DiluCap – BCS System

DiluCap – Das BCS-System

Inhaltsverzeichnis


Was ist das BCS – Biopharmazeutisches Klassifizierungssystem?

Das Biopharmazeutische Klassifizierungssystem (BCS, engl. Biopharmaceutics Classification System) ist ein wissenschaftliches Modell zur Einordnung von Arzneistoffen basierend auf zwei zentralen physikochemischen Eigenschaften: Löslichkeit und Permeabilität. Es wurde in den 1990er-Jahren entwickelt, um die orale Bioverfügbarkeit von Arzneistoffen besser vorhersagen zu können – also wie gut ein Wirkstoff nach der Einnahme über den Magen-Darm-Trakt ins Blut gelangt.

Das BCS dient heute als wertvolles Hilfsmittel in der pharmazeutischen Forschung und Entwicklung sowie bei der regulatorischen Bewertung von Generika. Es unterstützt unter anderem die Entscheidung, ob klinische Bioäquivalenzstudien notwendig sind oder durch sogenannte Biowaiver ersetzt werden können.

BCS-Klassen im Überblick

Das BCS teilt Arzneistoffe in vier Klassen ein, basierend auf der Kombination von hoher/niedriger Löslichkeit und hoher/niedriger Permeabilität. Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht:

BCS-Klasse Löslichkeit Permeabilität Beschreibung Wirkstoffbeispiele
I Hoch Hoch Gut löslich und gut permeabel → schnelle und nahezu vollständige Resorption.

Diese Wirkstoffe haben wenig Probleme mit der Bioverfügbarkeit und stellen daher nur geringe Anforderungen an die
Wahl des Hilfsstoffs

Buspiron, Clonidinhydrochlorid,

Escitalopram, Metoprololtartrat, Verapamilhydrochlorid

II Niedrig Hoch Löslichkeit begrenzt → Auflösung ist limitierender Faktor

Bei diesen Stoffen stellt die Auflösung den begrenzenden Faktor für eine gute Resorption dar.
Daher wird empfohlen, zusätzlich
zur Verwendung von Benetzungs- und Zerfallshilfsmitteln
Hilfsstoffe zu wählen, die die Auflösung fördern.

Carvedilol, Diclofenac-Natrium,

Risperidon, Ursodesoxycholsäure

III Hoch Niedrig Gute Löslichkeit, aber begrenzte Aufnahme durch Darmwand –> Permeabilität ist limitierender Faktor

Die geringe Permeabilität der Wirkstoffe führt zu einer begrenzten Resorptionsrate.

Aciclovir, Benserazid,

Methotrexat, Tetracyclinhydrochloird

IV Niedrig Niedrig Schlechte Löslichkeit und Permeabilität → problematische orale Bioverfügbarkeit

Durch eine geringe Löslichkeit und eine geringe Permeabilität sind diese Wirkstoffe schlecht oral bioverfügbar.

Allopurinol, Doxycyclin,

Nitrofurantoin, Oxcarbazepin

  • Löslichkeit: Ein Arzneistoff gilt als „hoch löslich“, wenn sich die höchste therapeutische Dosis in 250 ml wässriger Lösung bei einem pH-Bereich von 1 bis 6,8 vollständig löst.

  • Permeabilität: Ein Wirkstoff ist „hoch permeabel“, wenn mindestens 85 % der verabreichten Dosis im Dünndarm absorbiert werden.

  • Die Einteilung erleichtert die Auswahl geeigneter Galenikstrategien und kann Kosten in der Arzneimittelentwicklung reduzieren – besonders durch Biowaiver-Verfahren für Klasse-I- und teilweise Klasse-III-Wirkstoffe.

FDA Guidance for Industry – Waiver of In Vivo Bioavailability and Bioequivalence Studies for Immediate-Release Solid Oral Dosage Forms Based on a Biopharmaceutics Classification System

EMA Guideline on the Investigation of Bioequivalence

Amidon, G.L., Lennernäs, H., Shah, V.P., Crison, J.R. (1995): A theoretical basis for a biopharmaceutic drug classification: the correlation of in vitro drug product dissolution and in vivo bioavailability

DiluCap SLD

DiluCap SLD ist für lösliche Wirkstoffe
(BCS I und III) bestimmt und fördert den angemessenen Zerfall des Wirkstoffs. Um eine optimale Wirkung des Hilfsstoffs in der Formulierung
zu erzielen, wird empfohlen, mindestens 30 % des gefüllten Kapselvolumens einzusetzen.

DiluCap PSD

DiluCap PSD eignet sich besonders für schwerlösliche Wirkstoffe (BCS II und IV), da es den Zerfall und die Auflösung des Wirkstoffs begünstigt. Für eine optimale Leistung des Hilfsstoffs in der Formulierung wird empfohlen, dass die verwendete Menge mindestens 30 % des Füllvolumens der Kapsel ausmacht.

