Suspension herstellen aus Weichkapseln?
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Verarbeitung von Weichkapseln in SyrSpend® SF – Ein Leitfaden
Die Verarbeitung von Weichkapseln in SyrSpend® SF stellt eine besondere Herausforderung dar, da bislang keine spezifischen Daten zur Stabilität und Eignung vorliegen. In diesem Artikel beleuchten wir die wichtigsten Aspekte und geben praktische Hinweise, wie Sie dennoch sicher und effizient arbeiten können.
Grundlegende Empfehlungen
Grundsätzlich sind Weichkapseln nicht unbedingt die ideale Darreichungsform für die Weiterverarbeitung zu einer Suspension. Aufgrund der potenziellen Herausforderungen wie ungleichmäßiger Wirkstoffverteilung, Aufrahmung oder Materialeigenschaften der Kapselhülle sollte – sofern kein Rohstoff verfügbar ist – bevorzugt auf Injektionslösungen, Tabletten oder Hartkapseln mit Pulverfüllung zurückgegriffen werden. Diese Alternativen bieten als Quelle für den Wirkstoff eine stabilere Basis für die Herstellung von Suspensionen und minimieren das Risiko von Qualitätsmängeln oder Verlusten während des Herstellungsprozesses.
Dennoch können unter bestimmten Bedingungen Weichkapseln ebenfalls verarbeitet werden. Dafür müssen jedoch spezifische Parameter beachtet werden, um die Qualität und Sicherheit der Suspension sicherzustellen.
Hier gilt: Da keine Stabilitätsdaten verfügbar sind, sollte die Haltbarkeit des hergestellten Produkts stark eingeschränkt werden. Eine Orientierung bieten hierbei Fall 5 des NRF/DAC max. 4 Wochen oder die Vorgaben der USP <795> max. 35 Tage.
Wichtig: Die hier vorgestellten Verarbeitungsschritte basieren auf theoretischen Überlegungen und sind nicht durch Studien validiert. Eine umfassende Plausibilitätsprüfung und Risikobewertung vor Beginn der Verarbeitung ist daher unabdingbar.
Vorteile der SyrSpend® SF Pulver-Varianten
Für eine sicherere Verarbeitung mit Fertigarzneimitteln wird die Verwendung der Pulver-Varianten von SyrSpend® SF empfohlen. Diese eignen sich in diesen Fällen oft besser, siehe die vergleichbaren Rezepturen mit Injektionslösungen.

SyrSpend®SF PH4 Pulver

SyrSpend® SF PH4 NEO
Wichtige Aspekte bei der Verarbeitung
Medium des Wirkstoffs in der Weichkapsel
- Wasserlösliche Medien (z. B. Glycerol):
Diese lassen sich in der Regel problemlos weiterverarbeiten. Hydrophile Weichkapseln eignen sich theoretisch recht gut für eine Weiterverarbeitung in wässrige Medien. - Ölige Medien (z. B. mittelkettige Triglyceride):
Bei lipophilen Weichkapseln kann es in wasserbasierten Medien zu einer Aufrahmung und damit zu einer ungleichmäßigen Wirkstoffverteilung kommen. Sie sind daher für die Verarbeitung weniger gut geeignet.
Wirkstoffzustand in der Kapsel
- Suspendierter Wirkstoff:
Geeignet, da der Wirkstoff nicht vollständig gelöst ist und eine gleichmäßige Verteilung in einer Suspension leichter erreicht werden kann. - Gelöster Wirkstoff:
- In wasserlöslichen Medien gut verteilbar und damit theoretisch gut einsetzbar.
- In öligen Lösungen kann es bei der Verarbeitung in wässrigen Medien zu Aufrahmung kommen, was eine gleichmäßige Verteilung erschwert, da der Wirkstoff hauptsächlich in der öligen Phase vorliegen wird.
Material der Kapselhülle
- Wasserlösliche Weichkapselhüllen:
Diese sind theoretisch für die Verarbeitung geeignet. - Kapseln mit modifizierter Freisetzung:
Nicht geeignet, da sie ihre spezielle Freisetzungseigenschaft in SyrSpend® SF und anderen Suspensionsmedien verlieren.
Thermische Stabilität des Wirkstoffs
- Thermisch stabil:
Die Weichkapseln können in diesem Fall bei maximal 80°C in warmem Wasser aufgelöst werden. Eine genaue Überwachung der Temperatur ist hierbei entscheidend. Ebenfalls sollte auf den Ausgleich von Verdunstungsverlusten geachtet werden. - Nicht thermisch stabil:
Die Weichkapseln müssen aufgestochen und der Inhalt herausgedrückt werden. Dabei ist zu beachten, dass es zu Verlusten kommen kann. Daher sollte der Kapselinhalt genau berechnet und ein ausreichend hoher Rezepturzuschlag eingeplant werden.
Verarbeitungsschritte bei thermisch stabilen Wirkstoffen
Auflösen der Kapseln:
Die benötigte Menge an Kapseln wird in warmem Wasser (max. 80°C) gelöst. Die Temperatur sollte kontinuierlich überwacht werden.
Abkühlen und Kontrolle:
Nach dem Auflösen wird die Lösung auf Raumtemperatur abgekühlt. Verdunstungsverluste müssen ausgeglichen werden.
Qualitätsprüfung:
Die Lösung sollte niedrigviskos sein (ähnlich wie Wasser oder nur leicht dickflüssiger). Es dürfen keine Agglomerate oder starke Trübungen vorhanden sein.
Herstellung der Suspension:
- Die hergestellte Lösung kann analog zur Herstellung mit Injektionslösungen mit SyrSpend® SF verwendet werden. Dabei wird das benötigte Wasser oder die Injektionslösung durch die Kapsellösung ersetzt.
- Dosierung: Die Konzentration und Stärke der Suspension müssen korrekt berechnet werden.
Hinweis: Es können keine höheren Konzentrationen in der Suspension erreicht werden, als die ursprüngliche Lösung aufweist. Ein Aufkonzentrieren ist nicht möglich.
Herstellung von Suspensionen aus Fertigarzneimitteln
Lieferengpass: Ethosuximid bzw. Petnidan® Saft 50 mg/ml
Beim aktuellen Lieferengpass von Ethosuximid (Petnidan® AFT 50 mg/ml) stellt die Herstellung einer Suspension aus Weichkapseln eine mögliche Alternative dar. Eine Rezepturvorschrift für Suspension Ethosuximid 25 mg/mL kann dem Online DAC/NRF entnommen werden, wie auch weitere Hinweise zu Ethosuximid.
Wirkstoffprofil:
- Thermostabil
Weichkapseln löslich in Wasser bei 80°C – Information von Desitin Arzneimittel GmbH -
pH 5-6,5
Ethosuximide Oral Solution: Package Insert / Prescribing Info - Leicht löslich in Wasser
Ph.Eur. 11.0/0764/ Ethosuximid
Rezepturvorschrift NRF
Hinweise zum Wirkstoff
Drugs.com
Ph.Eur.
Fertigarzneimittel:
Fachinformation von Petnidan®/Petnidan® Saft
Aromen:
Den meisten Ethosuximid-Säften sind Karamell- oder Sahnearomen zugesetzt. Es sollte eventuell bedacht werden, ob auch der Rezeptur ein Aroma hinzugefügt werden sollte, um die Compliance zu verbessern. Diese Geschmacksrichtung wird häufig bei Wirkstoffen mit alkalischem, salzigem oder süßem Geschmack eingesetzt.
Hierzu kann folgender Artikel zu Rate gezogen werden: INTERPHARM 2023: Rezepturen: Welches Aroma passt zu welchem Wirkstoff-Geschmack?
„Hier liefert das „Formularium paediatricum“ eine Übersicht:
- Sauer schmeckende Wirkstoffe werden besonders gut durch Kirsch-, Zitrone-, Limetten-, Mandarinen-, Orangen- oder Erdbeergeschmack maskiert.
- Ein alkalischer Geschmack kann von Banane, Karamell, Kirsche, Lakritz, Maracuja und Pfirsich überdeckt werden.
- Schmeckt es bitter, helfen Kirsch-, Schokolade-, Grapefruit-, Lakritz-, Erdbeer-, Pfirsich-, Himbeer- und Tutti-Frutti-Aromen.
- Salziges wird am besten mit Karamell-, Grapefruit-, Zitronen-, Orangen- und Vanille-Aroma kombiniert.
- Und sogar für süße Wirkstoffe gibt es Aroma-Stoffe, die man empfehlen kann: Banane, Karamell, Sahne, Schokolade, Traube und Vanille.“
Rezepturbeispiel
Online DAC/NRF Rezepturfinder: Ethosuximid-Suspension 25 mg/mL
Ethosuximid Weichkapseln 250 mg 10 Stück
Methyl-4-hydroxybenzoat-Lösung 0,2% zu 102,0g/ 100ml
Quelle
Kann auch eine Ethosuximid-Suspension 50 mg/mL hergestellt werden?
Das DAC/NRF empfiehlt dies nicht.
Zitat: „Die Wirkstoffkonzentration wurde im Vergleich zum Fertigarzneimittel von 50 mg/mL (2) auf 25 mg/mL reduziert. Grund dafür ist, dass im durchgeführten Testversuch die hergestellte Suspension mit 50 mg/mL, aus aufgelösten Ethosuximid-Weichkapseln hergestellt, nach einem Tag bei Temperaturen unter 20 °C gelierte und sich nicht mehr aufschütteln ließ. Die Suspension mit 25 mg/mL hingegen blieb auch nach mehreren Tagen Standzeit gut aufschüttelbar.“
(2) Desitin Arzneimittel GmbH, Fachinformation: Petnidan®/Petnidan® Saft (Stand: Dezember 2016).
Referenzen
DAC/NRF: Rezepturhinweise-Datenbank – Ethosuximid
Kann eine Ethosuximid-Suspension 25 mg/mL mit SyrSpend® SF hergestellt werden?
Leider liegen uns bisher noch keine Ergebnisse über die Stabilität und Kompatibilität von Ethosuximid in SyrSpend® SF vor.
Eine Herstellung wäre im Rahmen einer Plausibilitätsprüfung und Risk Assessment des verantwortlichen Apothekers zu ermitteln, hierzu kann die Arbeitshilfen Plausibilitätsprüfung und Herstellung aus Fertigarzneimitteln genutzt werden.
Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, teile ihn gerne mit deinen Kollegen:
Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Print
Email
Weitere interessante Blogartikel
Suspension – Herstellung mit Fertigarzneimitteln
Suspension – Herstellung mit Fertigarzneimmitteln bzw. Tabletten als Ausgangsstoff und individueller Viskositätseinstellung
Zum Blogartikel »
Rezepturblog
Metformin: Eine Lösung bei PCOS ? – individuelle Therapieansätze als Kapseln und Creme
Metformin ist ein bewährtes Medikament zur Behandlung von Typ-2-Diabetes, das auch bei anderen Erkrankungen wie dem Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) wirksam ist.
Zum Blogartikel »
Rezepturblog
Suspension herstellen aus Weichkapseln?
Kann man aus Weichkapseln eine Suspension herstellen? Und ist dies auch mit SyrSpend® SF möglich? Erfahren Sie, unter welchen Bedingungen dies machbar ist und erhalten Sie ein Rezeptur-Beispiel, insbesondere für die Herstellung einer Suspension während eines Lieferengpasses von Pednidan Saft (Ethosuximid).
Haftungsausschluss:
Bitte beachten Sie, dass die oben aufgeführten Rezepturbeispiele theoretische Überlegungen sind, die als Hilfestellung bei der Recherche für die Plausibilitätsprüfung dienen sollen. Da jede Rezeptur bzw. Plausibilitätsprüfung durch einen Apotheker oder eine Apothekerin freigegeben werden muss, obliegt es diesem/r, zu entscheiden, ob die Rezeptur sinnvoll bzw. plausibel ist. Die Entscheidung liegt somit ausschließlich beim verantwortlichen Apotheker oder bei der verantwortlichen Apothekerin. Die Firma Fagron GmbH übernimmt keine Haftung.
Low-Dose Naltrexon: Rezepturen & Einsatzmöglichkeiten
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
In diesem Blogbeitrag widmen wir uns einem spannenden Thema aus der Apothekenwelt: dem Off-Label-Einsatz von niedrig dosiertem Naltrexon (Low-Dose Naltrexon, LDN). Wir erklären, was Naltrexon ist, wie es über seine ursprünglichen Anwendungsbereiche hinaus verwendet werden kann und welche Rolle es in der pharmazeutischen Praxis spielt.
Was ist Naltrexon?
