Pentravan® – Wirkstoffauswahl für transdermale Therapien

Pentravan® – Wirkstoffauswahl für die transdermale Therapie

Voraussetzungen an pharmazeutische Wirkstoffe für die transdermale Verabreichung

Die transdermale Applikation ermöglicht die Aufnahme eines Wirkstoffs über die Haut in den systemischen Kreislauf. Sie bietet Vorteile wie eine umgehende Leberpassage (First-Pass-Effekt), gleichmäßige Wirkstofffreisetzung und gute Patientenakzeptanz. Allerdings ist die Haut eine effektive Barriere – daher müssen bestimmte Eigenschaften erfüllt sein, damit ein Wirkstoff transdermal wirksam und sicher appliziert werden kann.

Wichtige Eigenschaften

  • kleine Molekülgröße (<400 Dalton ist optimal)
  • Ausgewogene Löslichkeit: Lipophilie / Hydrophilie
  • geringe therapeutische Dosis pro Tag
  • stabile chemische Struktur
  • Nicht reizend oder sensibilisierend

kleine Molekülgröße

Molekülmasse zwischen 100 u – 800 u
(u = atomare Masseneinheit)
Optimale Molekülmasse
< 400 u

Zu große Moleküle können die Hautbarriere nicht mehr überwinden und gelangen damit nicht ins Blut.

Ausgewogene Löslichkeit

Der Wirkstoff sollte in der Grundlage oder dem eingesetzten Lösungsvermittler löslich sein. Zusätzlich ist eine angemessene Wasserlöslichkeit nötig, um in die Haut diffundieren zu können.

geringe therapeutische Dosis

Der Wirkstoff sollte sehr stark wirksam sein, um mit geringen Tagesdosen auskommen zu können, da die Aufnahemkapazität und Auftragsfläche der Haut begrenzt sind.

stabile chemische Struktur

Der Wirkstoff sollte in halbfesten Grundlagen verarbeitbar sein und weitestgehend Hydrolyse- und Oxidationsstabil sein.

Zusätzlich sollte er direkt wirksam sein und keine weiteren biochemischen Reaktionen für die Wirksamkeit benötigen.

nicht reizend oder sensibilisierend

Der Wirkstoff sollte nicht reizend oder sensibilisierend für die Haut sein. *

*Murdan, S., A review of pluronic lecithin organogel as a topical and transdermal drug delivery system. Hospital Pharmacist; 12. July / August 2005

geeignete Wirkstoffe (Beispiele)

  • Analgetika
  • Antiemetika
  • Hormone
  • NSAIDs
  • Vasodilatatoren

ungeeignete Wirkstoffe (Beispiele)

  • Antibiotika (oft zu große Moleküle, dadurch keine vollständige Permeation durch die Haut)
  • Antipsychotika (Molekülmasse zu groß, dadurch keine vollständige Permeation)
  • Prodrugs (Durch Umgehung des First-Pass-Metabolismus keine ausreichende Aktivierung zur Wirkform gewährleistet)



Pentravan® Kompatibilitätstabelle zum Download

Voraussetzungen an pharmazeutische Wirkstoffe für die transdermale Verabreichung


Pentravan® – Wirkstoffauswahl für transdermale Therapien

Pentravan® – Allgemeine Herstellung

Wie verarbeite ich Pentravan®
in der Fantaschale?

  1. Berechnen Sie die benötigte Menge an Wirkstoff und Anreibemitteln für Ihre Rezeptur
  2. Homogenisieren Sie alle Pulverbestandteile zu einer gleichmäßigen Konsistenz. Mikronisierte Stoffe müssen nicht weiter zerkleinert werden.
  3. Verreiben Sie ggfs. die Wirkstoffe mit einem geeigneten Anreibemittel zu einer Paste. Angaben zu geeigneten Stoffe finden Sie in der Kompatibilitätstabelle.
  4. Geben Sie nun anteilig Pentravan® zu der Wirkstoffmischung hinzu und homogenisieren Sie die Creme gründlich unter regelmäßigem Abschaben.


Wie verarbeite ich Pentravan® im automatischen Rührsystem

  1. Wählen Sie eine geeignete Kruke, welche für die Herstellung mit Ihrem Rührsystem geeignet ist
  2. Legen Sie die notwendige Menge Pentravan direkt in das Gefäß ein.
  3. Wiegen Sie die nötige Wirkstoffmenge und potentielle Lösungsvermittler ab und füge Sie diese direkt zur Grundlage in das Gefäß.
  4. Verschließen Sie das Gefäß und setzten Sie es korrekt in ein.
  5. Nutzen Sie die eingespeicherten Standardrührparameter, die Ihrer Rezeptur entsprechen. Befolgen Sie dann die Anweisungen am Gerät und starten Sie das Programm.

Wie verarbeite ich Pentravan®
im FagronLab™ PM140?

