe oder Spray. Es wird zu unterschiedlichen medizinischen Zwecken eingesetzt, unter anderem als Lokalanästhetikum bei kleineren Eingriffen oder in der Zahnmedizin, aber auch als Arzneimittel in der Schmerztherapie, beispielsweise bei neuropathischen Schmerzen.
Zudem wird es bei der Behandlung von Herzrhythmusstörungen verwendet. In diesem Artikel konzentrieren wir uns jedoch auf die dermalen bzw. topischen Darreichungsformen und die Möglichkeiten in der Rezeptur. Oftmals steht man vor der Frage, ob nun die Base oder das Salz verarbeitet werden soll. Welche Verbindung ist also wann die Richtige?
Wann setzte ich Lidocain-Base und wann Lidocain-Hydrochlorid ein?
Als nützliche Eselsbrücke kann man sich merken: Lidocain- Base eignet sich für „geschlossene/intakte“ Haut, während Lidocain-Hydrochlorid (Salz) für „offene“ Haut oder Schleimhäute ideal ist. ( B und G kommen vor H und O im Alphabet)
Die schlechte Wasserlöslichkeit der Base macht es perfekt für Anwendungen, die eine langsame Freisetzung des Wirkstoffs erfordern, insbesondere wenn dieser in nicht-wässrigen Lösungsmitteln oder auf einer Fettbasis gelöst wird. Es kann aber unter gewissen Bedingungen auch in hydrophilen Grundlagen eingearbeitet werden. Die Lidocain-Base findet häufig Verwendung in topischen Formulierungen wie Salben, Cremes und Gelen, besonders wenn eine lang anhaltende Wirkung auf der Haut gewünscht ist. Die langsamere Absorption von Lidocain Base ist bei der lokalen Schmerzlinderung von Vorteil, da sie eine längere Wirkdauer ermöglicht. Oft werden lipophile Grundlagen verwendet, um zusätzlich vom okklusiven Effekt zu profitieren, wodurch das Arzneimittel länger auf der Haut verbleibt und eine verlängerte Wirkung erzielt wird.
Das Salz bzw.Hydrochlorid hingegen hat eine gute Wasserlöslichkeit, weshalb es sich sehr gut für wasserhaltige Rezepturen eignet z.B. Gele, Creme oder Lösungen. Aufgrund der schnellen Absorption ist Lidocain HCl besonders nützlich, wenn eine unmittelbare Wirkung erforderlich ist z.B. bei offenen Wunden oder entzündeten Arealen.
Eigenschaften und Normdosen der Lidocain-Base
Schlecht bzw. praktisch unlöslich in Wasser
Stabil gegen Hitze
Rezeptierbarer pH-Bereich: 4-7
Normdosis: 0,5 – 10 % Erwachsene
Normdosis: 0,5 – 3 % Kinder
Herstellung mit der FagronLab™ TRM Salbenmühle
Wird Lidocain-Base in eine Salbengrundlage, also in eine wasserfreie Zubereitung, eingearbeitet, in der es sich nicht löst, dann kommt die Salbenmühle bzw. der Dreiwalzenstuhl zum Einsatz. Hier liegt Lidocain-Base dann suspendiert vor. Um zu vermeiden, dass der Patient bei der Abgabe ein Peeling erhält, muss die Rezeptur unbedingt über die Salbenmühle oder den Dreiwalzenstuhl verarbeitet werden.
Zunächst kann die Lidocain-Base in der Glasfantaschale vor-zerkleinert werden. Vom Mörsern würde ich jedoch abraten, da es zu einem Wirkstoffverlust kommen kann und Lidocain die Atemwege reizen kann. Hierbei sollte im Hinblick auf die Arbeitssicherheit die Partikelbelastung in der Luft so gering wie möglich gehalten werden.
Deshalb erfolgt die weitere Zerkleinerung mit der Salbenmühle oder dem Dreiwalzenstuhl, da man ohnehin nicht ohne diese auskommt. Es sollten mindestens drei Durchgänge mit der Salbenmühle oder dem Dreiwalzenstuhl erfolgen. Dabei sollte nach jedem Durchlauf die Walzenstellung um eine Einheit verkleinert werden, um ein homogenes Ergebnis zu erzielen. Es könnte zuvor auch ein Rezepturkonzentrat hergestellt werden, gerade bei vermehrter Herstellung.