Naltrexon ist ein langwirksamer Opioidantagonist, der ursprünglich zur Behandlung von Alkohol- und Opioidabhängigkeit entwickelt wurde und dafür auch heute noch hauptsächlich eingesetzt wird. In den letzten Jahren wurde jedoch entdeckt, dass Naltrexon in niedrigen Dosierungen (Low-Dose Naltrexon, LDN) auch positive Effekte bei der Behandlung anderer Erkrankungen haben kann. Dies schließt insbesondere die Schmerztherapie sowie die Behandlung von Autoimmunerkrankungen mit ein, wodurch sich die Anwendungsmöglichkeiten deutlich erweitert haben.
Low-Dose Naltrexon: Ein Überblick
Low-Dose Naltrexon wird in Dosierungen von 0,5 mg bis 4,5 mg pro Tag verwendet. Diese niedrigen Dosierungen unterscheiden sich in ihrem Einsatzgebieten und Effekten erheblich von den höheren Dosen, die in der Suchttherapie (Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 25 mg, gefolgt von 50 mg täglich als Erhaltungsdosis.) eingesetzt werden. In niedrigen Dosen, also als LDN hat es eine verkürzte Wirkung auf die Opioidrezeptoren im Körper, was unter anderem zu einer verbesserten Endorphinausschüttung führen kann. Dies ist besonders nützlich in der Schmerztherapie und könnte auch das Immunsystem positiv beeinflussen. In diesen Übersichtsarbeiten finden sich weitere Informationen:
Younger J, Parkitny L, McLain D. (2014): Dieser Übersichtsartikel bietet einen umfassenden Überblick über die Wirkungsmechanismen und den Einsatz von LDN in verschiedenen klinischen Bereichen.
Anwendungen von Low-Dose Naltrexon im Off-Label Use
LDN wird off-label zur Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt, darunter bei:
Fibromyalgie-Syndrom
Studie: Younger J, Mackey S. „Fibromyalgia symptoms are reduced by low-dose naltrexone: a pilot study.“ Pain Medicine. 2009;10(4):663-672.
Fibromyalgia symptoms are reduced by low-dose naltrexone: a pilot study – PubMed (nih.gov)
Studie: Younger J, Noor N, McCue R, Mackey S. „Low-dose naltrexone for the treatment of fibromyalgia: findings of a small, randomized, double-blind, placebo-controlled, counterbalanced, crossover trial assessing daily pain levels.“ Arthritis & Rheumatism. 2013;65(2):529-538.
Studie: Niedrig dosiertes Naltrexon zur Behandlung der Fibromyalgie: Vom Paradoxon eines Opioidantagonisten in der Schmerztherapie.Michael A. Überall und Silvia Maurer. Schmerzmedizin, 2023; 39(3): 46–49
Niedrig dosiertes Naltrexon zur Behandlung der Fibromyalgie – PMC (nih.gov)
Multiple Sklerose
Studie: Gironi M, Martinelli-Boneschi F, Sacerdote P, et al. „A pilot trial of low-dose naltrexone in primary progressive multiple sclerosis.“ Multiple Sclerosis. 2008;14(8):1076-1083.
A pilot trial of low-dose naltrexone in primary progressive multiple sclerosis – PubMed (nih.gov)
Studie: Cree BA, Kornyeyeva E, Goodin DS. „Pilot trial of low-dose naltrexone and quality of life in multiple sclerosis.“ Annals of Neurology. 2010;68(2):145-150.
Pilot trial of low-dose naltrexone and quality of life in multiple sclerosis – PubMed (nih.gov)
Studie: Raknes G, Småbrekke L (2017) Low dose naltrexone in multiple sclerosis: Effects on medication use. A quasi-experimental study. PLOS ONE 12(11): e0187423.
Low dose naltrexone in multiple sclerosis: Effects on medication use. A quasi-experimental study
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
Studie: Smith JP, Stock H, Bingaman S, Mauger D, Rogosnitzky M, Zagon IS. „Low-dose naltrexone therapy improves active Crohn’s disease.“ American Journal of Gastroenterology. 2007;102(4):820-828.
Low-dose naltrexone therapy improves active Crohn’s disease – PubMed (nih.gov)
Studie: Smith JP, Bingaman SI, Ruggiero F, Mauger DT, Mukherjee A, McGovern CO. „Therapy with the opioid antagonist naltrexone promotes mucosal healing in active Crohn’s disease: a randomized placebo-controlled trial.“ Digestive Diseases and Sciences. 2011;56(7):2088-2097.
Rheumatische Gelenkschmerzen-/ Arthritis
- Low-Dose Naltrexone in Rheumatological Diseases – PMC (nih.gov)
- Benefits and side effects of LDN for rheumatoid arthritis (medicalnewstoday.com)
- Biomedicines | Free Full-Text | Opiate Antagonists for Chronic Pain: A Review on the Benefits of Low-Dose Naltrexone in Arthritis versus Non-Arthritic Diseases (mdpi.com)
Gastrointenstinale Erkrankungen
Raknes G, Småbrekke L. „Low-dose naltrexone in inflammatory bowel disease and irritable bowel syndrome – an overview of the evidence.“ Journal of Crohn’s and Colitis. 2017;11(Suppl 1)
Low dose naltrexone: side effects and efficacy in gastrointestinal disorders – PubMed (nih.gov)
Parker CE, Nguyen TM, Segal D, MacDonald JK, Chande N. Low dose naltrexone for induction of remission in Crohn’s disease. Cochrane Database of Systematic Reviews 2018, Issue 4. Art. No.: CD010410.
Chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS) und myalgische Enzephalomyelitis (ME)
- Low-dose naltrexone as a treatment for chronic fatigue syndrome – PubMed (nih.gov)
- Potential Therapeutic Benefit of Low Dose Naltrexone in Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome: Role of Transient Receptor Potential Melastatin 3 Ion Channels in Pathophysiology and Treatment – PubMed (nih.gov)
Long/-Post Covid
- Low-dose naltrexone for post-COVID fatigue syndrome: a study protocol for a double-blind, randomised trial in British Columbia – PubMed (nih.gov)
- Low-dose Naltrexone Improves post-COVID-19 condition Symptoms – PubMed (nih.gov)
- Low-dose naltrexone use for the management of post-acute sequelae of COVID-19 – ScienceDirect
Studie: Younger J, Mackey S. „Fibromyalgia symptoms are reduced by low-dose naltrexone: a pilot study.“ Pain Medicine. 2009;10(4):663-672.
Fibromyalgia symptoms are reduced by low-dose naltrexone: a pilot study – PubMed (nih.gov)
Studie: Younger J, Noor N, McCue R, Mackey S. „Low-dose naltrexone for the treatment of fibromyalgia: findings of a small, randomized, double-blind, placebo-controlled, counterbalanced, crossover trial assessing daily pain levels.“ Arthritis & Rheumatism. 2013;65(2):529-538.
Studie: Niedrig dosiertes Naltrexon zur Behandlung der Fibromyalgie: Vom Paradoxon eines Opioidantagonisten in der Schmerztherapie.Michael A. Überall und Silvia Maurer. Schmerzmedizin, 2023; 39(3): 46–49
Niedrig dosiertes Naltrexon zur Behandlung der Fibromyalgie – PMC (nih.gov)
Studie: Gironi M, Martinelli-Boneschi F, Sacerdote P, et al. „A pilot trial of low-dose naltrexone in primary progressive multiple sclerosis.“ Multiple Sclerosis. 2008;14(8):1076-1083.
A pilot trial of low-dose naltrexone in primary progressive multiple sclerosis – PubMed (nih.gov)
Studie: Cree BA, Kornyeyeva E, Goodin DS. „Pilot trial of low-dose naltrexone and quality of life in multiple sclerosis.“ Annals of Neurology. 2010;68(2):145-150.
Pilot trial of low-dose naltrexone and quality of life in multiple sclerosis – PubMed (nih.gov)
Studie: Raknes G, Småbrekke L (2017) Low dose naltrexone in multiple sclerosis: Effects on medication use. A quasi-experimental study. PLOS ONE 12(11): e0187423.
Low dose naltrexone in multiple sclerosis: Effects on medication use. A quasi-experimental study
Studie: Smith JP, Stock H, Bingaman S, Mauger D, Rogosnitzky M, Zagon IS. „Low-dose naltrexone therapy improves active Crohn’s disease.“ American Journal of Gastroenterology. 2007;102(4):820-828.
Low-dose naltrexone therapy improves active Crohn’s disease – PubMed (nih.gov)
Studie: Smith JP, Bingaman SI, Ruggiero F, Mauger DT, Mukherjee A, McGovern CO. „Therapy with the opioid antagonist naltrexone promotes mucosal healing in active Crohn’s disease: a randomized placebo-controlled trial.“ Digestive Diseases and Sciences. 2011;56(7):2088-2097.
- Low-Dose Naltrexone in Rheumatological Diseases – PMC (nih.gov)
- Benefits and side effects of LDN for rheumatoid arthritis (medicalnewstoday.com)
- Biomedicines | Free Full-Text | Opiate Antagonists for Chronic Pain: A Review on the Benefits of Low-Dose Naltrexone in Arthritis versus Non-Arthritic Diseases (mdpi.com)
Raknes G, Småbrekke L. „Low-dose naltrexone in inflammatory bowel disease and irritable bowel syndrome – an overview of the evidence.“ Journal of Crohn’s and Colitis. 2017;11(Suppl 1)
Low dose naltrexone: side effects and efficacy in gastrointestinal disorders – PubMed (nih.gov)
Parker CE, Nguyen TM, Segal D, MacDonald JK, Chande N. Low dose naltrexone for induction of remission in Crohn’s disease. Cochrane Database of Systematic Reviews 2018, Issue 4. Art. No.: CD010410.
- Low-dose naltrexone as a treatment for chronic fatigue syndrome – PubMed (nih.gov)
- Potential Therapeutic Benefit of Low Dose Naltrexone in Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome: Role of Transient Receptor Potential Melastatin 3 Ion Channels in Pathophysiology and Treatment – PubMed (nih.gov)
- Low-dose naltrexone for post-COVID fatigue syndrome: a study protocol for a double-blind, randomised trial in British Columbia – PubMed (nih.gov)
- Low-dose Naltrexone Improves post-COVID-19 condition Symptoms – PubMed (nih.gov)
- Low-dose naltrexone use for the management of post-acute sequelae of COVID-19 – ScienceDirect
Herstellung von Low-Dose Naltrexon-Rezepturen
In Deutschland gibt es keine Fertigarzneimittel mit solch niedrigen Dosierungen von Naltrexon (LDN), weshalb individuelle Rezepturen angefertigt werden müssen. Die gängigsten Darreichungsformen sind Kapseln und Lösungen. Alle diese Rezepturen sind verschreibungspflichtig und benötigen daher die Verordnung durch einen Arzt.
Kapselherstellung
Für die Kapselherstellung kann entweder die Naltrexon-Base oder das Hydrochlorid verwendet werden. Als Rezeptursubstanz ist derzeit nur Naltrexonhydrochlorid zu beziehen. Sollte vom Arzt oder der Ärztin die Base verordnet worden sein, gilt es hier zu klären, auf welche Wirkstoffform sich die Dosierung bezieht. Eventuell muss der Salz/Base-Faktor berücksichtig bzw. berechnet werden:
- Naltrexon: Relative Molekülmasse Mr = 341,4 (Gelbe Liste)
- Naltrexonhydrochlorid: Relative Molekülmasse Mr = 377,9 (Gelbe Liste)
Naltrexonhydrochlorid im Shop bestellen
Kapselfüllstoffe und Fertigarzneimittel
Kapselfüllstoffe wie mikrokristalline Cellulose oder Lactose-Monohydrat sind für Rezepturen mit Low-Dose-Naltrexon geeignet und spielen eine wichtige Rolle, um die Verarbeitung und Stabilität gewährleisten zu können.
Besonders bei hygroskopischen Substanzen wie Naltrexon ist der geeigente Kapselfüllstoff bedeutend.
Als Orientierung zur Auswahl des Kapselfüllstoffes kann ein Blick in die Zusammensetzung von Fertigarzneimittel hilfreich sein.
Folgende Fertigarzneimittel enthalten sowohl mikrokristalline Cellulose als auch Lactose-Monohydrat:
- ADEPEND 50 mg Filmtabletten
- NALOREX 50 mg Filmtabletten
- NALTREXON HCl aop 50 mg Filmtabletten
- NALTREXON-HCl neuraxpharm 50 mg Filmtabletten
- NALTREXONHYDROCHLORID Accord 50 mg Filmtabletten
- NALTREXONHYDROCHLORID Carefarm 50 mg Filmtabletten
Es erscheint durchaus möglich, ein Fertigarzneimittel als Ausgangsstoff zu verwenden, da der hygroskopische Wirkstoff hier bereits verarbeitet ist und somit weniger zusätzliche Hilfsstoffe für die Herstellung erforderlich sind. Dies könnte in manchen Fällen vorteilhaft sein, jedoch sollte man berücksichtigen, dass die meisten verfügbaren Fertigarzneimittel Filmtabletten sind, was die Weiterverarbeitung zu Kapseln weniger ideal macht.