  1. Wählen Sie ein geeignetes Misch- und Abgabegefäß, welches für die Herstellung mit dem FagronLab™ PM140 geeignet ist
  2. Legen Sie die notwendige Menge Pentravan direkt in das Gefäß ein.
  3. Wiegen Sie die nötige Wirkstoffmenge und potentielle Lösungsvermittler ab und füge Sie diese direkt zur Grundlage in das Gefäß.
  4. Verschließen Sie das Gefäß und setzten Sie es korrekt in den FagronLab™ PM140 ein.
  5. Stellen Sie die passenden Mischparameter am Gerät ein, schließen Sie die Abdeckung und drücken Sie den „Start“ Knopf.

https://fagron.de/wp-content/uploads/2025/05/PM140_Mixing-Pentravan.mov


Pentravan® – Wirkstoffauswahl für transdermale Therapien

Pentravan® – Studienübersicht


Pentravan® – Wirkstoffauswahl für transdermale Therapien


Pentravan® – Wirkstoffauswahl für transdermale Therapien


Pentravan® – Wirkstoffauswahl für transdermale Therapien

Pentravan® – Technische Daten zur Grundlage

Eigenschaft: Wert:
Aussehen feste, gelbliche Creme
Wassergehalt 62%
pH-Wert 3,5-5,5
Fettgehalt 28%
Dichte 0,987 g/ml
Haltbarkeit 3 Jahre (ungeöffnet)
Verwendbarkeitfrist 1 Jahr (nach Anbruch)
Lagerung dicht verschlossen bei Raumtemperatur


Pentravan® – Wirkstoffauswahl für transdermale Therapien


Pentravan® – Wirkstoffauswahl für transdermale Therapien

Metformin: Eine Lösung bei PCOS ? – individuelle Therapieansätze als Kapseln und Creme

Inhaltsverzeichnis


Einleitung

Metformin ist ein bewährtes Medikament zur Behandlung von Typ-2-Diabetes, das auch bei anderen Erkrankungen wie dem Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) wirksam ist. Neben der Blutzuckersenkung zeigt es vielversprechende Effekte im Anti-Aging, Gewichtsmanagement und bei der Behandlung komplexer Krankheitsbilder. Durch innovative Therapieansätze, wie individualisierte Arzneimitteltherapien, lässt sich das Potenzial von Metformin weiter ausschöpfen.

Ein kleiner Exkurs zum Wirkstoff

  • Reduktion der Glukoseproduktion: Hemmung der Glukosefreisetzung in der Leber.
  • Verbesserung der Insulinsensitivität: Fördert die Glukoseaufnahme in den Zellen.
  • Reduktion der Zuckeraufnahme: Vermindert die Absorption von Glucose im Darm.
  • Beeinflussung des Mikrobioms: Positiver Effekt auf die Darmmikrobiota.
  • Anti-Aging-Effekte: Reduktion der Insulin- und IGF-1-Signalwege, Hemmung des mTOR-Pfades, Förderung der Autophagie und Verringerung von Entzündungen.

Referenzen


fagron.com


PubMed Central

Was ist PCOS genau und warum ist die Therapie so schwierig?

Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine komplexe hormonelle Störung, die ca. 15 % der Frauen im gebärfähigen Alter betrifft. Oft bleibt PCOS unerkannt, obwohl es mit vielfältigen Symptomen und Risiken einhergeht.

Die Hauptmerkmale sind:

  • Menstruationsstörungen: Unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation.
  • Hyperandrogenismus: Führt zu vermehrter Körper- und Gesichtsbehaarung, Akne und Haarausfall.
  • Polyzystische Ovarien: Zahlreiche kleine Zysten in den Eierstöcken.
  • Gewichtszunahme: Besonders im Bauchbereich.

Referenzen


WHO


AWMF

Warum ist die Therapie so herausfordernd?

Die Heterogenität der Symptome macht eine standardisierte Behandlung schwierig. Hinzu kommen individuelle Unterschiede in der Stoffwechsellage, dem Hormonhaushalt und den persönlichen Lebensumständen, die eine flexible und personalisierte Therapie erfordern.

Langzeitrisiken bei PCOS: Frauen mit PCOS haben ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Endometriumkarzinom. Darüber hinaus leiden viele Betroffene unter psychischen Belastungen wie Angstzuständen, Depressionen und einem negativen Körperbild.

Referenzen


PubMed Central®

Warum ist die Therapie so herausfordernd?

  1. Lebensstiländerungen: Ernährung und Bewegung sind essenziell. Die auftretende Insulinresistenz kann effizient durch Gewichtsreduktion verbessert werden.
  2. Medikamentöse Therapie:
    1. Metformin senkt Insulinspiegel, reduziert Androgene und verbessert Zyklusstörungen.
    2. Hormonelle Kontrazeptiva und andere Hormontherapien können bei Zyklusstörungen sowie Akne, Haarausfall und Hirsutismus helfen, sofern kein Kinderwunsch vorliegt.
    3. Clomifen kann bei Kinderwunsch unterstützend eingesetzte werden.
  3. Nahrungsergänzungsmittel als unterstützende Maßnahme:
    • Vitamin D und Calcium: Fördern den Glukosestoffwechsel und regulieren den Zyklus.
    • Inositol: Verbessert hormonelle und metabolische Parameter sowie die Zyklusregularität.
    • Omega-3-Fettsäuren: Unterstützen den Stoffwechsel durch entzündungshemmende Eigenschaften.
    • Antioxidantien und Phytopharmaka: Reduzieren oxidativen Stress und regulieren hormonelle Ungleichgewichte.