Rezepturbeispiel
Lidocain 10% in Hydrophobes Basisgel DAC
Lidocain-Base 5,00 g
Hydrophobes Basisgel DAC ad 50,00 g
Die Haltbarkeit sollte aufgrund von möglichem Kristallwachstum bei max. 3 Monaten angesetzt werden und eventuell sollte die Lagerung im Kühlschrank in Erwähnung gezogen werden, dies ist die Empfehlung des Online NRF/DAC.*
Herstellung mit Wärme bzw. dem FagronLab™ PRO-DMS Magnetrührer
Die Lidocain-Base ist hitzestabil und löst sich in der Macrogolsalbe, was diese zu einer geeigneten Option macht, insbesondere wenn man eine Rezeptur mit fester Konsistenz wünscht. Man sollte jedoch bedenken, dass Macrogolsalbe die Haut reizen kann und daher nicht für jeden Patienten geeignet ist. Nichtsdestotrotz lässt sich diese Rezeptur realisieren. Für die Herstellung wird ein Wasserbad oder eine Heizplatte bzw. ein Magnetrührer mit Heizfunktion benötigt.
Zunächst werden alle Grundlagenbestandteile – Macrogol 400, Propylenglykol und Macrogol 4000 – gemischt und dann „geschmolzen“, bis eine klare Flüssigkeit entsteht bei ca. 60°C. In dieser Schmelze wird dann die Lidocain-Base gelöst. Dies kann etwas Zeit in Anspruch nehmen, insbesondere wenn das Lidocain zuvor nicht zerkleinert wurde. Ich habe in meiner Rezeptur darauf verzichtet, da es sich ohnehin löst und ich keinen Wirkstoffverlust riskieren wollte. Zudem kann die Arbeitssicherheit, im Vergleich zur Verarbeitung mit der Salbenmühle oder dem Dreiwalzenstuhl, besser gewährleistet werden.
Nachdem die Lidocain-Base gelöst ist, wird die Salbe kaltgerührt. Die Konsistenz der Salbe kann sich nach dem Erkalten und mit der Zeit noch verändern bzw. fester werden. Diese Rezepturvorschrift statt ursprünglich aus dem niederländischen Formularium.
Haltbarkeitsvergabe würde ich gemäß NRF/DAC Empfehlungen zur Festlegung der Aufbrauchsfrist- Fall 2 durchführen.**
Wenn eine Herstellungsmethode benötigt wird, bei der Lidocain ohne Wärme oder den Einsatz einer Salbenmühle bzw. einem Dreiwalzenstuhl verarbeitet werden soll, besteht die Möglichkeit, ein Eutektikum einzusetzen. Diese Alternative ermöglicht es, Lidocain-Base sogar in wasserhaltige Grundlagen einzuarbeiten und selbstverständlich auch in lipophilen bzw. hydrophoben. Dies ist möglich, wenn Lidocain-Base und Menthol in bestimmten Verhältnissen (1:1) gemischt werden; sie bilden dann eine eutektische Mischung.
Diese Mischung hat einen Schmelzpunkt, der niedriger ist als der von Lidocain-Base oder Menthol allein. Dadurch wird aus zwei „Pulvern“ eine Flüssigkeit, welche sich optimal in Grundlagen emulgieren lässt. Aber Vorsicht, je nach Menge und Grundlage kann die Grundlage sich verflüssigen. Diese Rezepturen sollten aufgrund des Menthols nicht rektal oder auf geschädigten Hautstellen angewendet werden.
Die Verwendbarkeitsfrist würde ich gemäß NRF/DAC Empfehlungen zur Festlegung der Aufbrauchsfrist- Fall 5 vergeben.**
Rezepturbeispiel
Lidocain 4% in Hydrophobe Basiscreme DAC mit Menthol als Eutektikum
In diesem Video habe ich vor allem noch einmal die verschiedenen Konsistenzen miteinander verglichen: drei verschiedene Herstellungsmethoden, drei unterschiedliche Grundlagen für einen Wirkstoff. Lidocain-Base-Rezepturen können vielfältig sein, und gerade im Bereich der Individualrezepturen ergeben sich zahlreiche Optionen.