Mögliche Überlegungen von Rezepturvorschriften ohne bisherige Stabilitätsdaten:
Rezepturbeispiel – Die schlüssigste Variante
Naltrexonhydrochlorid 0,5 mg – 4,5 mg Kapseln
Naltrexonhydrochlorid 0,5 mg – 4,5 mg
DiluCap Hygro q.s.
Hypromellose-Kapsel Gr. 0
DiluCap Hygro findet Einsatz bei der Herstellung mit hygroskopischen oder zerfließenden Wirkstoffen. Durch die besondere Zusammensetzung kann es hygroskopische Effekte auf den Wirkstoff reduzieren und dadurch die Qualität des fertigen Arzneimittels optimieren.
Für die ideale Leistung des Hilfsstoffs in der Formulierung wird empfohlen, dass die verwendete Menge mindestens 50 % des gefüllten Volumens der Kapsel ausmacht.
Inhaltsstoffe DiluCap Hygro:
- Kolloidales Siliciumdioxid
- Magnesiumstearat
- Magnesiumsilikat
- Mikrokristalline Cellulose
Naltrexonhydrochlorid 0,5 mg – 4,5 mg
DiluCap SR q.s.
Hypromellose-Kapsel Gr. 0
Eine Anpassung der Freisetzung kann bei der klassischen Therapie mit Naltrexonhydrochlorid als Opiodantagonist ebenfalls relevant sein. Durch die besondere Zusammensetzung kann es eine verzögerte Freisetzung und damit ein langsameres Ansteigen des Wirkstoffspiegels unterstützen. In der Therapie mit sehr niedrigen Wirkstoffdosen wird dieser Effekt jedoch Indikationsbedingt weniger relevant sein.
Für die ideale Leistung des Hilfsstoffs in der Formulierung wird empfohlen, dass die verwendete Menge mindestens 30 % des gefüllten Volumens der Kapsel ausmacht.
Inhaltsstoffe DiluCap SR:
- Kolloidales Siliciumdioxid
- Magnesiumstearat
- Carbomer
- Hydroxypropylcellulose
(hohe Viskosität) - mikrokristalline Cellulose
In unserem DiluCap API-Leitfaden wird neben DiluCap SR noch das DiluCap PSD empfohlen. Diese Nutzung bezieht sich auf die Verwendung der schlecht wasserlöslichen Base! Hier kann das DiluCap PSD das Lösungsverhalten optimieren und dadurch die Aufnahme des Wirkstoffes in den Körper unterstützen. Sofern das gut wasserlösliche Natrexonhydrochlorid genutzt wird ist dieser Faktor wenig relevant.
Informationsquellen zu DiluCap
DiluCap – Herstellempfehlung
DiluCap – Produktinformation
DiluCap – API-Leitfaden
DiluCap im Shop bestellen
Hypromellose Kapseln im Shop bestellen
Variante mit mikrokristalliner Cellulose
Naltrexonhydrochlorid 0,5 mg – 4,5 mg
Cellulose-Siliciumdioxid-Füllmittel (NRF S.54.) q.s.
Hypromellose-Kapsel Gr. 0
Informationsquelle
Cellulose-Siliciumdioxid-Füllmittel (NRF S.54.) Monographie
Variante mit Lactose-Monohydrat
Naltrexonhydrochlorid 0,5 mg – 4,5 mg
Lactose-Monohydrat 99,5% hochdisperses Siliciumdioxid 0,5% q.s.
Hypromellose-Kapsel Gr. 0
Herstellmethode
Volumetrische Methode oder Ergänzungsmethode (auch zur Validierung geeignet!), bei erneuter Herstellung kann dann anschließend die gravimetrische Herstellmethode gewählt werden.
Flüssige Zubereitungen
Flüssige Zubereitungen von Naltrexon bieten den Vorteil einer einfachen Dosierungsanpassung, was besonders bei der einschleichenden Therapie von Vorteil ist. Ein Möglichkeit für eine solche Zubereitung wäre:
Naltrexonhydrochlorid 1 mg/ml Suspension
Naltrexonhydrochlorid 1 mg/ml in SyrSpend® SF PH4
SyrSpend® SF PH4 Flüssig (Kirscharoma), SyrSpend® SF PH4 NEO oder SyrSpend® SF PH4 Pulver kann hier verarbeitet werden.
Informationsquellen
SyrSpend® SF Kompatibilitätstabelle
SyrSpend® SF allg. Herstellung
SyrSpend® SF Produktinformation
SyrSpend® SF Nachkonservierung
SyrSpend® SF im Shop bestellen
Aromatisierung
Aufgrund des sehr bitteren Geschmacks* von Naltrexon(-HCL) ist es ratsam, die flüssigen Zubereitungen mit Aromen zu versehen.
*Trissel, L. A., Trissel’s stability of compounded formulations, 6th ed., American Pharmacists Association, Washington 2018.
Geeignete Geschmacksrichtungen sind Kirsch-, Schokolade-, Grapefruit-, Lakritz-, Erdbeer-,
Pfirsich-, Himbeer- und Tutti-Frutti, wobei SyrSpend® SF auch geschmacksmaskierende Eigenschaften besitzt. Die enthaltene modifizierte Maisstärke und Sucralose, tragen auch dazu bei, den Geschmack zu überdecken. Hier scheint es sinnvoll zu sein auf SyrSpend® SF PH4 flüssig mit Kirscharoma zurückzugreifen.
Weitere Rezepturvorschriften
Naltrexon 1 mg/ml Lösung
Naltrexon 0,10 g
Ascorbinsäure 0,50 g
Natriumbenzoat 0,10 g
Glycerol 85 % 20,00 ml
Gereinigtes Wasser ad 100,00 ml
Herstellempfehlung
- Berechnen Sie die benötigte Menge aller Bestandteile für die Gesamtmenge, die hergestellt werden soll.
- Wiegen und/oder messen Sie alle Bestandteil genau ab.
- Mischen Sie das Naltrexon, die Ascorbinsäure und das Natriumbenzoat und zerkleinern Sie alles zu einem feinen Pulver. (Am besten in einer Glasfantaschale)
- Fügen Sie das Glycerol 85% als Anreibemittel hinzu und mischen alles zu einer glatten Paste.
- Geben Sie das gereinigte Wasser schrittweise hinzu, bis das gewünschte Volumen erreicht ist, und mischen Sie alles gut.
- Abfüllung und Etikettierung.
Stabilität: „Wenn die Zubereitung aus Tabletten hergestellt wird, kann ein Verwendbarkeitsdatum von 90 Tagen im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur angesetzt werden. Wird die Zubereitung aus Pulver hergestellt, kann ein Verwendbarkeitsdatum von 90 Tagen im Kühlschrank oder 60 Tagen bei Raumtemperatur verwendet werden.“
Eine höhere Naltrexon Konzentrationen wäre auch denkbar, wie auch der Einsatz von Naltrexonhydrochlorid. Hier kann als Quelle bzw. Hilfestellung das Online DAC/NRF genutzt werden: Naltrexonhydrochlorid-Lösung 5mg/mL
Lagerung und Haltbarkeit der Rezepturen
Die hergestellten Kapseln und Lösungen sollten idealerweise im Kühlschrank gelagert werden. Dies kann ihre Stabilität deutlich erhöhen. Kapseln sind in der Regel bis zu sechs Monate haltbar, während Lösungen, abhängig von der Lagerung, bis zu drei Monaten im Kühlschrank und lediglich zwei Monate bei Raumtemperatur haltbar sind. Suspensionen, welche auf SyrSpend® SF PH4 basieren sind auch bei Raumtemperatur bis zu drei Monate haltbar.
Passendes Packmittel
Für die Kapseln sollten am besten Cellulose (Hypromellose) Kapseln der Größe 0 verwendet werden, und es sollte eine luftdichte Kapselbox gewählt werden.
Für flüssige Zubereitungen eignen sich Medizin- bzw. Braunglasflaschen GL28 mit einem Steckeinsatz. Sehr kleine Dosen können am besten mit Hilfe von Oralspritzen (5 ml/ 1 ml Skalierung) oder Kolbendosierpipetten (1 ml/ 0,05 ml Skalierung) abgemessen und appliziert werden.
Fazit individueller Rezepturen für Low-Dose Naltrexon
Low-Dose Naltrexon bietet interessante therapeutische Möglichkeiten, insbesondere in der Schmerztherapie und bei Autoimmunerkrankungen. Durch die Herstellung individueller Rezepturen können diese Therapien optimal auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmt werden.
Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, teile ihn gerne mit deinen Kollegen:
Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Print
Email
Weitere interessante Blogartikel
Personalisierte Hormontherapie – Transdermale Creme
Individualisierte Rezepturen spielen eine Schlüsselrolle in der maßgeschneiderten Hormontherapie. Apotheken, die sich auf individuelle Rezepturen spezialisiert haben, können Hormonpräparate exakt nach den Vorgaben der behandelnden Ärzte anfertigen…
Zum Blogartikel »
Rezepturblog
Metformin: Eine Lösung bei PCOS ? – individuelle Therapieansätze als Kapseln und Creme
Metformin ist ein bewährtes Medikament zur Behandlung von Typ-2-Diabetes, das auch bei anderen Erkrankungen wie dem Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) wirksam ist.
Zum Blogartikel »
Rezepturblog
Suspension – Herstellung mit Fertigarzneimitteln
Suspension – Herstellung mit Fertigarzneimmitteln bzw. Tabletten als Ausgangsstoff und individueller Viskositätseinstellung
Haftungsausschluss:
Bitte beachten Sie, dass die oben aufgeführten Rezepturbeispiele theoretische Überlegungen sind, die als Hilfestellung bei der Recherche für die Plausibilitätsprüfung dienen sollen. Da jede Rezeptur bzw. Plausibilitätsprüfung durch einen Apotheker oder eine Apothekerin freigegeben werden muss, obliegt es diesem/r, zu entscheiden, ob die Rezeptur sinnvoll bzw. plausibel ist. Die Entscheidung liegt somit ausschließlich beim verantwortlichen Apotheker oder bei der verantwortlichen Apothekerin. Die Firma Fagron GmbH übernimmt keine Haftung.
Lithium-Orotat Rezepturen: Kapseln oder Lösung bei Post-Covid und Fatigue?
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Lithium-Orotat hat in den letzten Jahren zunehmend an Interesse gewonnen, insbesondere im Zusammenhang mit Post-Covid-Symptomen und Fatigue. Viele Menschen, die an diesen langanhaltenden Symptomen leiden, suchen nach neuen und effektiven Behandlungsmöglichkeiten. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Vorteile von mikrodosiertem Lithium als Orotat und gibt Apothekern und PTAs wertvolle Hinweise zur Herstellung und Dosierung.
Was ist Lithium-Orotat?
Lithium-Orotat ist eine Verbindung aus Lithium und Orotsäure, die in verschiedenen Ländern, insbesondere in den USA, für ihre möglichen positiven Effekte auf die Psyche bekannt ist. In Deutschland hingegen sind nur Lithiumcarbonat und Lithiumcitrat offiziell als Arzneistoffe anerkannt und monografiert. Lithium-Orotat in Arzneibuchqualität ist hierzulande nicht verfügbar und fällt somit in den Bereich des Off-Label-Uses.
Therapeutische Breite und Dosierungen
Lithium hat eine geringe therapeutische Breite, was bedeutet, dass der Unterschied zwischen einer wirksamen und einer toxischen Dosis sehr klein ist. Während in der klassischen Lithiumtherapie bei psychischen Erkrankungen höhere Dosen verwendet werden, liegt der Fokus beim mikrodosierten Lithium auf sehr niedrigen Dosierungen, beispielsweise 5 mg (Lithium) pro Einheit. Diese geringen Mengen sollen eine stimmungsaufhellende Wirkung haben, ohne die Risiken einer Überdosierung.
Einsatzgebiete, Forschung und weitere Infos
In z.B. den USA wird Lithium-Orotat oft als Nahrungsergänzungsmittel genutzt. In Deutschland sind solche Präparate jedoch nicht zugelassen. Aktuell wird Lithium-Orotat in niedrigen Dosierungen unter anderem zur Unterstützung bei psychischen Belastungen und zur Behandlung von Clusterkopfschmerzen untersucht. Besonders im Zusammenhang mit Post-Covid-Symptomen und deren kognitiven Auswirkungen werden weitere Untersuchungen durchgeführt, da es gegen Mikroentzündungen im Nervensystem wirken soll. Derzeit jedoch sind diese Daten noch nicht ausreichend fundiert.