Referenzen


DergiPark


PubMed Central®


AWMF

Individualisierte systemische Therapien: Kapseln und transdermale Cremes

Individuelle Kapseln mit Wirkstoffkombinationen

Ein innovativer Ansatz zur Behandlung von PCOS ist die Entwicklung von individualisierten Kapseln, die Metformin mit spezifischen Nahrungsergänzungsmitteln kombinieren. Diese Kapseln bieten mehrere Vorteile:

  • Maßgeschneiderte Dosierung: Die Wirkstoffmenge kann genau an die Bedürfnisse der Patientin angepasst werden, um eine optimale Wirkung zu erzielen und Nebenwirkungen zu minimieren.
  • Kombinierte Wirkstoffe: Metformin kann mit Substanzen wie Vitamin D, Inositol oder Omega-3-Fettsäuren kombiniert werden, um mehrere Symptome gleichzeitig zu adressieren.
  • Verbesserte Compliance: Eine einzige Kapsel, die mehrere Wirkstoffe enthält, erleichtert die Einnahme und verbessert die Therapietreue.
  • Flexibilität: Individuelle Rezepturen können auf spezifische Symptome oder Unverträglichkeiten der Patientin abgestimmt werden.

Ein Beispiel für solch einen Ansatz ist die Verwendung von speziell entwickelten Füllstoffen wie Dilucap SLD, die die Herstellung individualisierter Kapseln erleichtern. Diese Technologien machen es möglich, die Therapie auf die Bedürfnisse der einzelnen Patientin abzustimmen.

Kapseln auf Basis von DiluCap – optimierte Löslichkeit für bessere Bioverfügbarkeit

DiluCap SLD ist ein gebrauchsfertiger Kapselfüllstoff, der speziell für die Verwendung mit hochlöslichen Wirkstoffen der Biopharmazeutischen Klassifizierungssystem-Klassen I und III entwickelt wurde.

Metformin-Hydrochlorid gehört zur BCS-Klasse III (Biopharmazeutisches Klassifizierungssystem).

Das bedeutet:

  • Hohe Wasserlöslichkeit
  • Geringe Membranpermeabilität

Da Metformin gut in Wasser löslich ist, aber eine schlechte Permeabilität über die Darmmembran aufweist, gehört es zu dieser Klasse. Die Bioverfügbarkeit wird daher oft durch Permeabilitätsverbesserer oder spezielle Formulierungen optimiert.

DiluCap SLD fördert die Zerfallsgeschwindigkeit des Wirkstoffs, ohne dessen Löslichkeit negativ zu beeinflussen, und verbessert die Permeabilität durch die Magen-Darm-Barriere. Zudem ist DiluCap SLD physiologisch inert und frei von Allergenen wie Laktose, Gluten und Soja.

Die Vorteile von DiluCap SLD umfassen:

  • Vermeidung der Entmischung zwischen Wirkstoff und anderen Bestandteilen der Formulierung.
  • Erhalt der Stabilität des Wirkstoffs.
  • Dosierungsgenauigkeit durch eine gleichmäßige Partikelverteilung.
  • Hohe Leistungsfähigkeit der Formulierungen mit angemessener Bioverfügbarkeit.
  • Verbesserte Handhabung verschiedener Pulver und gute Fließeigenschaften.
  • Nachgewiesene Funktionalität und Reproduzierbarkeit in jeder Charge.
  • Reduzierung der Prozesszeit und der Anzahl der Lagerartikel.

Durch die Verwendung von DiluCap SLD können Apotheker effizient und sicher Kapseln herstellen, die eine konsistente Dosierung und verbesserte Bioverfügbarkeit der Wirkstoffe gewährleisten.

Kapselherstellung mit DiluCap

Einen Leitfaden zur Kapselherstellung mit DiluCap finden Sie in diesem Dokument

Rezepturbeispiel

Metformin+ Myo-Inositol mit DiluCap SLD (Kapselgröße 00)

Metforminhydrochlorid 0,4g

Myo-Inositol 0,2g

DiluCap SLD q.s. (Minimum 30% des Gesamtvolumens)

Wir empfehlen die Nutzung von Cellulosekapseln Größe 000

Stabilität nur empirisch ermittelt, Empfehlung gemäß NRF Fall 5 „Empfehlung zur Vergabe der Aufbrauchsfristen“ : <  4 Wochen.

Zu diesen Rezepturen liegen uns keine Stabilitätsdaten vor, es handelt sich lediglich um theoretische Überlegungen. Eine individuelle Plausibilitätsprüfung und Risikobewertung ist weiterhin notwendig.

Für Rezepturen mit unklarer Stabilität kann sich z.B. am Fall 5 der Empfehlungen zur Vergabe der Aufbrauchsfristen des NRF orientiert werden, in welchem <4 Wochen für wasserhaltige Rezepturen empfohlen werden. Eine weitere Alternative bietet das USP <795>, welches in unklaren Fällen bei wasserhaltigen Rezepturen max. 35 Tage empfiehlt.

Weitere Links

Nutze unseren Kapselfüllstoff-Finder für DiluCap auf unserer globalen Webseite, um für jeden Wirkstoff den passenden Kapselfüllstoff zu nutzen.