DiluCap SR

DiluCap SR wird in Formulierungen verwendet, die eine modifizierte Freisetzung (langsame Freisetzung) erfordern, bei der die Zerfalls- und Freisetzungsgeschwindigkeit des Wirkstoffs verringert wird, entweder um die therapeutische Wirkung zu verlängern oder um mögliche Nebenwirkungen zu minimieren. Um eine ausreichende Wirkung zu erzielen, müssen mindestens 40 % des Kapselvolumens aus DiluCap SR bestehen. Es wird empfohlen, ausschließlich Kapseln mit einer Größe von 1 oder größer zu verwenden.

DiluCap Hygro

DiluCap Hygro ist für hygroskopische oder zerfließende Wirkstoffe bestimmt.  DiluCap Hygro reduziert die Wasseraufnahme aus der äußeren Umgebung, die Deliqueszenz
und die Bildung eutektischer Gemische. Für eine optimale Leistung wird empfohlen, dass die verwendete Menge mindestens 50 % des Volumens der Formulierung ausmacht.

DiluCap Antioxi

DiluCap Antioxi ist besonders nützlich für Wirkstoffe, die anfällig für Oxidation sind, indem es die oxidativen Prozesse und den anschließenden chemischen Abbau reduziert. Es wird empfohlen, dass die verwendete Menge mindestens 30 % (und idealerweise 50 %) des gefüllten Volumens
der Kapsel ausmacht.

DiluCap OD

Für orodispersible Wirkstoffe (Sprinkle-Kapseln) oder Wirkstoffe, die für die sublinguale Verabreichung geeignet sind und eine schnelle transmukosale Permeation fördern. Um eine bessere Wirkung des Hilfsstoffs in der Formulierung zu
erzielen, wird empfohlen, dass die verwendete Menge mindestens 50 % des Füllvolumens der Kapsel ausmacht.


DiluCap – BCS System


DiluCap – BCS System


DiluCap – BCS System


DiluCap – BCS System


DiluCap – BCS System


DiluCap – BCS System


DiluCap – BCS System


DiluCap – BCS System

Prüfvorschriften für Produkte der TrichoConcept™ Reihe

Stand: September 2024
Nutzen Sie unsere Prüfanweisung für die Ausgangstoffprüfung in Ihrer Apotheke.

Inhaltsverzeichnis


TrichoCond™

1. Aussehen, Geruch, Mischbarkeit mit Wasser
Die Bestimmung des Aussehens und des Geruchs erfolgt visuell bzw. olfaktorisch. Für die Mischbarkeit mit Wasser wird das Produkt zu gleichen Teilen mit Aqua purificata versetzt und visuell auf das Entstehen einer homogenen Mischung bzw. einer Phasentrennung geprüft.

  • Aussehen: weiße Creme
  • Geruch: Nach ätherischen Ölen
  • Mischbarkeit mit Wasser: Mit Wasser unter leichter Schaumbildung mischbar.

2. pH-Wert (potentiometrisch nach Ph. Eur. 2.2.3)
Die Bestimmung erfolgt mit einer kalibrierten Glaselektrode. Falls diese nicht zur Verfügung steht kann auch ein Teststäbchen genutzt werden.

  • pH-Wert (potentiometrisch nach Ph. Eur. 2.2.3): 4,0 – 4,5 [20 °C]
    pH-Wert (mit Teststäbchen)*:  4,0 – 4,5 [20°C]
    *Anmerkung: Das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker empfiehlt Apotheken generell, für die pH-Wert-Bestimmung ohne Elektrode pH-lndikatorstäbchen mit möglichst kleiner Graduierung und engem pH-Bereich einzusetzen.

3. Prüfung auf nichtionische Emulgatoren
50 mg Zubereitung werden in einem Reagenzglas mit 0,1 ml einer wässrigen Lösung von Methylenblau R (1,5 g/l), 2 ml verdünnter Schwefelsäure R und 2 ml Dichlormethan R versetzt. Nach kräftigem Schütteln ist die obere Phase intensiver blau gefärbt als die untere.

TrichoCream™

1. Aussehen, Geruch, Mischbarkeit mit Wasser
Die Bestimmung des Aussehens und des Geruchs erfolgt visuell bzw. olfaktorisch. Für die Mischbarkeit mit Wasser wird das Produkt (0,5 g) mit 10 ml mit Aqua purificata versetzt, gründlich verrührt und und visuell auf das Entstehen einer homogenen Mischung bzw. einer Phasentrennung geprüft.