Tiefere Einblicke in die Therapie mit Lithium können Sie im folgenden Artikel gewinnen:
A superior option for lithium therapy? – PMC (nih.gov)
Weitere Quellen
FAQ » Michael Nehls
Nährstofflexikon Klösterl-Apotheke
Ein Apothekenportal mit einer Übersicht, welche Apotheken bereits mit der Herstellung vertraut sind findet sich ebenfalls online.
Praktische Umsetzung in der Apotheke
In Deutschland sind Lithiumsalze als Nahrungsergänzungsmittel nicht zugelassen; bei den zugelassenen Fertigarzneimitteln finden sich lediglich zwei Produkte, die jedoch beide ein andere Salzform des Lithium enthalten (Quilonum® retard und Hypnorex® retard). Beide sind aufgrund ihrer retardierten Form eher ungeeignet zur Weiterverarbeitung.
Rezepturen mit Lithium-/ Verbindungen wie z.B. Citrat, Carbonat oder Orotat sind in Deutschland verschreibungspflichtig, deshalb bedarf es eine ärztlicher Verordnung.
Weitere Informationen unter:
Orot-Salze in Zulassung / bereits zugelassen Informationen zu Lithium-Orotat
Deshalb kommen hier mögliche Rezepturen ins Spiel: Zunächst gilt es zu klären ob sich die Dosierung auf das reine Lithium oder die Salzverbindung bezieht. Es gibt aktuelle keine offiziellen Rezepturvorschriften für Lithium-Rezepturen, dennoch lassen sich einige Daten zu Rate ziehen um eine mögliche Rezepturherstellung zu ermöglich.
Grundlegende Informationen:
- Lithium: Molare Masse Mr = 7,0 g/mol → PubChem
- Lithiumorotat-Monohydrat: Molare Masse Mr = 180,05 g/mol → Quelle: Analysenzertifikat/ Charge
Berechnung:
- 180,05 / 7,0 = 25,721 Faktor S/B
Verordnung:
- 5 mg Lithium pro Kapsel = 128,605 mg Lithium-Orotat-Monohydrat pro Kapsel
- 5 mg/ml Lithium Lösung = 128,605 mg/ml Lithium-Orotat-Monohydrat Lösung
Lithium-Orotat-Kapseln: Herstellung und Dosierung
Grundsätzlich gilt Lithium-Orotat-Monohydrat als sehr stabile Verbindung und sollte daher in den allermeisten Kapselfüllstoffen verarbeitbar sein.
Allgemein finden sich jedoch derzeit nur sehr wenige Informationen, daher kann sich an Fertigarzneimitteln oder Produkten aus Deutschland und Ausland orientiert werden.
In den meisten Fällen wird bei Fertigprodukten auf mikrokristalline Cellulose zurückgegriffen, da es im Sektor der Nahrungsergänzungsmittel (vor allem in den USA) oft vertrieben wird und natürlichen Ursprungs sowie sehr gut verträglich ist.
Z.B. pureencapsulationspro: hier fungiert z.B. Cellulose als Füllstoff, angereichert mit dem Antioxidans Ascorbylpalmitat.
Als Hinweis zu möglichen Hilfsstoffen können auch die Fertigarzneimittel dienen: Quilonum® retard (450 mg Lithiumcarbonat) enthält neben Lactose noch Maisstärke, Hypnorex® retard (400 mg Lithiumcarbonat) enthält unter anderem Mannitol.
Des Weiteren gibt es Hinweise darauf, dass Mannitol die Ausscheidung von Lithium über die Niere steigert (Quelle) Dies hat zwar nicht direkt etwas mit der Stabilität der Wirkstoffen bei der Verarbeitung zu tun, ist aber im Kontext der Therapie könnte dies interessant sein.
Es scheinen also einige Kapselfüllstoffe für die Herstellung geeignet zu sein. Sowohl die mikrokristalline Cellulose als auch Lactose-Monohydrat sind hier die vielversprechendsten Kandidaten.
Beide Kapselfüllstoffe sollten mit min. 0,5% hochdisperses Siliciumdioxid versetzt werden um die Fließeigenschaften zu verbessern.
Lithiumorotat-Monohydrat im Shop bestellen
Mögliche Überlegungen von Rezepturvorschriften ohne bisherige Stabilitätsdaten:
Rezepturbeispiel – Die schlüssigste Variante
Lithium 5 mg Kapseln ( aus Lithium-Orotat-Monohydrat)
Lithium-Orotat-Monohydrat 128,605 mg
DiluCap Antioxi q.s.
Cellulose-Kapsel Gr. 0
Für eine bessere Leistung des Hilfsstoffs in der Formulierung wird empfohlen, dass die verwendete Menge mindestens 30 % (idealerweise 50 %) des gefüllten Volumens der Kapsel ausmacht.
Der Kapselfüllstoff DiluCap Antioxi scheint der Zusammensetzung von Nahrungsergänzungsmitteln wie z.B. dem pureencapsulations sehr ähnlich zu sein, denn es ist sowohl mikrokristalline Cellulose wie auch Ascorbylpalmitat enthalten.
Inhaltsstoffe DiluCap Antioxi:
- Kolloidales Siliciumdioxid
- Ascorbylpalmitat
- Alpha-Tocopherol
- Butylhydroxytoluol
- Vorgelatinierte Stärke
- Mikrokristalline Cellulose
Informationsquellen zu DiluCap
DiluCap – Studien
DiluCap – Herstellempfehlung
DiluCap – Produktinformation
DiluCap im Shop bestellen
Variante ohne Antioxidans:
Lithium-Orotat-Monohydrat 128,605 mg
Cellulose-Siliciumdioxid-Füllmittel (NRF S.54.) q.s.
Cellulose-Kapsel Gr. 0
Informationsquelle
Cellulose-Siliciumdioxid-Füllmittel (NRF S.54.) Monographie
Alternative Variante, wenn mikrokristalline Cellulose nicht das Mittel der Wahl ist
Lithium-Orotat-Monohydrat 128,605 mg
Lactose-Siliciumdioxid-Füllmittel (NRF S.59.) q.s.
Cellulose-Kapsel Gr. 0
Hier dient als Orientierung Quilonum®retard 450 mg Retardtabletten. Dieses Fertigarzneimittel beinhalten allerdings die Lithiumverbindung Lithiumcarbonat, deshalb ist dieser Vorschlag nicht unsere erste Wahl, denn in Nahrungsergänzungsmitteln mit Lithiumorotat ist meist mikrokristalline Cellulose enthalten.
Informationsquelle
Quilonum® retard 450 mg Retardtabletten Beipackzettel
Herstellmethode
Volumetrische Methode oder Ergänzungsmethode (auch zur Validierung geeignet!), bei erneuter Herstellung kann dann anschließend die gravimetrische Herstellmethode gewählt werden.
Lithium-Orotat-Lösung: Herstellung und Dosierung
Lithium-Orotat-Monohydrat ist wasserlöslich, weshalb auch eine flüssige Lösung denkbar wäre.
- Löslichkeit in Wasser: 15,8 g/l ( 1,58 g in 100 ml –> 15,8 mg/ml) (Wasser 20°C) siehe Sicherheitsdatenblatt
Es gibt auch hier wieder Nahrungsergänzungsmittel im Ausland, an welchen man sich orientieren könnte z.B. KAL, Lithium Orotate Drops, Zitrone-Limette, 59 ml (2 fl. oz.) (iherb.com), hier sind folgende Bestandteile enthalten:
- Gereinigtes Wasser (Grundlage)
- Glycerol (wahrscheinlich als Lösungsvermittler für Aroma)
- Natürliches Aroma Zitrone/Limette (Aroma)
- Xanthangummi (zur Viskositätserhöhung)
- Kaliumsorbat (Konservierungsmittel)
- Natriumbenzoat (Konservierungsmittel)
Mögliche Überlegungen einer Rezepturvorschrift ohne bisherige Stabilitätsdaten:
Lithium 0,5 mg/ml Lösung (aus Lithium-Orotat-Monohydrat)
Variante 1
Lithium-Orotat-Monohydrat 1,286 g
Kaliumsorbat 0,14 %
Wasserfreie Citronensäure 0,07%
Gereinigtes Wasser ad 100,00 ml
Im Nahrungsergänzungsmittel ist Kaliumsorbat als Konservierungsmittel eingesetzt. Dieses ist ein sicheres Konservierungsmittel welches auch hier eingesetzt werden könnte. Mithilfe von Citronensäure können wir eine schwachsaure Lösung herstellen, in der das Konservierungsmittel effektiv wirken kann. Hier kann sich am DAC/NRF orientiert werden: DAC/NRF: Rezepturhinweise-Datenbank – Sorbinsäure und Kaliumsorbat (pharmazeutische-zeitung.de). Der Zusatz eines Aromas wäre auch hier denkbar.
Die Löslichkeit von Lithiumorotat kann laut Erfahrungswerten der Klösterl-Apotheke im sauren Medium etwas nachlassen. Als Alternative wäre hier Variante 3 denkbar. ACHTUNG: Konzentration 1mg/3ml!
Variante 2
Lithium-Orotat-Monohydrat 1,286 g
SyrSpend SF PH4 Flüssig Orange ad 100,00 ml
Im Nahrungsergänzungsmittel ist Xanthangummi enthalten, welches wahrscheinlich zur Viskositätserhöhung eingesetzt wird. Im SyrSpend® SF PH4 flüssig wäre es die modifizierte Stärke, die die Flüssigkeit leicht andickt. Es wird sowohl bei SyrSpend® SF PH4 flüssig als auch bei den Lithium-Orotat-Drops Natriumbenzoat als Konservierungsmittel eingesetzt. Zusätzlich könnte man SyrSpend® SF PH4 flüssig mit Orangenaroma-/Geschmack einsetzen, um einen frischen Geschmack zu erhalten und den Eigengeschmack des Wirkstoffes zur überdecken. Wie auch beim Nahrungsergänzungsmittel könnte ein Zitrus-Fruchtgeschmack eingesetzt werden.
Inhaltsstoffe SyrSpend® SF PH4 flüssig:
- Gereinigtes Wasser
- Modifizierte Maisstärke
- (Aroma*) *Orange / Kirsche
- Natriumcitrat
- Citronensäure
- Sucralose
- Natriumbenzoat
- Äpfelsäure
- Simethicon
Dokumente zur Durchführung der Plausibilitätsprüfung einer Suspension mit SyrSpend® SF, da es aktuell keine Stabilitätstudien gibt:
Plausibilitätsprüfung
Herstellung
Nachkonservierung
Inhaltsstoffe
Produktinformationen
SyrSpend® SF im Shop bestellen
Variante 3 – Lithium-Lösung 1mg/3ml pH-neutral konserviert mit Propylenglykol
Lithium-Orotat-Monohydrat 2,14g
Propylenglykol 54,0g
Gereinigtes Wasser ad 270,00 ml
Die Löslichkeit von Lithiumorotat kann laut Erfahrungswerten der Klösterl-Apotheke im sauren Medium etwas nachlassen. Daher wurde hier eine Alternative im pH-neutralen Medium entwickelt, die mit Propylenglykol konserviert wurde.
ACHTUNG! Die Dosierung von 1mg Lithium bezieht sich auf 3ml! Umrechnungsfaktor beachten (siehe oben).
Vergabe der Verwendbarkeitsfrist von nicht-validierten Rezepturen
Hier kann als Orientierung das DAC/NRF genutzt werden:
Tabelle: Empfehlung zur Festlegung der Aufbrauchfrist
Ermittlung der mikrobiellen Stabilität:
- Mikrobielle Stabilität mit optimaler chemischer und physikalische Stabilität- Kapseln: 1 Jahr
- Mikrobielle Stabilität mit optimaler chemischer und physikalische Stabilität- Lösung, Oralia konserviert : 6 Monate
Ermittlung der physikalisch-chemische Stabilität:
Liegen keine Daten zur physikalisch-chemischen Stabilität vor kann mit Hilfe der Fallunterscheidung (1-5) des DAC/NRF eine Vorgehensweise ermittelt werden:
Um welchen Fall handelt es sich?
Fall 2: nicht standardisiertes Rezepturarzneimittel, aber chemisch und physikalisch stabil: Einstufung gemäß Tabelle 1 Jahr/ 6 Monate
Fall 5: Rezepturarzneimittel mit zweifelhafter Stabilität: Aufbrauchfrist auf maximal 4 Wochen begrenzen
Fazit: Beide Bereich müssen separat von einander betrachtet werden, der „schwächere“ Part gibt dann die Aufbrauchfrist vor. Die kann bei Fall 5 trotz Konservierung zu einer Haltbarkeit von lediglich maximal 4 Wochen führen!