Alle DiluCap-Produkte finden Sie auf unserer Webseite oder im Shop.

Zum Thema Kapselherstellung ist zum Beispiel auch noch dieser Podcast interessant:

https://www.youtube.com/watch?v=6UUbtFgsxKs

Transdermale Therapien als Cremes und Gele

Creme-Herstellung mit Pentravan®

Neben Kapseln werden auch transdermale Formulierungen wie Metformin-Cremes, z.B. auf Basis der transdermalen Grundlage Pentravan® erforscht. Diese könnten bei Patientinnen, die orale Medikamente schlecht vertragen, eine effektive Alternative darstellen. Transdermale Therapien haben folgende Vorteile:

  • Reduzierte Nebenwirkungen: Da der Wirkstoff die Magen-Darm-Passage umgeht, treten weniger gastrointestinale Beschwerden auf.
  • Gezielte Wirkung: Der Wirkstoff wird direkt über die Haut ins Zielgewebe transportiert, was eine lokale und systemische Wirkung ermöglicht.
  • Verbesserte Bioverfügbarkeit: Der Umgehung des First-Pass-Effekts in der Leber könnte eine effektivere Aufnahme des Wirkstoffs fördern.



Produktinformation und Verarbeitungshinweise Pentravan®

Einen Leitfaden zur Verarbeitung von Pentravan® finden Sie in diesem Dokument

Rezepturbeispiele

Metformin Creme 10% in Pentravan®

Metforminhydrochlorid 10g

DMSO 10-15g

Pentravan® ad 100g

Metformin mit Resveratrol und Vitamin D3 in Pentravan®

Metforminhydrochlorid 20g

Resveratrol 20g

Vitamin D3 500.000 IU

Pentravan® ad 100g

Stabilität nur empirisch ermittelt, Empfehlung gemäß USP <795>: max. 35 Tage

Stabilität nur empirisch ermittelt, Empfehlung gemäß NRF Fall 5 „Empfehlung zur Vergabe der Aufbrauchsfristen“ : < 4 Wochen.

Zu diesen Rezepturen liegen uns keine Stabilitätsdaten vor, es handelt sich lediglich um theoretische Überlegungen. Eine individuelle Plausibilitätsprüfung und Risikobewertung ist weiterhin notwendig.

Für Rezepturen mit unklarer Stabilität kann sich z.B. am Fall 5 der Empfehlungen zur Vergabe der Aufbrauchsfristen des NRF orientiert werden, in welchem <4 Wochen für wasserhaltige Rezepturen empfohlen werden. Eine weitere Alternative bietet das USP <795>, welches in unklaren Fällen bei wasserhaltigen Rezepturen max. 35 Tage empfiehlt.

Stabilität nur empirisch ermittelt, Empfehlung gemäß NRF Fall 5 „Empfehlung zur Vergabe der Aufbrauchsfristen“ : < 4 Wochen.

Zu diesen Rezepturen liegen uns keine Stabilitätsdaten vor, es handelt sich lediglich um theoretische Überlegungen. Eine individuelle Plausibilitätsprüfung und Risikobewertung ist weiterhin notwendig.

Für Rezepturen mit unklarer Stabilität kann sich z.B. am Fall 5 der Empfehlungen zur Vergabe der Aufbrauchsfristen des NRF orientiert werden, in welchem <4 Wochen für wasserhaltige Rezepturen empfohlen werden. Eine weitere Alternative bietet das USP <795>, welches in unklaren Fällen bei wasserhaltigen Rezepturen max. 35 Tage empfiehlt.

Herausforderungen der transdermalen Therapie

Die Hautdurchlässigkeit stellt eine Barriere dar, die durch spezielle Formulierungen z.B. auf Basis von Pentravan® überwunden werden kann. Diese Technologien können die Absorption verbessern und die Wirksamkeit steigern.

Referenzen


PubMed Central


Global Research


Innovare Academic Sciences


PubMed Central


Fagron DiluCap Broschüre


ScienceDirect

Metformin in der topischen Anwendung bei Akne und Haarausfall

Therapie hormonell bedingter Akne mit Metformin

Metformin zeigt sich in aktuellen Studien als vielseitige Therapieoption. Ein topisches 30%-Gel konnte Akne vulgaris bei Frauen wirksam behandeln, besonders durch die Verbesserung von Komedonen, Papeln und Knötchen – ganz ohne Nebenwirkungen. Gleichzeitig weist Metformin entzündungshemmende und immunmodulierende Eigenschaften auf, die es vielversprechend für entzündungsbedingte Erkrankungen machen. Diese Erkenntnisse unterstreichen das Potenzial von Metformin, nicht nur bei Stoffwechselstörungen, sondern auch in der Haut- und Entzündungstherapie eine Schlüsselrolle zu spielen.

