



Hautlexikon
Präbiotisch, probiotisch, postbiotisch - was bedeutet das alles?
In der Hautpflege gewinnen Inhaltsstoffe wie Präbiotika, Probiotika und Postbiotika zunehmend an Bedeutung. Sie sind bekannt für ihre positiven Effekte auf die Hautgesundheit, da sie das Hautmikrobiom – also die Gemeinschaft aus Mikroorganismen, die auf der Haut leben – unterstützen und stabilisieren können. Doch was genau bedeuten diese Begriffe in Bezug auf Hautpflege? Schauen wir uns die Unterschiede genauer an.
1. Präbiotika in der Hautpflege: Nahrung für das Hautmikrobiom
Präbiotika in Hautpflegeprodukten sind Inhaltsstoffe, die als Nährstoffquelle für die nützlichen Mikroorganismen auf der Haut dienen. Anders als Probiotika enthalten sie selbst keine lebenden Bakterien, sondern fördern gezielt das Wachstum der „guten“ Bakterien auf der Haut, was das Gleichgewicht des Hautmikrobioms unterstützt.
Wie wirken Präbiotika in der Hautpflege?
Präbiotische Inhaltsstoffe stärken die Hautbarriere und fördern ein gesundes Mikrobiom, indem sie das Wachstum nützlicher Bakterien anregen und potenziell schädliche Bakterien in Schach halten. Zu den häufig eingesetzten präbiotischen Inhaltsstoffen gehören Oligosaccharide und Inulin.
Vorteile von Präbiotika in der Hautpflege:
- Unterstützung eines gesunden Mikrobioms
- Förderung einer starken Hautbarriere
- Beruhigung der Haut und Verringerung von Irritationen
2. Probiotika in der Hautpflege: Lebende Bakterien für eine gesunde Haut
Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die in Hautpflegeprodukten verwendet werden, um das Mikrobiom direkt zu beeinflussen. Diese „guten“ Bakterien können dabei helfen, das natürliche Gleichgewicht der Hautflora wiederherzustellen und so verschiedene Hautprobleme zu lindern.
Wie wirken Probiotika in der Hautpflege?
Probiotische Hautpflegeprodukte zielen darauf ab, die Balance des Hautmikrobioms zu fördern. Sie können entzündungshemmend wirken, die Haut beruhigen und helfen, das Immunsystem der Haut zu stärken. Dadurch eignen sie sich besonders gut für Menschen mit sensibler Haut, Akne oder Ekzemen.
Vorteile von Probiotika in der Hautpflege:
- Wiederherstellung und Erhaltung eines gesunden Hautmikrobioms
- Reduktion von Hautentzündungen und Irritationen
- Unterstützung bei der Behandlung von Hautproblemen wie Akne und Rosacea
3. Postbiotika in der Hautpflege: Die nützlichen Zellbestandteile
Postbiotika sind definiert als ein Präparat aus unbelebten Mikroorganismen und/oder ihren Bestandteilen, das dem Wirt einen gesundheitlichen Nutzen verleiht.
Wie wirken Postbiotika in der Hautpflege?
Postbiotika wirken beruhigend, entzündungshemmend und stärken die natürliche Hautbarriere. Sie können die Zellerneuerung fördern und haben antioxidative Eigenschaften, die dazu beitragen, die Haut vor Umwelteinflüssen zu schützen. Im Gegensatz zu Probiotika sind Postbiotika stabiler, da sie keine lebenden Bakterien enthalten, sondern die Zellen und Zellbestandteile.
Vorteile von Postbiotika in der Hautpflege:
- Stärkung der Hautbarriere
- Beruhigung der Haut und Reduzierung von Rötungen
- Antioxidativer Schutz und Unterstützung der Hautregeneration
Fazit
Präbiotika, Probiotika und Postbiotika ergänzen sich in der Hautpflege ideal, um ein gesundes und ausgeglichenes Hautmikrobiom zu fördern. Während Präbiotika als Nährstoffe das Wachstum nützlicher Bakterien unterstützen, bringen Probiotika die „guten“ lebenden Bakterien direkt auf die Haut. Postbiotika schließlich bieten die stabilen, bioaktiven Wirkstoffe, die entzündungshemmend wirken und die Hautregeneration fördern.
Eine Hautpflege, die auf diese Inhaltsstoffe setzt, kann besonders effektiv sein bei der Bekämpfung von Hautproblemen wie Akne, Ekzemen und übermäßiger Hautempfindlichkeit. Sie hilft dabei, das natürliche Gleichgewicht der Haut zu unterstützen und sorgt für eine gesunde, strahlende Haut.
Postbiotisch - Was bedeutet das?
Wenn es um das körpereigene Mikrobiom geht, werden heutzutage einige Begriffe nicht immer im richtigen Kontext verwendet. Wir wollten Ihnen einmal beschreiben, was die Begriffe bedeuten und wieso wir unsere Produkte daher nicht als „probiotisch“ ausloben sondern den Begriff „postbiotisch“ gewählt haben:
Präbiotisch/Präbiotika: Präbiotika sind spezielle Nährstoffe oder Ballaststoffe, die das Wachstum und die Aktivität gesunder Bakterien im Darm und auf der Haut fördern. Sie dienen als „Nahrung“ für nützliche Mikroorganismen und helfen, das Gleichgewicht des Mikrobioms zu unterstützen – wie z. B. Inulin.
Probiotisch/Probiotika: Probiotika sind lebende, nützliche Mikroorganismen (z. B. bestimmte Bakterien oder Hefen), die bei Einnahme oder äußerlicher Anwendung positive gesundheitliche Effekte haben. Sie helfen, die natürliche Flora zu stärken und können das Immunsystem unterstützen – wie z. B. lebendige Lactobacillen.
Postbiotisch/Postbiotika: Postbiotika sind unbelebte Mikroorganismen, Zellbestandteile oder Stoffwechselprodukte, die von probiotischen Mikroorganismen stammen. Sie enthalten keine lebenden Mikroorganismen mehr, können aber die Gesundheit fördern, indem sie die natürliche Mikrobiom-Barriere stärken und entzündungshemmend wirken.
Zusammenfassung
Präbiotika dienen als Nahrung für gesunde Bakterien, Probiotika sind lebendige nützliche Bakterien, und Postbiotika sind die Zellhüllen und nützliche Stoffwechselprodukte von Bakterien, welche gute Effekte auf Ihre Umgebung ausüben.
Die Begriffe „Postbiotikum“ und „postbiotisch“ wurden kürzlich von der International Scientific Association of Probiotics and Prebiotics als „ein Präparat aus unbelebten Mikroorganismen und/oder ihren Bestandteilen, das dem Wirt einen gesundheitlichen Nutzen verleiht“ definiert.
Hier geht es zum gesamten Artikel, veröffentlich in Nature Reviews.
Referenzen:
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