Ausgangsstoffprüfung von Lithium-Orotat-Monohydrat
Da es für Lithium-Orotat keine Arzneibuchmonographie gibt muss die Ausgangsstoffprüfung nach einer Internen-Prüfvorschrift geprüft werden. Die kann beim Hersteller des Rohstoffes angefragt werden.
Mögliche Prüfungen auf Identität:
- Flammenprobe: Lithium und seine Salze färben die Flamme rot (671 nm) (Quelle) –> mit Salzsäure R befeuchtete Substanz, analog zu Lithiumcarbonat
- IR- Spektroskopie
- NIR- Spektroskopie /ApoIdent –> Referenzdatenbank für Nahinfrarot-Spektrometer (apo-ident.de)
Prüfanweisung von Fagron erhältlich via quality@fagron.de
Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, teile ihn gerne mit deinen Kollegen:
Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Print
Email
Weitere interessante Blogartikel
Schäume – Herstellung einer innovativen Darreichungsform
Ein Schaum ist eine nicht unbedingt übliche Darreichungsform in der Rezeptur, welche sich vor allem für behaarte Haut eignet.
Zum Blogartikel »
Rezepturblog
Nitrofurantoin Suspensionen und ihre Viskositätsprobleme
Eine mögliche Ursache für eine unerwartete Verdickung der Nitrofurantoin-Suspension könnte auf die makrokristalline Struktur des Wirkstoffes zurückzuführen sein…
Zum Blogartikel »
Rezepturblog
Suspension herstellen aus Weichkapseln?
Kann man aus Weichkapseln eine Suspension herstellen? Und ist dies auch mit SyrSpend® SF möglich? Erfahren Sie, unter welchen Bedingungen dies machbar ist und erhalten Sie ein Rezeptur-Beispiel, insbesondere für die Herstellung einer Suspension während eines Lieferengpasses von Pednidan Saft (Ethosuximid).
Haftungsausschluss:
Bitte beachten Sie, dass die oben aufgeführten Rezepturbeispiele theoretische Überlegungen sind, die als Hilfestellung bei der Recherche für die Plausibilitätsprüfung dienen sollen. Da jede Rezeptur bzw. Plausibilitätsprüfung durch einen Apotheker oder eine Apothekerin freigegeben werden muss, obliegt es diesem/r, zu entscheiden, ob die Rezeptur sinnvoll bzw. plausibel ist. Die Entscheidung liegt somit ausschließlich beim verantwortlichen Apotheker oder bei der verantwortlichen Apothekerin. Die Firma Fagron GmbH übernimmt keine Haftung.
Metformin: Eine Lösung bei PCOS ? – individuelle Therapieansätze als Kapseln und Creme
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Metformin ist ein bewährtes Medikament zur Behandlung von Typ-2-Diabetes, das auch bei anderen Erkrankungen wie dem Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) wirksam ist. Neben der Blutzuckersenkung zeigt es vielversprechende Effekte im Anti-Aging, Gewichtsmanagement und bei der Behandlung komplexer Krankheitsbilder. Durch innovative Therapieansätze, wie individualisierte Arzneimitteltherapien, lässt sich das Potenzial von Metformin weiter ausschöpfen.
Ein kleiner Exkurs zum Wirkstoff
- Reduktion der Glukoseproduktion: Hemmung der Glukosefreisetzung in der Leber.
- Verbesserung der Insulinsensitivität: Fördert die Glukoseaufnahme in den Zellen.
- Reduktion der Zuckeraufnahme: Vermindert die Absorption von Glucose im Darm.
- Beeinflussung des Mikrobioms: Positiver Effekt auf die Darmmikrobiota.
- Anti-Aging-Effekte: Reduktion der Insulin- und IGF-1-Signalwege, Hemmung des mTOR-Pfades, Förderung der Autophagie und Verringerung von Entzündungen.
Referenzen
Was ist PCOS genau und warum ist die Therapie so schwierig?
Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine komplexe hormonelle Störung, die ca. 15 % der Frauen im gebärfähigen Alter betrifft. Oft bleibt PCOS unerkannt, obwohl es mit vielfältigen Symptomen und Risiken einhergeht.
Die Hauptmerkmale sind:
- Menstruationsstörungen: Unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation.
- Hyperandrogenismus: Führt zu vermehrter Körper- und Gesichtsbehaarung, Akne und Haarausfall.
- Polyzystische Ovarien: Zahlreiche kleine Zysten in den Eierstöcken.
- Gewichtszunahme: Besonders im Bauchbereich.
Referenzen
Warum ist die Therapie so herausfordernd?
Die Heterogenität der Symptome macht eine standardisierte Behandlung schwierig. Hinzu kommen individuelle Unterschiede in der Stoffwechsellage, dem Hormonhaushalt und den persönlichen Lebensumständen, die eine flexible und personalisierte Therapie erfordern.
Langzeitrisiken bei PCOS: Frauen mit PCOS haben ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Endometriumkarzinom. Darüber hinaus leiden viele Betroffene unter psychischen Belastungen wie Angstzuständen, Depressionen und einem negativen Körperbild.
Referenzen
Warum ist die Therapie so herausfordernd?
- Lebensstiländerungen: Ernährung und Bewegung sind essenziell. Die auftretende Insulinresistenz kann effizient durch Gewichtsreduktion verbessert werden.
- Medikamentöse Therapie:
- Metformin senkt Insulinspiegel, reduziert Androgene und verbessert Zyklusstörungen.
- Hormonelle Kontrazeptiva und andere Hormontherapien können bei Zyklusstörungen sowie Akne, Haarausfall und Hirsutismus helfen, sofern kein Kinderwunsch vorliegt.
- Clomifen kann bei Kinderwunsch unterstützend eingesetzte werden.
- Nahrungsergänzungsmittel als unterstützende Maßnahme:
- Vitamin D und Calcium: Fördern den Glukosestoffwechsel und regulieren den Zyklus.
- Inositol: Verbessert hormonelle und metabolische Parameter sowie die Zyklusregularität.
- Omega-3-Fettsäuren: Unterstützen den Stoffwechsel durch entzündungshemmende Eigenschaften.
- Antioxidantien und Phytopharmaka: Reduzieren oxidativen Stress und regulieren hormonelle Ungleichgewichte.
Referenzen
DergiPark
PubMed Central®
AWMF
Individualisierte systemische Therapien: Kapseln und transdermale Cremes
Individuelle Kapseln mit Wirkstoffkombinationen
Ein innovativer Ansatz zur Behandlung von PCOS ist die Entwicklung von individualisierten Kapseln, die Metformin mit spezifischen Nahrungsergänzungsmitteln kombinieren. Diese Kapseln bieten mehrere Vorteile:
- Maßgeschneiderte Dosierung: Die Wirkstoffmenge kann genau an die Bedürfnisse der Patientin angepasst werden, um eine optimale Wirkung zu erzielen und Nebenwirkungen zu minimieren.
- Kombinierte Wirkstoffe: Metformin kann mit Substanzen wie Vitamin D, Inositol oder Omega-3-Fettsäuren kombiniert werden, um mehrere Symptome gleichzeitig zu adressieren.
- Verbesserte Compliance: Eine einzige Kapsel, die mehrere Wirkstoffe enthält, erleichtert die Einnahme und verbessert die Therapietreue.
- Flexibilität: Individuelle Rezepturen können auf spezifische Symptome oder Unverträglichkeiten der Patientin abgestimmt werden.
Ein Beispiel für solch einen Ansatz ist die Verwendung von speziell entwickelten Füllstoffen wie Dilucap SLD, die die Herstellung individualisierter Kapseln erleichtern. Diese Technologien machen es möglich, die Therapie auf die Bedürfnisse der einzelnen Patientin abzustimmen.
Kapseln auf Basis von DiluCap – optimierte Löslichkeit für bessere Bioverfügbarkeit
DiluCap SLD ist ein gebrauchsfertiger Kapselfüllstoff, der speziell für die Verwendung mit hochlöslichen Wirkstoffen der Biopharmazeutischen Klassifizierungssystem-Klassen I und III entwickelt wurde.
Metformin-Hydrochlorid gehört zur BCS-Klasse III (Biopharmazeutisches Klassifizierungssystem).
Das bedeutet:
- Hohe Wasserlöslichkeit
- Geringe Membranpermeabilität
Da Metformin gut in Wasser löslich ist, aber eine schlechte Permeabilität über die Darmmembran aufweist, gehört es zu dieser Klasse. Die Bioverfügbarkeit wird daher oft durch Permeabilitätsverbesserer oder spezielle Formulierungen optimiert.
DiluCap SLD fördert die Zerfallsgeschwindigkeit des Wirkstoffs, ohne dessen Löslichkeit negativ zu beeinflussen, und verbessert die Permeabilität durch die Magen-Darm-Barriere. Zudem ist DiluCap SLD physiologisch inert und frei von Allergenen wie Laktose, Gluten und Soja.
Die Vorteile von DiluCap SLD umfassen:
- Vermeidung der Entmischung zwischen Wirkstoff und anderen Bestandteilen der Formulierung.
- Erhalt der Stabilität des Wirkstoffs.
- Dosierungsgenauigkeit durch eine gleichmäßige Partikelverteilung.
- Hohe Leistungsfähigkeit der Formulierungen mit angemessener Bioverfügbarkeit.
- Verbesserte Handhabung verschiedener Pulver und gute Fließeigenschaften.
- Nachgewiesene Funktionalität und Reproduzierbarkeit in jeder Charge.
- Reduzierung der Prozesszeit und der Anzahl der Lagerartikel.
Durch die Verwendung von DiluCap SLD können Apotheker effizient und sicher Kapseln herstellen, die eine konsistente Dosierung und verbesserte Bioverfügbarkeit der Wirkstoffe gewährleisten.
Kapselherstellung mit DiluCap
Einen Leitfaden zur Kapselherstellung mit DiluCap finden Sie in diesem Dokument
Rezepturbeispiel
Metformin+ Myo-Inositol mit DiluCap SLD (Kapselgröße 00)
Metforminhydrochlorid 0,4g
Myo-Inositol 0,2g
DiluCap SLD q.s. (Minimum 30% des Gesamtvolumens)
Wir empfehlen die Nutzung von Cellulosekapseln Größe 000
Stabilität nur empirisch ermittelt, Empfehlung gemäß NRF Fall 5 „Empfehlung zur Vergabe der Aufbrauchsfristen“ : < 4 Wochen.
Zu diesen Rezepturen liegen uns keine Stabilitätsdaten vor, es handelt sich lediglich um theoretische Überlegungen. Eine individuelle Plausibilitätsprüfung und Risikobewertung ist weiterhin notwendig.
Für Rezepturen mit unklarer Stabilität kann sich z.B. am Fall 5 der Empfehlungen zur Vergabe der Aufbrauchsfristen des NRF orientiert werden, in welchem <4 Wochen für wasserhaltige Rezepturen empfohlen werden. Eine weitere Alternative bietet das USP <795>, welches in unklaren Fällen bei wasserhaltigen Rezepturen max. 35 Tage empfiehlt.
Weitere Links
Nutze unseren Kapselfüllstoff-Finder für DiluCap auf unserer globalen Webseite, um für jeden Wirkstoff den passenden Kapselfüllstoff zu nutzen.
Alle DiluCap-Produkte finden Sie auf unserer Webseite oder im Shop.
Zum Thema Kapselherstellung ist zum Beispiel auch noch dieser Podcast interessant:
https://www.youtube.com/watch?v=6UUbtFgsxKs
Transdermale Therapien als Cremes und Gele
Creme-Herstellung mit Pentravan®
Neben Kapseln werden auch transdermale Formulierungen wie Metformin-Cremes, z.B. auf Basis der transdermalen Grundlage Pentravan® erforscht. Diese könnten bei Patientinnen, die orale Medikamente schlecht vertragen, eine effektive Alternative darstellen. Transdermale Therapien haben folgende Vorteile:
- Reduzierte Nebenwirkungen: Da der Wirkstoff die Magen-Darm-Passage umgeht, treten weniger gastrointestinale Beschwerden auf.
- Gezielte Wirkung: Der Wirkstoff wird direkt über die Haut ins Zielgewebe transportiert, was eine lokale und systemische Wirkung ermöglicht.
- Verbesserte Bioverfügbarkeit: Der Umgehung des First-Pass-Effekts in der Leber könnte eine effektivere Aufnahme des Wirkstoffs fördern.