Topische Creme oder Gelformulierungen zur Anwendung bei Akne

Creme- und Gelgrundlagen zur Anwendung bei unreiner oder zu Akne neigender Haut sollten einen geringen Fettanteil aufweisen und idealerweise eine leichte, nicht komedogene Formulierung besitzen. Eine gute Grundlage zeichnet sich durch eine hohe Hautverträglichkeit aus und sollte weder die Poren verstopfen noch die Talgproduktion zusätzlich anregen. Da die Haut bereits entzündet und gereizt sein kann, ist es von Vorteil, auf irritierende Inhaltsstoffe zu verzichten. Besonders vorteilhaft sind Formulierungen mit hydratisierenden und beruhigenden Komponenten, die gleichzeitig überschüssigen Talg absorbieren und das Hautbild verfeinern. Emulsionen mit einer wasserbasierten oder leichten Öl-in-Wasser-Struktur unterstützen eine gute Wirkstofffreisetzung, ohne die Haut unnötig zu beschweren.

Metforminhydrochlorid ist gut wasserlöslich und im leicht sauren bis neutralen Medium stabil, was eine gute Ausgangslage für entsprechende topische Zubereitungen bietet

Rezepturbeispiele

Metformin Gel 10-30%

Metforminhydrochlorid 10-30g

Carbomergel (pH 6,5) ad 100g

Stabilität nur empirisch ermittelt, Empfehlung gemäß NRF Fall 5 „Empfehlung zur Vergabe der Aufbrauchsfristen“ : < 4 Wochen.

Metformin Creme 10-30%

Metforminhydrochlorid 10-30g

nichtionische hydrophile Creme SR ad 100g

Stabilität nur empirisch ermittelt, Empfehlung gemäß NRF Fall 5 „Empfehlung zur Vergabe der Aufbrauchsfristen“ : < 4 Wochen.

Metformin 10-30% in Cleoderm™

Metforminhydrochlorid 10-30g

Cleoderm™ ad 100g

Stabilität nur empirisch ermittelt, Empfehlung gemäß USP <795>: max. 35 Tage

Zu diesen Rezepturen liegen uns keine Stabilitätsdaten vor, es handelt sich lediglich um theoretische Überlegungen. Eine individuelle Plausibilitätsprüfung und Risikobewertung ist weiterhin notwendig.

Für Rezepturen mit unklarer Stabilität kann sich z.B. am Fall 5 der Empfehlungen zur Vergabe der Aufbrauchsfristen des NRF orientiert werden, in welchem <4 Wochen für wasserhaltige Rezepturen empfohlen werden. Eine weitere Alternative bietet das USP <795>, welches in unklaren Fällen bei wasserhaltigen Rezepturen max. 35 Tage empfiehlt.

Ein vielversprechender Ansatz für Haarregeneration und Haarausfall

Aktuelle Studien zeigen das Potenzial von Metformin bei der Behandlung von Haarausfall. In einem Haarfollikel-Rekonstruktionsmodell förderte Metformin die Aktivität haarinduzierender Zellen durch die Aktivierung von Biomarkern wie β-Catenin und SOX2. Dies könnte neue Wege für Haarregenerationstherapien eröffnen.

Eine weitere Untersuchung zeigte, dass Metformin bei Männern mit androgenetischer Alopezie den Spiegel des luteinisierenden Hormons (LH) und dessen Verhältnis zu FSH senkt, was positive Effekte auf die Hypophysenfunktion nahelegt.

Diese Erkenntnisse unterstreichen Metformins potenzielle Rolle in der Behandlung von Haarerkrankungen.

Metformin ist nicht nur ein Eckpfeiler der Diabetesbehandlung, sondern bietet vielseitige Einsatzmöglichkeiten bei PCOS, Anti-Aging und Gewichtsmanagement. Durch die Kombination mit Vitaminen, Mineralstoffen und Phytopharmaka sowie die Entwicklung individualisierter Kapseln können Therapien präziser und effektiver gestaltet werden. Die transdermale Therapie stellt eine vielversprechende Alternative dar, um Patientinnen mit spezifischen Bedürfnissen eine individuelle und gut verträgliche Behandlung zu ermöglichen. Die individualisierte Arzneimitteltherapie bietet somit einen entscheidenden Fortschritt in der Behandlung komplexer Krankheitsbilder wie PCOS.

Die Therapie von Haarausfall kann sehr komplex sein, und die Anwendung der Kopfhaut ist für den Patienten weniger praktisch als am restlichen Körper. Schäume sind hier daher besonders gut geeignet, da sie tropffrei und wenig fettend sind, was die Anwendung auf der Kopfhaut erleichtert. Lösungen sind ebenfalls gut geeignet, hier sollte allerdings nach Möglichkeit eine alkoholfreie Formulierung gewählt werden, um die empfindliche Kopfhaut nicht zu reizen oder auszutrocknen. 

Lösungen und Schäume mit Metformin auf Basis von TrichoConcept™

TrichoSol™ und TrichoFoam™ sind speziell entwickelte Grundlagen für die topische Anwendung auf der Kopfhaut, die jeweils einzigartige Vorteile bieten:

TrichoSol™:

  • Hydrophile Lösung: Ermöglicht eine einfache und gleichmäßige Verteilung auf der Kopfhaut.
  • Schonend: Die Formulierung ist sanft zur Kopfhaut und verursacht keine Trockenheit von Haar und Kopfhaut.
  • Kompatibilität: Stabil mit sowohl wasser- als auch fettlöslichen Wirkstoffen.