Quellen
Informationen rund um das Thema Lidocain-Base und Lidocain-Hydrochlorid, wie auch mögliche Rezepturvorschriften können folgenden Quellen entnommen werden:
Kann man aus Weichkapseln eine Suspension herstellen? Und ist dies auch mit SyrSpend® SF möglich? Erfahren Sie, unter welchen Bedingungen dies machbar ist und erhalten Sie ein Rezeptur-Beispiel, insbesondere für die Herstellung einer Suspension während eines Lieferengpasses von Pednidan Saft (Ethosuximid).
Bitte beachten Sie, dass die oben aufgeführten Rezepturbeispiele theoretische Überlegungen sind, die als Hilfestellung bei der Recherche für die Plausibilitätsprüfung dienen sollen. Da jede Rezeptur bzw. Plausibilitätsprüfung durch einen Apotheker oder eine Apothekerin freigegeben werden muss, obliegt es diesem/r, zu entscheiden, ob die Rezeptur sinnvoll bzw. plausibel ist. Die Entscheidung liegt somit ausschließlich beim verantwortlichen Apotheker oder bei der verantwortlichen Apothekerin. Die Firma Fagron GmbH übernimmt keine Haftung.
Eine transdermale Creme in der Apotheke individuell herstellen:
Der Leitfaden zur personalisierten Hormontherapie
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
In einer Zeit, in der das Thema der personalisierte Medizin immer mehr in den Vordergrund tritt, gewinnt besonders die individuelle Hormontherapie zunehmend an Bedeutung. Jeder Mensch ist einzigartig – und so sind auch seine Bedürfnisse, insbesondere wenn es um so sensible Bereiche wie eine Hormontherapie geht. Die Standardmedikation, die oft durch Fertigarzneimittel repräsentiert wird, stößt hierbei regelmäßig an ihre Grenzen. Individuell angepasste Rezepturen bieten hingegen eine maßgeschneiderte Lösung, die den spezifischen Anforderungen jedes Einzelnen gerecht wird.
Die Grenzen der Fertigarzneimittel
Fertigarzneimittel sind für eine breite Masse konzipiert und basieren auf Durchschnittswerten, die nicht immer die individuellen physiologischen Schwankungen der Hormone oder anderer Botenstoffe sowie weitere spezifischen Bedürfnisse eines Einzelnen berücksichtigen. Diese „One-Size-Fits-All“-Ansätze können in vielen Fällen suboptimale Ergebnisse liefern, da sie nicht auf die persönlichen Unterschiede in der Biochemie, Hormonsensitivität und Anwendungsmöglichkeiten der Patienten eingehen.
Vorteile der individuellen Hormontherapie
Fertigarzneimittel sind für eine breite Masse konzipiert und basieren auf Durchschnittswerten, die nicht immer die individuellen physiologischen Schwankungen der Hormone oder anderer Botenstoffe sowie weitere spezifischen Bedürfnisse eines Einzelnen berücksichtigen. Diese „One-Size-Fits-All“-Ansätze können in vielen Fällen suboptimale Ergebnisse liefern, da sie nicht auf die persönlichen Unterschiede in der Biochemie, Hormonsensitivität und Anwendungsmöglichkeiten der Patienten eingehen.
Die Rolle der individualisierten Rezeptur
Individualisierte Rezepturen spielen eine Schlüsselrolle in der maßgeschneiderten Hormontherapie. Apotheken, die sich auf individuelle Rezepturen spezialisiert haben, können Hormonpräparate exakt nach den Vorgaben der behandelnden Ärzte anfertigen. Dies ermöglicht eine flexible Anpassung der Dosierung, die Kombination verschiedener Hormone in einem Präparat oder die Verwendung spezifischer Trägerstoffe, um die Aufnahme und Verträglichkeit zu optimieren.
Rezepturbeispiel für eine bioidentische Progesteron-Creme
Progesteron 3%
Mandelöl oder Propylenglycol q.s.