  • Aussehen: Helle, weißliche Creme
  • Geruch: Nach ätherischen Ölen
  • Mischbarkeit mit Wasser: Gleichmäßig trübe, milchige Mischung

2. pH-Wert (potentiometrisch nach Ph. Eur. 2.2.3)
Die Bestimmung erfolgt mit einer kalibrierten Glaselektrode. Falls diese nicht zur Verfügung steht kann auch ein Teststäbchen genutzt werden.

  • pH-Wert (potentiometrisch nach Ph. Eur. 2.2.3): 5,0-6,0 [20 °C]
    pH-Wert (mit Teststäbchen)*:  5,0 – 6,0 [20°C]
    *Anmerkung: Das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker empfiehlt Apotheken generell, für die pH-Wert-Bestimmung ohne Elektrode pH-lndikatorstäbchen mit möglichst kleiner Graduierung und engem pH-Bereich einzusetzen.

3. Prüfung auf Lecithin
0,2 g Substanz werden mit 3 ml Ethanol 96 % R 2 min lang erwärmt, anschließend wird die noch warme Mischung filtriert.
0,5 ml Filtrat werden in einem Reagenzglas mit der Lösung von 1 mg Vanillin R in 2 ml Ethanol 96 % R gemischt.
Das Reagenzglas wird schräg gehalten und die Lösung vorsichtig mit etwa 2 ml Schwefelsäure R unterschichtet.
An der Berührungsfläche der beiden Schichten bildet sich ein roter Ring. Nach vorsichtigem Schwenken färbt sich die obere Phase rötlich, die Berührungsfläche tief rubinrot.

4. Prüfung auf nichtionische Emulgatoren
50 mg Zubereitung werden in einem Reagenzglas mit 0,1 ml einer wässrigen Lösung von Methylenblau R (1,5 g/l), 2 ml verdünnter Schwefelsäure R und 2 ml Dichlormethan R versetzt. Nach kräftigem Schütteln ist die obere Phase intensiver blau gefärbt als die untere.

TrichoFoam™

1. Aussehen, Geruch, Mischbarkeit mit Wasser
Die Bestimmung des Aussehens und des Geruchs erfolgt visuell bzw. olfaktorisch. Für die Mischbarkeit mit Wasser wird das Produkt (0,5 g) mit 10 ml mit Aqua purificata versetzt, gründlich verrührt und und visuell auf das Entstehen einer homogenen Mischung bzw. einer Phasentrennung geprüft.

  • Aussehen: leicht gelbliche, trübe Flüssigkeit
  • Geruch: Nach ätherischen Ölen
  • Mischbarkeit mit Wasser: mit Wasser mischbar

2. pH-Wert (potentiometrisch nach Ph. Eur. 2.2.3)
Die Bestimmung erfolgt mit einer kalibrierten Glaselektrode. Falls diese nicht zur Verfügung steht kann auch ein Teststäbchen genutzt werden.

  • pH-Wert (potentiometrisch nach Ph. Eur. 2.2.3): 1,5-2,5 [20 °C]
    pH-Wert (mit Teststäbchen)*:  1,5-2,5 [20°C]
    *Anmerkung: Das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker empfiehlt Apotheken generell, für die pH-Wert-Bestimmung ohne Elektrode pH-lndikatorstäbchen mit möglichst kleiner Graduierung und engem pH-Bereich einzusetzen.

3. Dichte
Die Bestimmung erfolgt mit einem kalibrierten Glaspyknometer (Volumen 10 mL) bei 20,0 °C. Zunächst wird das leere Pyknometer gewogen. Danach wird die Masse des mit Wasser befüllten Pyknometers bestimmt und dann die Masse des mit Produkt befüllten Pyknometers. Aus den erhaltenen Werten werden die absolute sowie die relative Dichte ermittelt.

  • Dichte, Absolute: 0,990-1,030 g/ml [20 °C]
    Dichte, Relative: 1,018-1,028 g/ml [20°C]

TrichoOil™

1. Aussehen, Geruch, Mischbarkeit mit Wasser
Die Bestimmung des Aussehens und des Geruchs erfolgt visuell bzw. olfaktorisch. Für die Mischbarkeit mit Wasser wird das Produkt zu gleichen Teilen mit Aqua purificata versetzt und visuell auf das Entstehen einer homogenen Mischung bzw. einer
Phasentrennung geprüft.

  • Aussehen: gelbes, klares Öl
  • Geruch: Nach ätherischen Ölen
  • Mischbarkeit mit Wasser: 2 Phasen bilden sich aus

2. Dichte
Die Bestimmung erfolgt mit einem kalibrierten Glaspyknometer (Volumen 10 mL) bei 20,0 °C. Zunächst wird das leere Pyknometer gewogen. Danach wird die Masse des mit Wasser befüllten Pyknometers bestimmt und dann die Masse des mit Produkt befüllten Pyknometers. Aus den erhaltenen Werten werden die absolute sowie die relative Dichte ermittelt.