TrichoFoam™:

  • Schaumgrundlage: Bietet eine tropffreie Anwendung durch einen weichen Schaum, der nicht fettet.
  • Gezielte Applikation: Ermöglicht eine präzise Anwendung auf spezifischen Kopfhautbereichen.
  • Frei von Treibgasen: Die Formulierung erzeugt den Schaum ohne den Einsatz von Treibgasen.
  • Kompatibilität: Stabil mit wasser- und fettlöslichen Wirkstoffen.

Beide Produkte enthalten den patentierten TrichoTech™ Phytokomplex, eine Mischung aus sorgfältig ausgewählten ätherischen Ölen, die synergistisch auf der Kopfhaut wirken. Dieser Phytokomplex unterstützt das Bulb-Shaft-Strand-System (BSS) des Haares und bietet vielfältige Vorteile:

  • Entzündungshemmend und antimykotisch: Reduziert Entzündungen und bekämpft Pilzinfektionen auf der Kopfhaut.
  • Reduktion von Kopfhautreizungen: Beruhigt die Kopfhaut und mindert Irritationen.
  • Kontrolle von Schuppen und Sebumproduktion: Hilft bei der Regulierung von Schuppenbildung und Fettproduktion.
  • Stimulation der Haarfollikel und des Haarwachstums: Fördert das Haarwachstum und stärkt die Haarfollikel.
  • Verbesserung der lokalen Durchblutung: Erhöht die Durchblutung der Kopfhaut, was die Nährstoffversorgung der Haarwurzeln unterstützt.

Die ätherischen Öle in TrichoTech™ stammen aus exklusiven Pflanzen, die unter strengen Kontrollen kultiviert werden, um höchste Qualität und Reinheit zu gewährleisten. Die Kombination dieser Öle wurde so gewählt, dass ihre therapeutischen Eigenschaften sich gegenseitig verstärken und potenzieren, um maximale Synergieeffekte zu erzielen.

Produktinformation und Verarbeitungshinweise TrichoConcept™

Einen Leitfaden zur Verarbeitung von TrichoFoam™ und TrichoSol™ finden Sie in diesem Dokument

Rezepturbeispiele

Metformin 10% in TrichoFoam™

Metforminhydrochlorid 10g

TrichoFoam™ ad 100g

Stabilität nur empirisch ermittelt, Empfehlung gemäß USP <795>: max. 35 Tage

Metformin 10% in TrichoSol™

Metforminhydrochlorid 10g

TrichoSol™ ad 100g

Stabilität nur empirisch ermittelt, Empfehlung gemäß USP <795>: max. 35 Tage

Zu diesen Rezepturen liegen uns keine Stabilitätsdaten vor, es handelt sich lediglich um theoretische Überlegungen. Eine individuelle Plausibilitätsprüfung und Risikobewertung ist weiterhin notwendig.

Für Rezepturen mit unklarer Stabilität kann sich z.B. am Fall 5 der Empfehlungen zur Vergabe der Aufbrauchsfristen des NRF orientiert werden, in welchem <4 Wochen für wasserhaltige Rezepturen empfohlen werden. Eine weitere Alternative bietet das USP <795>, welches in unklaren Fällen bei wasserhaltigen Rezepturen max. 35 Tage empfiehlt.

Referenzen


PubMed Central


Medical Journal Sweden


Wiley Online Library


PubMed Central


PubMed Central


PubMed Central


Fagron Formulary

Produkte erhältlich im Fagron Online-Shop:

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Haftungsausschluss:

Bitte beachten Sie, dass die oben aufgeführten Rezepturbeispiele theoretische Überlegungen sind, die als Hilfestellung bei der Recherche für die Plausibilitätsprüfung dienen sollen. Da jede Rezeptur bzw. Plausibilitätsprüfung durch einen Apotheker oder eine Apothekerin freigegeben werden muss, obliegt es diesem/r, zu entscheiden, ob die Rezeptur sinnvoll bzw. plausibel ist. Die Entscheidung liegt somit ausschließlich beim verantwortlichen Apotheker oder bei der verantwortlichen Apothekerin. Die Firma Fagron GmbH übernimmt keine Haftung.


Pentravan® – Wirkstoffauswahl für transdermale Therapien

Suspension herstellen aus Weichkapseln?

Inhaltsverzeichnis


Einleitung

Verarbeitung von Weichkapseln in SyrSpend® SF – Ein Leitfaden

Die Verarbeitung von Weichkapseln in SyrSpend® SF stellt eine besondere Herausforderung dar, da bislang keine spezifischen Daten zur Stabilität und Eignung vorliegen. In diesem Artikel beleuchten wir die wichtigsten Aspekte und geben praktische Hinweise, wie Sie dennoch sicher und effizient arbeiten können.

Grundlegende Empfehlungen

Grundsätzlich sind Weichkapseln nicht unbedingt die ideale Darreichungsform für die Weiterverarbeitung zu einer Suspension. Aufgrund der potenziellen Herausforderungen wie ungleichmäßiger Wirkstoffverteilung, Aufrahmung oder Materialeigenschaften der Kapselhülle sollte – sofern kein Rohstoff verfügbar ist – bevorzugt auf Injektionslösungen, Tabletten oder Hartkapseln mit Pulverfüllung zurückgegriffen werden. Diese Alternativen bieten als Quelle für den Wirkstoff eine stabilere Basis für die Herstellung von Suspensionen und minimieren das Risiko von Qualitätsmängeln oder Verlusten während des Herstellungsprozesses.