Pentravan® Transdermale Basiscreme ad 100,00g
Pentravan® Transdermale Basiscreme – das Wirkprinzip
Die Cremegrundlage Pentravan® interagiert durch ihre Zusammensetzung mit der Lipidbarriere des Stratum Corneum und fördert so die Permeation des Wirkstoffes durch die oberen Hautschichten (Quelle: 1, siehe Abbildung). Durch die besondere Zusammensetzung wird die Lipidbarriere nicht ausgewaschen oder zerstört – die Haut bleibt intakt. Eine ausführlichere Erklärung kann dem folgenden Link entnommen werden:
Die wichtigste Fakten zu Pentravan® Transdermale Basiscreme
Alle wichtigen Infos können der Kompatibilitätstabelle entnommen werden. Dort sind u.a. Angaben zu getesteten Wirkstoffen, deren Einsatzkonzentrationen, passenden Anreibemitteln, Stabilitätsdaten der Rezeptur, sowie die Lagerungsbedingungen aufgeführt. Zusätzlich findet man Informationen zu der Grundlage selbst wie z.B. den pH-Wert, Fett-/ und Wassergehalt. Außerdem, welche Ansprüche generell an einen Wirkstoff gestellt werden, wenn dieser transdermal appliziert werden soll.
Das Anreibemittel kann ausgetauscht werden, es wird Ethoxydiglykol und Propylenglykol für die dermale Anwendung empfohlen und Mandelöl für die vaginale Applikation.
Die Patientin soll 2-mal täglich je 60 mg Progesteron auf die Oberschenkelinnenseite auftragen. Verordnet wurde:
Progesteron 3% in Pentravan® 3000 mg (3 g) in 100 g Pentravan® 300 mg (0,3 g) in 10 g Pentravan® 30 mg (0,03 g) in 1 g Pentravan® 60 mg in 2 g Pentravan®
→ 2 g Progesteron 3 % in Pentravan® sollen 2-mal täglich aufgetragen werden.
2 g Creme entsprechen X ml 0,987 g Pentravan® entspricht 1 ml
→ X= 2,0263 ml Progesteron 3 % in Pentravan®
2,00 ml (+/- 5 %) entsprechen damit:
8 Klicks / Viertelumdrehungen beim 35 ml Topi-Click®
4 Klicks / Viertelumdrehungen beim 140 ml Topi-Click®
Herausforderungen und Chancen
Die Umsetzung einer individuellen Hormontherapie stellt sowohl Patienten als auch Ärzte und Apotheker vor neue Herausforderungen. Die Notwendigkeit umfangreicher Voruntersuchungen, die enge Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten und der höhere Zeitaufwand für die Anfertigung individueller Rezepturen erfordern ein hohes Maß an Engagement. Doch die potenziellen Vorteile – eine effektivere, besser verträgliche Behandlung und eine höhere Lebensqualität – rechtfertigen diesen Aufwand.
Fazit
Eine individuelle Hormontherapie bietet eine vielversprechende Alternative zu standardisierten Fertigarzneimitteln. Sie berücksichtigt die Einzigartigkeit jedes Menschen und ermöglicht eine Behandlung, die genau auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Trotz der damit verbundenen Herausforderungen sind die Chancen, die sie bietet, unübersehbar. In einer Zeit, in der personalisierte Ansätze in der Medizin immer wichtiger werden, könnte die individuelle Hormontherapie den Weg für eine neue Ära der Patientenversorgung ebnen.
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Eine mögliche Ursache für eine unerwartete Verdickung der Nitrofurantoin-Suspension könnte auf die makrokristalline Struktur des Wirkstoffes zurückzuführen sein…
Bitte beachten Sie, dass die oben aufgeführten Rezepturbeispiele theoretische Überlegungen sind, die als Hilfestellung bei der Recherche für die Plausibilitätsprüfung dienen sollen. Da jede Rezeptur bzw. Plausibilitätsprüfung durch einen Apotheker oder eine Apothekerin freigegeben werden muss, obliegt es diesem/r, zu entscheiden, ob die Rezeptur sinnvoll bzw. plausibel ist. Die Entscheidung liegt somit ausschließlich beim verantwortlichen Apotheker oder bei der verantwortlichen Apothekerin. Die Firma Fagron GmbH übernimmt keine Haftung.