  • Dichte, Absolute: 0,850-0,950 g/ml [20 °C]

3. Löslichkeit in verschiedenen Medien
Für die Ermittlung der Löslichkeit werden 0,5ml Probe mit 0,5ml Lösungsmittel vermischt:

  • Wasser: Unlöslich
  • Ethanol: Unlöslich
  • Hexan: Löslich

4. Brechungsindex (nach Ph.Eur. 2.2.6)

Die Bestimmung erfolgt mit einem kalibrierten Refraktometer bei 20,0 °C

1,465-1475 [20°C]

TrichoSol™

1. Aussehen, Geruch, Mischbarkeit mit Wasser
Die Bestimmung des Aussehens und des Geruchs erfolgt visuell bzw. olfaktorisch. Für die Mischbarkeit mit Wasser wird das Produkt zu gleichen Teilen mit Aqua purificata versetzt und visuell auf das Entstehen einer homogenen Mischung bzw. einer Phasentrennung geprüft

  • Aussehen: gelbliche, leicht opaleszierende Flüssigkeit
  • Geruch: Nach ätherischen Ölen
  • Mischbarkeit mit Wasser: Mit Wasser mischbar

2. pH-Wert (potentiometrisch nach Ph. Eur. 2.2.3)
Die Bestimmung erfolgt mit einer kalibrierten Glaselektrode. Falls diese nicht zur Verfügung steht kann auch ein Teststäbchen genutzt werden.

  • pH-Wert (potentiometrisch nach Ph. Eur. 2.2.3): 1,5-2,5 [20 °C]
    pH-Wert (mit Teststäbchen)*:  1,5-2,5 [20°C]
    *Anmerkung: Das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker empfiehlt Apotheken generell, für die pH-Wert-Bestimmung ohne Elektrode pH-lndikatorstäbchen mit möglichst kleiner Graduierung und engem pH-Bereich einzusetzen.

3. Dichte

Die Bestimmung erfolgt mit einem kalibrierten Glaspyknometer (Volumen 10 mL) bei 20,0 °C. Zunächst wird das leere Pyknometer gewogen. Danach wird die Masse des mit Wasser befüllten Pyknometers bestimmt und dann die Masse des mit Produkt befüllten Pyknometers. Aus den erhaltenen Werten werden die absolute sowie die relative Dichte ermittelt.

    • Dichte, Absolute: 0,990-1,030 g/ml [20 °C]
      Dichte, Relative: 1,018-1,028 g/ml [20°C]

4. Brechungsindex (nach Ph.Eur. 2.2.6)

Die Bestimmung erfolgt mit einem kalibrierten Refraktometer bei 20,0 °C
1,346-1,348 [20°C]

TrichoWash™

1. Aussehen, Geruch, Mischbarkeit mit Wasser
Die Bestimmung des Aussehens und des Geruchs erfolgt visuell bzw. olfaktorisch. Für die Mischbarkeit mit Wasser wird das Produkt zu gleichen Teilen mit Aqua purificata versetzt und visuell auf das Entstehen einer homogenen Mischung bzw. einer Phasentrennung geprüft

  • Aussehen: weißes bis leicht gelbliches Gel
  • Geruch: Nach ätherischen Ölen
  • Mischbarkeit mit Wasser: Mit Wasser unter Schaumbildung mischbar

2. pH-Wert (potentiometrisch nach Ph. Eur. 2.2.3)
Die Bestimmung erfolgt mit einer kalibrierten Glaselektrode. Falls diese nicht zur Verfügung steht kann auch ein Teststäbchen genutzt werden.

  • pH-Wert (potentiometrisch nach Ph. Eur. 2.2.3): 5,7-6,2 [20 °C]
    pH-Wert (mit Teststäbchen)*:  5,7-6,2 [20°C]
    *Anmerkung: Das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker empfiehlt Apotheken generell, für die pH-Wert-Bestimmung ohne Elektrode pH-lndikatorstäbchen mit möglichst kleiner Graduierung und engem pH-Bereich einzusetzen.

3. Nachweis auf anionische Tenside

0,5 mL Lösung bilden beim Schütteln mit 10 mL Wasser R reichlich Schaum. 0,1 mL dieser Lösung werden in einem engen Reagenzglas mit 0,1 mL einer wässrigen Lösung von
Methylenblau R (1,5 g · L–1), 2 mL verdünnter Schwefelsäure R und 2 mL Dichlormethan R versetzt. Nach kräftigem Schütteln ist die untere Phase intensiver blau gefärbt als die obere.


DiluCap – BCS System