Produktinformation und Verarbeitungshinweise Pentravan®
Einen Leitfaden zur Verarbeitung von Pentravan® finden Sie in diesem Dokument
Rezepturbeispiele
Metformin Creme 10% in Pentravan®
Metforminhydrochlorid 10g
DMSO 10-15g
Pentravan® ad 100g
Metformin mit Resveratrol und Vitamin D3 in Pentravan®
Metforminhydrochlorid 20g
Resveratrol 20g
Vitamin D3 500.000 IU
Pentravan® ad 100g
Stabilität nur empirisch ermittelt, Empfehlung gemäß USP <795>: max. 35 Tage
Stabilität nur empirisch ermittelt, Empfehlung gemäß NRF Fall 5 „Empfehlung zur Vergabe der Aufbrauchsfristen“ : < 4 Wochen.
Zu diesen Rezepturen liegen uns keine Stabilitätsdaten vor, es handelt sich lediglich um theoretische Überlegungen. Eine individuelle Plausibilitätsprüfung und Risikobewertung ist weiterhin notwendig.
Für Rezepturen mit unklarer Stabilität kann sich z.B. am Fall 5 der Empfehlungen zur Vergabe der Aufbrauchsfristen des NRF orientiert werden, in welchem <4 Wochen für wasserhaltige Rezepturen empfohlen werden. Eine weitere Alternative bietet das USP <795>, welches in unklaren Fällen bei wasserhaltigen Rezepturen max. 35 Tage empfiehlt.
Stabilität nur empirisch ermittelt, Empfehlung gemäß NRF Fall 5 „Empfehlung zur Vergabe der Aufbrauchsfristen“ : < 4 Wochen.
Zu diesen Rezepturen liegen uns keine Stabilitätsdaten vor, es handelt sich lediglich um theoretische Überlegungen. Eine individuelle Plausibilitätsprüfung und Risikobewertung ist weiterhin notwendig.
Für Rezepturen mit unklarer Stabilität kann sich z.B. am Fall 5 der Empfehlungen zur Vergabe der Aufbrauchsfristen des NRF orientiert werden, in welchem <4 Wochen für wasserhaltige Rezepturen empfohlen werden. Eine weitere Alternative bietet das USP <795>, welches in unklaren Fällen bei wasserhaltigen Rezepturen max. 35 Tage empfiehlt.
Herausforderungen der transdermalen Therapie
Die Hautdurchlässigkeit stellt eine Barriere dar, die durch spezielle Formulierungen z.B. auf Basis von Pentravan® überwunden werden kann. Diese Technologien können die Absorption verbessern und die Wirksamkeit steigern.
Referenzen
PubMed Central
Global Research
Innovare Academic Sciences
PubMed Central
Fagron DiluCap Broschüre
ScienceDirect
Metformin in der topischen Anwendung bei Akne und Haarausfall
Therapie hormonell bedingter Akne mit Metformin
Metformin zeigt sich in aktuellen Studien als vielseitige Therapieoption. Ein topisches 30%-Gel konnte Akne vulgaris bei Frauen wirksam behandeln, besonders durch die Verbesserung von Komedonen, Papeln und Knötchen – ganz ohne Nebenwirkungen. Gleichzeitig weist Metformin entzündungshemmende und immunmodulierende Eigenschaften auf, die es vielversprechend für entzündungsbedingte Erkrankungen machen. Diese Erkenntnisse unterstreichen das Potenzial von Metformin, nicht nur bei Stoffwechselstörungen, sondern auch in der Haut- und Entzündungstherapie eine Schlüsselrolle zu spielen.
Topische Creme oder Gelformulierungen zur Anwendung bei Akne
Creme- und Gelgrundlagen zur Anwendung bei unreiner oder zu Akne neigender Haut sollten einen geringen Fettanteil aufweisen und idealerweise eine leichte, nicht komedogene Formulierung besitzen. Eine gute Grundlage zeichnet sich durch eine hohe Hautverträglichkeit aus und sollte weder die Poren verstopfen noch die Talgproduktion zusätzlich anregen. Da die Haut bereits entzündet und gereizt sein kann, ist es von Vorteil, auf irritierende Inhaltsstoffe zu verzichten. Besonders vorteilhaft sind Formulierungen mit hydratisierenden und beruhigenden Komponenten, die gleichzeitig überschüssigen Talg absorbieren und das Hautbild verfeinern. Emulsionen mit einer wasserbasierten oder leichten Öl-in-Wasser-Struktur unterstützen eine gute Wirkstofffreisetzung, ohne die Haut unnötig zu beschweren.
Metforminhydrochlorid ist gut wasserlöslich und im leicht sauren bis neutralen Medium stabil, was eine gute Ausgangslage für entsprechende topische Zubereitungen bietet
Rezepturbeispiele
Metformin Gel 10-30%
Metforminhydrochlorid 10-30g
Carbomergel (pH 6,5) ad 100g
Stabilität nur empirisch ermittelt, Empfehlung gemäß NRF Fall 5 „Empfehlung zur Vergabe der Aufbrauchsfristen“ : < 4 Wochen.
Metformin Creme 10-30%
Metforminhydrochlorid 10-30g
nichtionische hydrophile Creme SR ad 100g
Stabilität nur empirisch ermittelt, Empfehlung gemäß NRF Fall 5 „Empfehlung zur Vergabe der Aufbrauchsfristen“ : < 4 Wochen.
Metformin 10-30% in Cleoderm™
Metforminhydrochlorid 10-30g
Cleoderm™ ad 100g
Stabilität nur empirisch ermittelt, Empfehlung gemäß USP <795>: max. 35 Tage
Zu diesen Rezepturen liegen uns keine Stabilitätsdaten vor, es handelt sich lediglich um theoretische Überlegungen. Eine individuelle Plausibilitätsprüfung und Risikobewertung ist weiterhin notwendig.
Für Rezepturen mit unklarer Stabilität kann sich z.B. am Fall 5 der Empfehlungen zur Vergabe der Aufbrauchsfristen des NRF orientiert werden, in welchem <4 Wochen für wasserhaltige Rezepturen empfohlen werden. Eine weitere Alternative bietet das USP <795>, welches in unklaren Fällen bei wasserhaltigen Rezepturen max. 35 Tage empfiehlt.
Ein vielversprechender Ansatz für Haarregeneration und Haarausfall
Aktuelle Studien zeigen das Potenzial von Metformin bei der Behandlung von Haarausfall. In einem Haarfollikel-Rekonstruktionsmodell förderte Metformin die Aktivität haarinduzierender Zellen durch die Aktivierung von Biomarkern wie β-Catenin und SOX2. Dies könnte neue Wege für Haarregenerationstherapien eröffnen.
Eine weitere Untersuchung zeigte, dass Metformin bei Männern mit androgenetischer Alopezie den Spiegel des luteinisierenden Hormons (LH) und dessen Verhältnis zu FSH senkt, was positive Effekte auf die Hypophysenfunktion nahelegt.
Diese Erkenntnisse unterstreichen Metformins potenzielle Rolle in der Behandlung von Haarerkrankungen.
Metformin ist nicht nur ein Eckpfeiler der Diabetesbehandlung, sondern bietet vielseitige Einsatzmöglichkeiten bei PCOS, Anti-Aging und Gewichtsmanagement. Durch die Kombination mit Vitaminen, Mineralstoffen und Phytopharmaka sowie die Entwicklung individualisierter Kapseln können Therapien präziser und effektiver gestaltet werden. Die transdermale Therapie stellt eine vielversprechende Alternative dar, um Patientinnen mit spezifischen Bedürfnissen eine individuelle und gut verträgliche Behandlung zu ermöglichen. Die individualisierte Arzneimitteltherapie bietet somit einen entscheidenden Fortschritt in der Behandlung komplexer Krankheitsbilder wie PCOS.
Die Therapie von Haarausfall kann sehr komplex sein, und die Anwendung der Kopfhaut ist für den Patienten weniger praktisch als am restlichen Körper. Schäume sind hier daher besonders gut geeignet, da sie tropffrei und wenig fettend sind, was die Anwendung auf der Kopfhaut erleichtert. Lösungen sind ebenfalls gut geeignet, hier sollte allerdings nach Möglichkeit eine alkoholfreie Formulierung gewählt werden, um die empfindliche Kopfhaut nicht zu reizen oder auszutrocknen.
Lösungen und Schäume mit Metformin auf Basis von TrichoConcept™
TrichoSol™ und TrichoFoam™ sind speziell entwickelte Grundlagen für die topische Anwendung auf der Kopfhaut, die jeweils einzigartige Vorteile bieten:
- Hydrophile Lösung: Ermöglicht eine einfache und gleichmäßige Verteilung auf der Kopfhaut.
- Schonend: Die Formulierung ist sanft zur Kopfhaut und verursacht keine Trockenheit von Haar und Kopfhaut.
- Kompatibilität: Stabil mit sowohl wasser- als auch fettlöslichen Wirkstoffen.
- Schaumgrundlage: Bietet eine tropffreie Anwendung durch einen weichen Schaum, der nicht fettet.
- Gezielte Applikation: Ermöglicht eine präzise Anwendung auf spezifischen Kopfhautbereichen.
- Frei von Treibgasen: Die Formulierung erzeugt den Schaum ohne den Einsatz von Treibgasen.
- Kompatibilität: Stabil mit wasser- und fettlöslichen Wirkstoffen.
Beide Produkte enthalten den patentierten TrichoTech™ Phytokomplex, eine Mischung aus sorgfältig ausgewählten ätherischen Ölen, die synergistisch auf der Kopfhaut wirken. Dieser Phytokomplex unterstützt das Bulb-Shaft-Strand-System (BSS) des Haares und bietet vielfältige Vorteile:
- Entzündungshemmend und antimykotisch: Reduziert Entzündungen und bekämpft Pilzinfektionen auf der Kopfhaut.
- Reduktion von Kopfhautreizungen: Beruhigt die Kopfhaut und mindert Irritationen.
- Kontrolle von Schuppen und Sebumproduktion: Hilft bei der Regulierung von Schuppenbildung und Fettproduktion.
- Stimulation der Haarfollikel und des Haarwachstums: Fördert das Haarwachstum und stärkt die Haarfollikel.
- Verbesserung der lokalen Durchblutung: Erhöht die Durchblutung der Kopfhaut, was die Nährstoffversorgung der Haarwurzeln unterstützt.
Die ätherischen Öle in TrichoTech™ stammen aus exklusiven Pflanzen, die unter strengen Kontrollen kultiviert werden, um höchste Qualität und Reinheit zu gewährleisten. Die Kombination dieser Öle wurde so gewählt, dass ihre therapeutischen Eigenschaften sich gegenseitig verstärken und potenzieren, um maximale Synergieeffekte zu erzielen.
Produktinformation und Verarbeitungshinweise TrichoConcept™
Einen Leitfaden zur Verarbeitung von TrichoFoam™ und TrichoSol™ finden Sie in diesem Dokument
Rezepturbeispiele
Metformin 10% in TrichoFoam™
Metforminhydrochlorid 10g
TrichoFoam™ ad 100g
Stabilität nur empirisch ermittelt, Empfehlung gemäß USP <795>: max. 35 Tage
Metformin 10% in TrichoSol™
Metforminhydrochlorid 10g
TrichoSol™ ad 100g
Stabilität nur empirisch ermittelt, Empfehlung gemäß USP <795>: max. 35 Tage
Zu diesen Rezepturen liegen uns keine Stabilitätsdaten vor, es handelt sich lediglich um theoretische Überlegungen. Eine individuelle Plausibilitätsprüfung und Risikobewertung ist weiterhin notwendig.
Für Rezepturen mit unklarer Stabilität kann sich z.B. am Fall 5 der Empfehlungen zur Vergabe der Aufbrauchsfristen des NRF orientiert werden, in welchem <4 Wochen für wasserhaltige Rezepturen empfohlen werden. Eine weitere Alternative bietet das USP <795>, welches in unklaren Fällen bei wasserhaltigen Rezepturen max. 35 Tage empfiehlt.
Referenzen
PubMed Central
Medical Journal Sweden
Wiley Online Library
PubMed Central
PubMed Central
PubMed Central
Fagron Formulary
Produkte erhältlich im Fagron Online-Shop:
- Metforminhydrochlorid
- DiluCap SLD weitere Varianten
- Cellulosekapselhüllen
- Carbomergel
- nichtionische hydrophile Creme SR
- Cleoderm™
- TrichoSol™
- TrichoFoam™
- Pentravan®
Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, teile ihn gerne mit deinen Kollegen:
Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email
Weitere interessante Blogartikel
Lidocain-Base Rezepturen
Oftmals steht man vor der Frage, ob nun die Base oder das Salz verarbeitet werden soll. Welche Verbindung ist also wann die Richtige?
Zum Blogartikel »
Rezepturblog
Lithium-Orotat Rezepturen
Sind Lithium-Orotat Rezepturen bei der Behandlung von Post-Covid-Symptomen und Fatigue, mit Hilfe von Kapseln oder Lösungen eine Möglichkeit?