Dennoch können unter bestimmten Bedingungen Weichkapseln ebenfalls verarbeitet werden. Dafür müssen jedoch spezifische Parameter beachtet werden, um die Qualität und Sicherheit der Suspension sicherzustellen.

Hier gilt: Da keine Stabilitätsdaten verfügbar sind, sollte die Haltbarkeit des hergestellten Produkts stark eingeschränkt werden. Eine Orientierung bieten hierbei Fall 5 des NRF/DAC  max. 4 Wochen oder die Vorgaben der USP <795> max. 35 Tage.

Wichtig: Die hier vorgestellten Verarbeitungsschritte basieren auf theoretischen Überlegungen und sind nicht durch Studien validiert. Eine umfassende Plausibilitätsprüfung und Risikobewertung vor Beginn der Verarbeitung ist daher unabdingbar.

Vorteile der SyrSpend® SF Pulver-Varianten

Für eine sicherere Verarbeitung mit Fertigarzneimitteln wird die Verwendung der Pulver-Varianten von SyrSpend® SF empfohlen. Diese eignen sich in diesen Fällen oft besser, siehe die vergleichbaren Rezepturen mit Injektionslösungen.

SyrSpend®SF PH4 Pulver

SyrSpend® SF PH4 NEO

Wichtige Aspekte bei der Verarbeitung

Medium des Wirkstoffs in der Weichkapsel

  • Wasserlösliche Medien (z. B. Glycerol):
    Diese lassen sich in der Regel problemlos weiterverarbeiten. Hydrophile Weichkapseln eignen sich theoretisch recht gut für eine Weiterverarbeitung in wässrige Medien.
  • Ölige Medien (z. B. mittelkettige Triglyceride):
    Bei lipophilen Weichkapseln kann es in wasserbasierten Medien zu einer Aufrahmung und damit zu einer ungleichmäßigen Wirkstoffverteilung kommen. Sie sind daher für die Verarbeitung weniger gut geeignet.

Wirkstoffzustand in der Kapsel

  • Suspendierter Wirkstoff:
    Geeignet, da der Wirkstoff nicht vollständig gelöst ist und eine gleichmäßige Verteilung in einer Suspension leichter erreicht werden kann.
  • Gelöster Wirkstoff:
    • In wasserlöslichen Medien gut verteilbar und damit theoretisch gut einsetzbar.
    • In öligen Lösungen kann es bei der Verarbeitung in wässrigen Medien zu Aufrahmung kommen, was eine gleichmäßige Verteilung erschwert, da der Wirkstoff hauptsächlich in der öligen Phase vorliegen wird.

Material der Kapselhülle

  • Wasserlösliche Weichkapselhüllen:
    Diese sind theoretisch für die Verarbeitung geeignet.
  • Kapseln mit modifizierter Freisetzung:
    Nicht geeignet, da sie ihre spezielle Freisetzungseigenschaft in SyrSpend® SF und anderen Suspensionsmedien verlieren.

Thermische Stabilität des Wirkstoffs

  • Thermisch stabil:
    Die Weichkapseln können in diesem Fall bei maximal 80°C in warmem Wasser aufgelöst werden. Eine genaue Überwachung der Temperatur ist hierbei entscheidend. Ebenfalls sollte auf den Ausgleich von Verdunstungsverlusten geachtet werden.
  • Nicht thermisch stabil:
    Die Weichkapseln müssen aufgestochen und der Inhalt herausgedrückt werden. Dabei ist zu beachten, dass es zu Verlusten kommen kann. Daher sollte der Kapselinhalt genau berechnet und ein ausreichend hoher Rezepturzuschlag eingeplant werden.

Verarbeitungsschritte bei thermisch stabilen Wirkstoffen

Auflösen der Kapseln:
Die benötigte Menge an Kapseln wird in warmem Wasser (max. 80°C) gelöst. Die Temperatur sollte kontinuierlich überwacht werden.

Abkühlen und Kontrolle:
Nach dem Auflösen wird die Lösung auf Raumtemperatur abgekühlt. Verdunstungsverluste müssen ausgeglichen werden.

Qualitätsprüfung:
Die Lösung sollte niedrigviskos sein (ähnlich wie Wasser oder nur leicht dickflüssiger). Es dürfen keine Agglomerate oder starke Trübungen vorhanden sein.

Herstellung der Suspension:

  • Die hergestellte Lösung kann analog zur Herstellung mit Injektionslösungen mit SyrSpend® SF verwendet werden. Dabei wird das benötigte Wasser oder die Injektionslösung durch die Kapsellösung ersetzt.
  • Dosierung: Die Konzentration und Stärke der Suspension müssen korrekt berechnet werden.

Hinweis: Es können keine höheren Konzentrationen in der Suspension erreicht werden, als die ursprüngliche Lösung aufweist. Ein Aufkonzentrieren ist nicht möglich.