Schäume – Herstellung einer innovativen Darreichungsform
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Ein Schaum ist eine nicht unbedingt übliche Darreichungsform in der Rezeptur, welche dennoch einige Vorteile mit sich bringt. Schäume eignen sich vor allem auf der Kopfhaut bzw. auf behaarter Haut, welche sonst schwieriger zu behandeln ist. Man sollte diese nicht auf Schleimhäuten und offenen Hautstellen anwenden, da meist Alkohol enthalten ist und natürlich auch Schaumbildner, welche hier Reizungen verursachen können.
Welche Vorteile kann man durch Schäume im Gegensatz zu Lösungen und Cremes erwarten
Leichtere Anwendung, da weniger Gefahr von Augenreizung im Vergleich zu einer Lösung. Lösungen fließen bei einer Anwendung auf der Kopfhaut häufig schnell in die Augen.
Dosierbarkeit in „Pump-Hüben“ und nicht in „mL“, welches sich häufig als herausvordeung darstellt. Aktuell sind nur graduierte Pipetten mit 1 ml Angabe für 100 ml Pipettenflaschen verfügbar.
Verbesserte Wirkstoffverteilung, ein Schaum lässt sich auf großflächig verteilen und auf Grund der Beschaffenheit gleimäßiger als ein Lösung.
Nichtverfügbarkeit von Fertigarzneimittel ausgleichen durch ein „Nachbau“ in der Rezeptur.
Compliance- zieht somit sehr schnell ein und hinterlässt keinen Film.
Rezepturbeispiel
Clobetasolpropionat 0,05% in Espumil™ Lipophiler Basis- Schaum
Hier noch ein paar Fakten zu Espumil™ Lipophiler Basis-Schaum
Espumil ist eine lipohile Grundlage und ist somit etwas sanfter und weniger austrocknend für die Haut als herkömmliche Schaumgrundlagen, welche z.B. nur aus Ethanol oder Isopropanol bestehen.
Frei von Duftstoffen, Farbstoffen, Parabenen, Mineralöl, SLS und 1,4-Dioxan.
(INCI):
Aqua purificata
Alcohol
Propylene glycol (5%)
Lactic acid
Polysorbate 20
Cocamidopropyl betaine
BHT (Butylated hydroxytoluene) (0.02%)
Eigenschaften:
Klare Lösung
Weitgehend geruchlos
pH 1,5-3,5
12 Monate nach Anbruch haltbar
Unter 25°C lager
Das passende Packmittel
Schäume benötigen einen speziellen Schaumspender als Verpackung, damit überhaupt ein Schaum entstehen kann. Wird die Schaumgrundlage durch den Schaumspender ausgegeben vermischt sich die Grundlage mit Luft und kommt als luftiger Schaum aus der Packung. Der Rest der Grundlage verbleibt weiterhin flüssig im Schaumspender und wird nicht aufgeschäumt. Die richtige Verpackung ist essenziell denn ohne den Spender wird die Schaumgrundlage nicht aufgeschäumt ist damit nichts anderes als eine „einfach Lösung“.
Metformin ist ein bewährtes Medikament zur Behandlung von Typ-2-Diabetes, das auch bei anderen Erkrankungen wie dem Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) wirksam ist.
Kann man aus Weichkapseln eine Suspension herstellen? Und ist dies auch mit SyrSpend® SF möglich? Erfahren Sie, unter welchen Bedingungen dies machbar ist und erhalten Sie ein Rezeptur-Beispiel, insbesondere für die Herstellung einer Suspension während eines Lieferengpasses von Pednidan Saft (Ethosuximid).
Eine mögliche Ursache für eine unerwartete Verdickung der Nitrofurantoin-Suspension könnte auf die makrokristalline Struktur des Wirkstoffes zurückzuführen sein…
Bitte beachten Sie, dass die oben aufgeführten Rezepturbeispiele theoretische Überlegungen sind, die als Hilfestellung bei der Recherche für die Plausibilitätsprüfung dienen sollen. Da jede Rezeptur bzw. Plausibilitätsprüfung durch einen Apotheker oder eine Apothekerin freigegeben werden muss, obliegt es diesem/r, zu entscheiden, ob die Rezeptur sinnvoll bzw. plausibel ist. Die Entscheidung liegt somit ausschließlich beim verantwortlichen Apotheker oder bei der verantwortlichen Apothekerin. Die Firma Fagron GmbH übernimmt keine Haftung.