Zum Blogartikel »
Rezepturblog
Nitrofurantoin Suspensionen und ihre Viskositätsprobleme
Eine mögliche Ursache für eine unerwartete Verdickung der Nitrofurantoin-Suspension könnte auf die makrokristalline Struktur des Wirkstoffes zurückzuführen sein…
Haftungsausschluss:
Bitte beachten Sie, dass die oben aufgeführten Rezepturbeispiele theoretische Überlegungen sind, die als Hilfestellung bei der Recherche für die Plausibilitätsprüfung dienen sollen. Da jede Rezeptur bzw. Plausibilitätsprüfung durch einen Apotheker oder eine Apothekerin freigegeben werden muss, obliegt es diesem/r, zu entscheiden, ob die Rezeptur sinnvoll bzw. plausibel ist. Die Entscheidung liegt somit ausschließlich beim verantwortlichen Apotheker oder bei der verantwortlichen Apothekerin. Die Firma Fagron GmbH übernimmt keine Haftung.
Lidocain-Base Rezepturen: Überwindung der Löslichkeitsproblematik mit 3 bewährten Methoden
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Einer der bekanntesten Vertreter der Lokalanästhetika ist zweifellos Lidocain. Dieser Wirkstoff blockiert die spannungsabhängigen Natriumkanäle der Neuronen und verringert somit die Durchlässigkeit ihrer Membran gegenüber Natriumionen.
Lidocain findet in verschiedenen Formen Anwendung – sei es als Injektion, Gel, Creme, Salbe oder Spray. Es wird zu unterschiedlichen medizinischen Zwecken eingesetzt, unter anderem als Lokalanästhetikum bei kleineren Eingriffen oder in der Zahnmedizin, aber auch als Arzneimittel in der Schmerztherapie, beispielsweise bei neuropathischen Schmerzen.
Zudem wird es bei der Behandlung von Herzrhythmusstörungen verwendet. In diesem Artikel konzentrieren wir uns jedoch auf die dermalen bzw. topischen Darreichungsformen und die Möglichkeiten in der Rezeptur. Oftmals steht man vor der Frage, ob nun die Base oder das Salz verarbeitet werden soll. Welche Verbindung ist also wann die Richtige?
Wann setzte ich Lidocain-Base und wann Lidocain-Hydrochlorid ein?
Als nützliche Eselsbrücke kann man sich merken: Lidocain- Base eignet sich für „geschlossene/intakte“ Haut, während Lidocain-Hydrochlorid (Salz) für „offene“ Haut oder Schleimhäute ideal ist. ( B und G kommen vor H und O im Alphabet)
Die schlechte Wasserlöslichkeit der Base macht es perfekt für Anwendungen, die eine langsame Freisetzung des Wirkstoffs erfordern, insbesondere wenn dieser in nicht-wässrigen Lösungsmitteln oder auf einer Fettbasis gelöst wird. Es kann aber unter gewissen Bedingungen auch in hydrophilen Grundlagen eingearbeitet werden. Die Lidocain-Base findet häufig Verwendung in topischen Formulierungen wie Salben, Cremes und Gelen, besonders wenn eine lang anhaltende Wirkung auf der Haut gewünscht ist. Die langsamere Absorption von Lidocain Base ist bei der lokalen Schmerzlinderung von Vorteil, da sie eine längere Wirkdauer ermöglicht. Oft werden lipophile Grundlagen verwendet, um zusätzlich vom okklusiven Effekt zu profitieren, wodurch das Arzneimittel länger auf der Haut verbleibt und eine verlängerte Wirkung erzielt wird.
Das Salz bzw. Hydrochlorid hingegen hat eine gute Wasserlöslichkeit, weshalb es sich sehr gut für wasserhaltige Rezepturen eignet z.B. Gele, Creme oder Lösungen. Aufgrund der schnellen Absorption ist Lidocain HCl besonders nützlich, wenn eine unmittelbare Wirkung erforderlich ist z.B. bei offenen Wunden oder entzündeten Arealen.
Eigenschaften und Normdosen der Lidocain-Base
- Schlecht bzw. praktisch unlöslich in Wasser
- Stabil gegen Hitze
- Rezeptierbarer pH-Bereich: 4-7
- Normdosis: 0,5 – 10 % Erwachsene
- Normdosis: 0,5 – 3 % Kinder
Herstellung mit der FagronLab™ TRM Salbenmühle
Wird Lidocain-Base in eine Salbengrundlage, also in eine wasserfreie Zubereitung, eingearbeitet, in der es sich nicht löst, dann kommt die Salbenmühle bzw. der Dreiwalzenstuhl zum Einsatz. Hier liegt Lidocain-Base dann suspendiert vor. Um zu vermeiden, dass der Patient bei der Abgabe ein Peeling erhält, muss die Rezeptur unbedingt über die Salbenmühle oder den Dreiwalzenstuhl verarbeitet werden.
Zunächst kann die Lidocain-Base in der Glasfantaschale vor-zerkleinert werden. Vom Mörsern würde ich jedoch abraten, da es zu einem Wirkstoffverlust kommen kann und Lidocain die Atemwege reizen kann. Hierbei sollte im Hinblick auf die Arbeitssicherheit die Partikelbelastung in der Luft so gering wie möglich gehalten werden.
Deshalb erfolgt die weitere Zerkleinerung mit der Salbenmühle oder dem Dreiwalzenstuhl, da man ohnehin nicht ohne diese auskommt. Es sollten mindestens drei Durchgänge mit der Salbenmühle oder dem Dreiwalzenstuhl erfolgen. Dabei sollte nach jedem Durchlauf die Walzenstellung um eine Einheit verkleinert werden, um ein homogenes Ergebnis zu erzielen. Es könnte zuvor auch ein Rezepturkonzentrat hergestellt werden, gerade bei vermehrter Herstellung.
Rezepturbeispiel
Lidocain 10% in Hydrophobes Basisgel DAC
Lidocain-Base 5,00 g
Hydrophobes Basisgel DAC ad 50,00 g
Die Haltbarkeit sollte aufgrund von möglichem Kristallwachstum bei max. 3 Monaten angesetzt werden und eventuell sollte die Lagerung im Kühlschrank in Erwähnung gezogen werden, dies ist die Empfehlung des Online NRF/DAC.*
Produkte erhältlich im Fagron Online-Shop:
Herstellung mit Wärme bzw. dem FagronLab™ PRO-DMS Magnetrührer
Die Lidocain-Base ist hitzestabil und löst sich in der Macrogolsalbe, was diese zu einer geeigneten Option macht, insbesondere wenn man eine Rezeptur mit fester Konsistenz wünscht. Man sollte jedoch bedenken, dass Macrogolsalbe die Haut reizen kann und daher nicht für jeden Patienten geeignet ist. Nichtsdestotrotz lässt sich diese Rezeptur realisieren. Für die Herstellung wird ein Wasserbad oder eine Heizplatte bzw. ein Magnetrührer mit Heizfunktion benötigt.
Zunächst werden alle Grundlagenbestandteile – Macrogol 400, Propylenglykol und Macrogol 4000 – gemischt und dann „geschmolzen“, bis eine klare Flüssigkeit entsteht bei ca. 60°C. In dieser Schmelze wird dann die Lidocain-Base gelöst. Dies kann etwas Zeit in Anspruch nehmen, insbesondere wenn das Lidocain zuvor nicht zerkleinert wurde. Ich habe in meiner Rezeptur darauf verzichtet, da es sich ohnehin löst und ich keinen Wirkstoffverlust riskieren wollte. Zudem kann die Arbeitssicherheit, im Vergleich zur Verarbeitung mit der Salbenmühle oder dem Dreiwalzenstuhl, besser gewährleistet werden.
Nachdem die Lidocain-Base gelöst ist, wird die Salbe kaltgerührt. Die Konsistenz der Salbe kann sich nach dem Erkalten und mit der Zeit noch verändern bzw. fester werden. Diese Rezepturvorschrift statt ursprünglich aus dem niederländischen Formularium.
Haltbarkeitsvergabe würde ich gemäß NRF/DAC Empfehlungen zur Festlegung der Aufbrauchsfrist- Fall 2 durchführen.**
Rezepturbeispiel
Lidocain 5% in Macrogolsalbe
Lidocain-Base 2,50 g
Propylenglycol 12,50g
Macrogol 4000 15,00g
Macrogol 400 20,00g
- Lidocain-Base
- Propylenglycol
- Macrogol 4000 Pulver
- Macrogol 400 Flüssigkeit
- Glasfantaschale
- Wägeschälchen
- FagronLab™ PRO-DMS Magnetrührer
Herstellung mit einem Eutektikum
Wenn eine Herstellungsmethode benötigt wird, bei der Lidocain ohne Wärme oder den Einsatz einer Salbenmühle bzw. einem Dreiwalzenstuhl verarbeitet werden soll, besteht die Möglichkeit, ein Eutektikum einzusetzen. Diese Alternative ermöglicht es, Lidocain-Base sogar in wasserhaltige Grundlagen einzuarbeiten und selbstverständlich auch in lipophilen bzw. hydrophoben. Dies ist möglich, wenn Lidocain-Base und Menthol in bestimmten Verhältnissen (1:1) gemischt werden; sie bilden dann eine eutektische Mischung.
Diese Mischung hat einen Schmelzpunkt, der niedriger ist als der von Lidocain-Base oder Menthol allein. Dadurch wird aus zwei „Pulvern“ eine Flüssigkeit, welche sich optimal in Grundlagen emulgieren lässt. Aber Vorsicht, je nach Menge und Grundlage kann die Grundlage sich verflüssigen. Diese Rezepturen sollten aufgrund des Menthols nicht rektal oder auf geschädigten Hautstellen angewendet werden.
Die Verwendbarkeitsfrist würde ich gemäß NRF/DAC Empfehlungen zur Festlegung der Aufbrauchsfrist- Fall 5 vergeben.**
Rezepturbeispiel
Lidocain 4% in Hydrophobe Basiscreme DAC mit Menthol als Eutektikum
Lidocain-Base 2,00 g
Menthol 2,00 g
Hydrophobe Basiscreme DAC ad 50,00 g
Produkte erhältlich im Fagron Online-Shop:
Der Lidocain-Rezepturen Vergleich
In diesem Video habe ich vor allem noch einmal die verschiedenen Konsistenzen miteinander verglichen: drei verschiedene Herstellungsmethoden, drei unterschiedliche Grundlagen für einen Wirkstoff. Lidocain-Base-Rezepturen können vielfältig sein, und gerade im Bereich der Individualrezepturen ergeben sich zahlreiche Optionen.
Quellen
Informationen rund um das Thema Lidocain-Base und Lidocain-Hydrochlorid, wie auch mögliche Rezepturvorschriften können folgenden Quellen entnommen werden:
NRF/DAC – Rezepturhinweise
NRF/DAC – Dosierung
NRF/DAC- Wirkstoffprofile
Empfehlungen Aufbrauchsfrist
Europäisches Arzneibuch
Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, teile ihn gerne mit deinen Kollegen:
Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Print
Email
Weitere interessante Blogartikel
Suspension – Herstellung mit Fertigarzneimitteln
Suspension – Herstellung mit Fertigarzneimmitteln bzw. Tabletten als Ausgangsstoff und individueller Viskositätseinstellung
Zum Blogartikel »
Rezepturblog
Lithium-Orotat Rezepturen
Sind Lithium-Orotat Rezepturen bei der Behandlung von Post-Covid-Symptomen und Fatigue, mit Hilfe von Kapseln oder Lösungen eine Möglichkeit?
Zum Blogartikel »
Rezepturblog
Suspension herstellen aus Weichkapseln?
Kann man aus Weichkapseln eine Suspension herstellen? Und ist dies auch mit SyrSpend® SF möglich? Erfahren Sie, unter welchen Bedingungen dies machbar ist und erhalten Sie ein Rezeptur-Beispiel, insbesondere für die Herstellung einer Suspension während eines Lieferengpasses von Pednidan Saft (Ethosuximid).
Haftungsausschluss:
Bitte beachten Sie, dass die oben aufgeführten Rezepturbeispiele theoretische Überlegungen sind, die als Hilfestellung bei der Recherche für die Plausibilitätsprüfung dienen sollen. Da jede Rezeptur bzw. Plausibilitätsprüfung durch einen Apotheker oder eine Apothekerin freigegeben werden muss, obliegt es diesem/r, zu entscheiden, ob die Rezeptur sinnvoll bzw. plausibel ist. Die Entscheidung liegt somit ausschließlich beim verantwortlichen Apotheker oder bei der verantwortlichen Apothekerin. Die Firma Fagron GmbH übernimmt keine Haftung.