Herstellung von Suspensionen aus Fertigarzneimitteln

Lieferengpass: Ethosuximid bzw. Petnidan® Saft 50 mg/ml

Beim aktuellen Lieferengpass von Ethosuximid (Petnidan® AFT 50 mg/ml) stellt die Herstellung einer Suspension aus Weichkapseln eine mögliche Alternative dar. Eine  Rezepturvorschrift für Suspension Ethosuximid 25 mg/mL kann dem Online DAC/NRF entnommen werden, wie auch weitere Hinweise zu Ethosuximid.

Wirkstoffprofil:

  • Thermostabil
    Weichkapseln löslich in Wasser bei 80°C – Information von Desitin Arzneimittel GmbH
  • pH 5-6,5
    Ethosuximide Oral Solution: Package Insert / Prescribing Info 

  • Leicht löslich in Wasser
    Ph.Eur. 11.0/0764/ Ethosuximid


Rezepturvorschrift NRF


Hinweise zum Wirkstoff


Drugs.com


Ph.Eur.

Fertigarzneimittel:

Fachinformation von Petnidan®/Petnidan® Saft

Aromen:

Den meisten Ethosuximid-Säften sind Karamell- oder Sahnearomen zugesetzt. Es sollte eventuell bedacht werden, ob auch der Rezeptur ein Aroma hinzugefügt werden sollte, um die Compliance zu verbessern. Diese Geschmacksrichtung wird häufig bei Wirkstoffen mit alkalischem, salzigem oder süßem Geschmack eingesetzt.

Hierzu kann folgender Artikel zu Rate gezogen werden: INTERPHARM 2023: Rezepturen: Welches Aroma passt zu welchem Wirkstoff-Geschmack?

„Hier liefert das „Formularium paediatricum“ eine Übersicht:

  • Sauer schmeckende Wirkstoffe werden besonders gut durch Kirsch-, Zitrone-, Limetten-, Mandarinen-, Orangen- oder Erdbeergeschmack maskiert.
  • Ein alkalischer Geschmack kann von Banane, Karamell, Kirsche, Lakritz, Maracuja und Pfirsich überdeckt werden.
  • Schmeckt es bitter, helfen Kirsch-, Schokolade-, Grapefruit-, Lakritz-, Erdbeer-, Pfirsich-, Himbeer- und Tutti-Frutti-Aromen.
  • Salziges wird am besten mit Karamell-, Grapefruit-, Zitronen-, Orangen- und Vanille-Aroma kombiniert.
  • Und sogar für süße Wirkstoffe gibt es Aroma-Stoffe, die man empfehlen kann: Banane, Karamell, Sahne, Schokolade, Traube und Vanille.“

Rezepturbeispiel

Online DAC/NRF Rezepturfinder: Ethosuximid-Suspension 25 mg/mL

Ethosuximid Weichkapseln 250 mg 10 Stück

Methyl-4-hydroxybenzoat-Lösung 0,2% zu 102,0g/ 100ml

Quelle


DAC/NRF

Kann auch eine Ethosuximid-Suspension 50 mg/mL hergestellt werden?

Das DAC/NRF empfiehlt dies nicht.

Zitat: „Die Wirkstoffkonzentration wurde im Vergleich zum Fertigarzneimittel von 50 mg/mL (2) auf 25 mg/mL reduziert. Grund dafür ist, dass im durchgeführten Testversuch die hergestellte Suspension mit 50 mg/mL, aus aufgelösten Ethosuximid-Weichkapseln hergestellt, nach einem Tag bei Temperaturen unter 20 °C gelierte und sich nicht mehr aufschütteln ließ. Die Suspension mit 25 mg/mL hingegen blieb auch nach mehreren Tagen Standzeit gut aufschüttelbar.“

(2) Desitin Arzneimittel GmbH, Fachinformation: Petnidan®/Petnidan® Saft (Stand: Dezember 2016).

Referenzen


DAC/NRF: Rezepturhinweise-Datenbank – Ethosuximid

Kann eine Ethosuximid-Suspension 25 mg/mL mit SyrSpend® SF hergestellt werden?

Leider liegen uns bisher noch keine Ergebnisse über die Stabilität und Kompatibilität von Ethosuximid in SyrSpend® SF vor.

Eine Herstellung wäre im Rahmen einer Plausibilitätsprüfung und Risk Assessment des verantwortlichen Apothekers zu ermitteln, hierzu kann die Arbeitshilfen Plausibilitätsprüfung und Herstellung aus Fertigarzneimitteln genutzt werden.

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Haftungsausschluss:

Bitte beachten Sie, dass die oben aufgeführten Rezepturbeispiele theoretische Überlegungen sind, die als Hilfestellung bei der Recherche für die Plausibilitätsprüfung dienen sollen. Da jede Rezeptur bzw. Plausibilitätsprüfung durch einen Apotheker oder eine Apothekerin freigegeben werden muss, obliegt es diesem/r, zu entscheiden, ob die Rezeptur sinnvoll bzw. plausibel ist. Die Entscheidung liegt somit ausschließlich beim verantwortlichen Apotheker oder bei der verantwortlichen Apothekerin. Die Firma Fagron GmbH übernimmt keine Haftung.


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