Suspension – Herstellung mit Fertigarzneimitteln bzw. Tabletten als Ausgangsstoff und individueller Viskositätseinstellung
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
In Zeiten von Lieferengpässen bedarf es immer wieder individueller Lösungen u.a. eine Herstellung von nicht standardisierten Suspensionen aus der Apotheken- Rezeptur.
In diesem Artikel soll es sich um die Herstellung einer Ibuprofen 40mg/ml Suspension drehen, als Beispiel wie man mit Fertigarzneimitteln herstellt, welche Quelle man nutzen kann und wie man eine individuelle Plausibilitätsprüfung durchführt, wenn keine Stabilitätsstudien vorhanden sind.
Rezepturbeispiel
Ibuprofen 40mg/ml in SyrSpend® SF PH4 Suspension 100,00ml
Die Herausforderung bei der Verarbeitung von Fertigarzneimittel ist, die Viskosität einzustellen, da in Tabletten u.a. Hilfsstoffe enthalten sind, welche die Viskosität beeinträchtigen, weil diese eventuell nachquellen. Schauen Sie sich dazu die folgende Quelle an.
Aber welche Aspekte sind nun wichtig und welche Quellen kann man zu Rate ziehen?
Welche Quellen stehen zur Verfügung?
Uns liegen keine physiko-chemischen Studien zu Ibuprofen in SyrSpend® SF (alle Varianten) vor. Aber wir haben jeweils eine Suspension aus den nachfolgenden Tabletten hergestellt – mit folgenden Ergebnissen:
10x Ibuprofen 400mg (1A Pharma, Hexal, AL, Beta) Tabletten in SyrSpend® SF PH4 flüssig ad 100,00ml.
Die Viskosität wurde nicht durch den hohen Pulveranteil beeinträchtigt, Suspension ist stabil.
ibutop® 400 mg Schmerztabletten von axicur® funktionieren nicht, da der Hilfsstoffanteil zu hoch ist und es somit zur Veränderung der Dichte kommt.
Bekannte Langzeitstabilität /Ibuprofen 100 mg/5 ml Oral Suspension -FAM
als „Hilfesstelllung zur Festlegung einer Haltbarkeit von 14 Tagen im Kühlschrank“
Welche weiteren Quellen könnten hilfreich sein bei der Recherche?
Pubmed/PubChem
Webseiten/Rezepturvorschrift von Unikliniken
Stabilitätsdaten von anderen Produkten, welche „übertragen“ werden können
Was tun, wenn es nicht schmeckt? Aromatisieren von Suspensionen
SyrSpend® SF gibt es sowohl in aromatisiert, als auch in aromafreien Varianten. Es können Aromen hinzugefügt werden, folgende DAZ-Artikel können hier Hilfesstellung bieten:
„Als Option kommt daher der Zusatz eines Flüssigaromas infrage. Dabei sind Konzentrationen zwischen 0,1 % und 0,5 % denkbar. Möchte das Kind die Suspension nicht einnehmen, kann die jeweilige Einzeldosis auch in eine schmackhafte Flüssigkeit (z. B. Fruchtsaft) gegeben werden.“
Auswahlkriterium für die passende Geschmackssorte:
Metformin ist ein bewährtes Medikament zur Behandlung von Typ-2-Diabetes, das auch bei anderen Erkrankungen wie dem Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) wirksam ist.
Eine mögliche Ursache für eine unerwartete Verdickung der Nitrofurantoin-Suspension könnte auf die makrokristalline Struktur des Wirkstoffes zurückzuführen sein…
Bitte beachten Sie, dass die oben aufgeführten Rezepturbeispiele theoretische Überlegungen sind, die als Hilfestellung bei der Recherche für die Plausibilitätsprüfung dienen sollen. Da jede Rezeptur bzw. Plausibilitätsprüfung durch einen Apotheker oder eine Apothekerin freigegeben werden muss, obliegt es diesem/r, zu entscheiden, ob die Rezeptur sinnvoll bzw. plausibel ist. Die Entscheidung liegt somit ausschließlich beim verantwortlichen Apotheker oder bei der verantwortlichen Apothekerin. Die Firma Fagron GmbH übernimmt keine Haftung.