Eine transdermale Creme in der Apotheke individuell herstellen:
Der Leitfaden zur personalisierten Hormontherapie
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
In einer Zeit, in der das Thema der personalisierte Medizin immer mehr in den Vordergrund tritt, gewinnt besonders die individuelle Hormontherapie zunehmend an Bedeutung. Jeder Mensch ist einzigartig – und so sind auch seine Bedürfnisse, insbesondere wenn es um so sensible Bereiche wie eine Hormontherapie geht. Die Standardmedikation, die oft durch Fertigarzneimittel repräsentiert wird, stößt hierbei regelmäßig an ihre Grenzen. Individuell angepasste Rezepturen bieten hingegen eine maßgeschneiderte Lösung, die den spezifischen Anforderungen jedes Einzelnen gerecht wird.
Die Grenzen der Fertigarzneimittel
Fertigarzneimittel sind für eine breite Masse konzipiert und basieren auf Durchschnittswerten, die nicht immer die individuellen physiologischen Schwankungen der Hormone oder anderer Botenstoffe sowie weitere spezifischen Bedürfnisse eines Einzelnen berücksichtigen. Diese „One-Size-Fits-All“-Ansätze können in vielen Fällen suboptimale Ergebnisse liefern, da sie nicht auf die persönlichen Unterschiede in der Biochemie, Hormonsensitivität und Anwendungsmöglichkeiten der Patienten eingehen.
Vorteile der individuellen Hormontherapie
Fertigarzneimittel sind für eine breite Masse konzipiert und basieren auf Durchschnittswerten, die nicht immer die individuellen physiologischen Schwankungen der Hormone oder anderer Botenstoffe sowie weitere spezifischen Bedürfnisse eines Einzelnen berücksichtigen. Diese „One-Size-Fits-All“-Ansätze können in vielen Fällen suboptimale Ergebnisse liefern, da sie nicht auf die persönlichen Unterschiede in der Biochemie, Hormonsensitivität und Anwendungsmöglichkeiten der Patienten eingehen.
Die Rolle der individualisierten Rezeptur
Individualisierte Rezepturen spielen eine Schlüsselrolle in der maßgeschneiderten Hormontherapie. Apotheken, die sich auf individuelle Rezepturen spezialisiert haben, können Hormonpräparate exakt nach den Vorgaben der behandelnden Ärzte anfertigen. Dies ermöglicht eine flexible Anpassung der Dosierung, die Kombination verschiedener Hormone in einem Präparat oder die Verwendung spezifischer Trägerstoffe, um die Aufnahme und Verträglichkeit zu optimieren.
Rezepturbeispiel für eine bioidentische Progesteron-Creme
Progesteron 3%
Mandelöl oder Propylenglycol q.s.
Pentravan® Transdermale Basiscreme ad 100,00g
Pentravan® Transdermale Basiscreme – das Wirkprinzip
Die Cremegrundlage Pentravan® interagiert durch ihre Zusammensetzung mit der Lipidbarriere des Stratum Corneum und fördert so die Permeation des Wirkstoffes durch die oberen Hautschichten (Quelle: 1, siehe Abbildung). Durch die besondere Zusammensetzung wird die Lipidbarriere nicht ausgewaschen oder zerstört – die Haut bleibt intakt. Eine ausführlichere Erklärung kann dem folgenden Link entnommen werden:
Quelle
Die wichtigste Fakten zu Pentravan® Transdermale Basiscreme
Alle wichtigen Infos können der Kompatibilitätstabelle entnommen werden. Dort sind u.a. Angaben zu getesteten Wirkstoffen, deren Einsatzkonzentrationen, passenden Anreibemitteln, Stabilitätsdaten der Rezeptur, sowie die Lagerungsbedingungen aufgeführt. Zusätzlich findet man Informationen zu der Grundlage selbst wie z.B. den pH-Wert, Fett-/ und Wassergehalt. Außerdem, welche Ansprüche generell an einen Wirkstoff gestellt werden, wenn dieser transdermal appliziert werden soll.
Das Anreibemittel kann ausgetauscht werden, es wird Ethoxydiglykol und Propylenglykol für die dermale Anwendung empfohlen und Mandelöl für die vaginale Applikation.
Quelle
Studienlage zu Progesteron in Pentravan® Transdermale Basiscreme
Hierzu wurden Permeationsstudien durchgeführt, welche zusammen mit weiteren Studien dem folgenden Link entnommen werden können:

Referenzen:
Produkte erhältlich im Fagron Online-Shop:
Kennen Sie schon meinen Rezepturtipp zur Herstellung mit Pentravan®? Hier können Sie sich ihn nochmal anschauen:
Referenzen
Topi-CLICK® Dosiersystem – Auf die richtige bzw. individuelle Dosierung kommt es an, wählen Sie das passende Packmittel:
Wie wird die Dosierung mit dem Topi-CLICK® berechnet?
Exakt dosieren mit Topi-CLICK®
Rechenbeispiel:
Dichte Pentravan® (Grundlage): 0,987g/ml
Die Patientin soll 2-mal täglich je 60 mg Progesteron auf die Oberschenkelinnenseite auftragen. Verordnet wurde:
Progesteron 3% in Pentravan® 3000 mg (3 g) in 100 g Pentravan®
300 mg (0,3 g) in 10 g Pentravan®
30 mg (0,03 g) in 1 g Pentravan®
60 mg in 2 g Pentravan®
→ 2 g Progesteron 3 % in Pentravan® sollen 2-mal täglich aufgetragen werden.
2 g Creme entsprechen X ml
0,987 g Pentravan® entspricht 1 ml
→ X= 2,0263 ml Progesteron 3 % in Pentravan®
2,00 ml (+/- 5 %) entsprechen damit:
- 8 Klicks / Viertelumdrehungen beim 35 ml Topi-Click®
- 4 Klicks / Viertelumdrehungen beim 140 ml Topi-Click®
Herausforderungen und Chancen
Die Umsetzung einer individuellen Hormontherapie stellt sowohl Patienten als auch Ärzte und Apotheker vor neue Herausforderungen. Die Notwendigkeit umfangreicher Voruntersuchungen, die enge Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten und der höhere Zeitaufwand für die Anfertigung individueller Rezepturen erfordern ein hohes Maß an Engagement. Doch die potenziellen Vorteile – eine effektivere, besser verträgliche Behandlung und eine höhere Lebensqualität – rechtfertigen diesen Aufwand.
Fazit
Eine individuelle Hormontherapie bietet eine vielversprechende Alternative zu standardisierten Fertigarzneimitteln. Sie berücksichtigt die Einzigartigkeit jedes Menschen und ermöglicht eine Behandlung, die genau auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Trotz der damit verbundenen Herausforderungen sind die Chancen, die sie bietet, unübersehbar. In einer Zeit, in der personalisierte Ansätze in der Medizin immer wichtiger werden, könnte die individuelle Hormontherapie den Weg für eine neue Ära der Patientenversorgung ebnen.
Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, teile ihn gerne mit deinen Kollegen:
Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Print
Email
Weitere interessante Blogartikel
Nitrofurantoin Suspensionen und ihre Viskositätsprobleme
Eine mögliche Ursache für eine unerwartete Verdickung der Nitrofurantoin-Suspension könnte auf die makrokristalline Struktur des Wirkstoffes zurückzuführen sein…
Zum Blogartikel »
Rezepturblog
Lidocain-Base Rezepturen
Oftmals steht man vor der Frage, ob nun die Base oder das Salz verarbeitet werden soll. Welche Verbindung ist also wann die Richtige?
Zum Blogartikel »
Rezepturblog
Suspension – Herstellung mit Fertigarzneimitteln
Suspension – Herstellung mit Fertigarzneimmitteln bzw. Tabletten als Ausgangsstoff und individueller Viskositätseinstellung
Haftungsausschluss:
Bitte beachten Sie, dass die oben aufgeführten Rezepturbeispiele theoretische Überlegungen sind, die als Hilfestellung bei der Recherche für die Plausibilitätsprüfung dienen sollen. Da jede Rezeptur bzw. Plausibilitätsprüfung durch einen Apotheker oder eine Apothekerin freigegeben werden muss, obliegt es diesem/r, zu entscheiden, ob die Rezeptur sinnvoll bzw. plausibel ist. Die Entscheidung liegt somit ausschließlich beim verantwortlichen Apotheker oder bei der verantwortlichen Apothekerin. Die Firma Fagron GmbH übernimmt keine Haftung.
FagronLab™ Rührsystem PRO
Inhaltsverzeichnis
Das FagronLab™ Rührsystem für maximale Effizienz
Das FagronLab™ Rührsystem PRO ist das Spitzenmodell der FagronLab™ Rührsysteme und bietet umfassende Funktionen mit vorvalidierten Programmen und anpassbaren Speicherfunktionen, um die Einhaltung der GMP- und Pharmakopöe-Standards zu gewährleisten. Mit seinem
10,1-Zoll-Touchdisplay vereinfacht es die Bedienung, da Benutzer die gewünschten Funktionen mühelos auswählen können und manuelle Einstellungen für Behältervolumen, Mischzeit und Geschwindigkeit entfallen. Mit integrierten Standardmischprogrammen, darunter Suspensionen, Emulsionen und Gele, wird die Herstellung halbfester Verbindungen optimiert.
Benutzer können Mischprogramme für verschiedene Krukengrößen neu skalieren, ohne Parameter neu berechnen zu müssen, was Zeit und Ressourcen spart. Die optimierte Mechanik und Elektronik des Geräts sorgen für einen leisen Betrieb und verbessern so das Benutzererlebnis.
Das FagronLab™ Rührsystem PRO bietet außerdem Zugriff auf Rezepturen dem DAC/NRF und
ermöglicht die individuelle Anpassung über eine optionale, abwaschbare Tastatur. Ausgestattet mit mehreren Anschlüssen bietet es Flexibilität für die mögliche Verbindung mit elektronischen Waagen, Druckern und anderen Geräten.
Gerätedetails des FagronLab™ Rührsystems PRO
*FagronLab™ EMP jars = FagronLab™ RS Kruken!

Der FagronLab™ PRO stellt die leistungsstärkste Lösung der Rührsysteme dar und erfüllt höchste Anforderungen an Standardisierung und Qualitätssicherung. Vorvalidierte Mischprogramme, ein intuitives 10,1-Zoll-Touchdisplay sowie individuell speicherbare Programme ermöglichen eine GMP- und pharmakopöekonforme Herstellung halbfester Arzneiformen wie Cremes, Gele und Emulsionen. Zusätzliche Schnittstellen und erweiterte Konnektivitätsoptionen machen das System besonders flexibel und zukunftssicher für moderne Rezepturapotheken.
Zurück zu Übersicht
Wissen rund um unsere Produkte
Entdecken Sie unser vollständiges Angebot an kostenlosen
E-Learnings, Video-Tutorials, Podcasts
und Blogartikeln zum Thema.
FagronLab™ Rührsysteme BASIC und EMP
Inhaltsverzeichnis
Die FagronLab™ Rührsysteme für den Einstieg
Sowohl das FagronLab™ Rührsystem BASIC als auch das Rührsystem EMP verfügen über
identische Funktionen. Der wesentliche Unterschied liegt in ihrer Funktionsweise. Während beide Modelle die Mischbewegungen entlang der horizontalen Achse automatisch ausführen, muss der
beim FagronLab™ Rührsystem BASIC der Arm für Bewegungen
entlang der vertikalen Achse manuell angehoben werden.
Gerätedetails der FagronLab™ Rührsysteme BASIC und EMP
*FagronLab™ EMP jars = FagronLab™ RS Kruken!

Der FagronLab™ BASIC bietet eine zuverlässige Einstiegslösung in die EMP-Technologie. Die Mischbewegungen auf der horizontalen Achse erfolgen automatisch, während die vertikale Bewegung manuell durch den Anwender gesteuert wird. Das Gerät eignet sich besonders für Apotheken, die eine standardisierte Homogenisierung bei gleichzeitiger manueller Kontrolle wünschen.

Der FagronLab™ EMP automatisiert die Mischbewegungen sowohl auf der horizontalen als auch auf der vertikalen Achse und ermöglicht dadurch eine effizientere und komfortablere Rezepturherstellung. Durch den vollständig automatisierten Mischprozess wird der Arbeitsaufwand reduziert und eine gleichbleibend hohe Homogenität der halbfesten Zubereitungen sichergestellt. Das Gerät ist ideal für Apotheken mit regelmäßigem Rezepturaufkommen.
Zurück zu Übersicht
Wissen rund um unsere Produkte
Entdecken Sie unser vollständiges Angebot an kostenlosen
E-Learnings, Video-Tutorials, Podcasts
und Blogartikeln zum Thema.